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Fat Dog: Der geilste neue Banger, den du für lange Zeit hören wirst

23.04.2024 von Stefan Baumgartner

Okay, zuerst einmal die Hardfacts: Fat Dog wurden 2020 in London gegründet - während der Corona-Lockdowns. Obwohl sie naturgemäß daher noch nicht allzu viel gemeinsame Bühnenerfahrung sammeln konnten und noch weniger tatsächlich auch Musik veröffentlicht haben, wurden sie bereits vom renommierten britischen Magazin NME als "heißeste neue Live-Band" und ihre Single "King of the Slugs" als einer der 50 geilsten Songs des Jahres 2023 bezeichnet. Bei der wüsten Mischung aus Dance, Punk und Klezmer ist es aber auch ein Leichtes, sowohl am heimischen Äther, wie auch live - etwa im Vorprogramm der Viagra Boys - dafür zu sorgen, dass Alt und Jung gleichermaßen steil gehen, als hätte man sich eine ziemlich wagemutige Mischung aus Speed und Energydrink intrakardial ins Nervensystem geballert.

Als sich Fat Dog gründeten, stellten sie zwei Regeln auf: Sie wollten eine gesunde Band sein, die auf sich selbst achtet, und es sollte kein Saxophon in ihrer Musik vorkommen. Zwei einfache Gebote, an die sich die fünfköpfige Band aus Brixton schon lange nicht mehr gehalten hat. "Ja, das haben wir alles über Bord geworfen", erklärt uns Frontmann Joe Love. Das Leben ist zu kurz, um sich an irgendwelche Pläne zu halten, und ganz besonders solche, die 2021 gemacht wurden. Fat Dog kam zustande, als Love beschloss, eine Band zu gründen und die Demos, die er zu Hause gemacht hatte, um sich während des Lockdowns bei Verstand zu halten, in die Welt hinauszutragen. In Chris Hughes (Keyboards/Synths), Ben Harris (Bass), Johnny Hutchinson (Schlagzeug) und Morgan Wallace (Keyboards und, ähm, Saxophon) fand Love gleichgesinnte Außenseiter, die ihm halfen, seinen Traum zu verwirklichen. "Eine Menge Musik ist derzeit sehr verkopft und die Leute wollen nicht dazu tanzen", sagt Hughes. "Unsere Musik ist das genaue Gegenteil von Denkmusik.“ Und tatsächlich: Ans Denken denkt man bei Fat Dog nicht wirklich - eher an: den Augenblick zu genießen, ein oder siebzehn Bier zu viel zu trinken, zu tanzen, zu schmusen und alles andere als nach Hause zu gehen.

Kein Wunder, dass das bei den suffköpfigen Briten gut ankommt. Aber auch bereits in den USA, bei der Fat Dog nicht nur trotz lächerlichem Leichtbier ekstatisch aufgenommen wurden, sondern auch in einem Taco-Laden spielten. Das kann nicht jeder von sich behaupten. Und nun steht langsam auch Festlandeuropa am Plan: Bevor am 6. September via Domino endlich ihr Debütalbum "WOOF." veröffentlicht wird (es ist bereits vorbestellbar), gibt es noch ein paar Konzerte - natürlich leider wieder einmal mit einem kleinen Bogen rund um Österreich herum; man kann sie im Sommer etwa am tschechischen Colours of Ostrava erleben, am Primavera in Barcelona oder am Glastonbury in UK, im Herbst dann zum Beispiel in Hamburg und Berlin (alle Termine finden sich auf der Band-Website).

Heute stellen sie den neuen Song "Running" vor, ein durchgeknalltes und auf Hooks getrimmtes Trance-Stück mit einem Video, bei dem Stephen Agnew Regie führte. Es spielt auf Ken Russell, Ingmar Bergman und Panos Cosmatos "Mandy" an, während es die wahren Ursprünge des Kults um Fat Dog und ihren wahren Anführer enthüllt. Es ist somit ein guter Einstieg in die manische Welt zwischen Elektropunk, Rock'n'Roll, Techno-Soundscapes, Industrial-Pop und Rave-Euphorie - es ist der Einstieg für einen Besuch im Kopf von Joe Love (das Visium nur für einen Kurztrip, gottseidank!): "Musik ist so vanillig", sagt Love. "Ich mag keine fluffige Musik. Sogar dieses Album ist im Vergleich zu dem, was ich im Kopf habe, weichgespült. Ich dachte, es würde abgefuckter klingen." Naja. Live fuckt es sich ja ohnehin von selber ab, und vielleicht gibts am Album Nummero 2 dann mehr Rotz.

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