Bild: oeticket/Stefan Kuback
Die Idee hinter Heavysaurus stammt aus dem Metal-verrückten Finnland, seit zehn Jahren machen auch Dinosaurier aus Deutschland Krach – speziell für Kinder. Aber wieso fahren Kinder so sehr auf brüllende Urzeitechsen ab?
Wenn man in der Metal-Bubble zuhause ist, kommt man an den nordischen Ländern Norwegen, Schweden und Finnland kaum vorbei: Zwar genießen die norwegischen Bands – unter anderem auch dank der zweifelhaften “Vorfälle” rund um die “zweite Black-Metal-Welle” in den Neunzigern – international die größte Prominenz, aber dafür haben die Schweden mit dem HM2-Fuzz-Pedal einen eigenen Gitarrensound entwickelt und auch die Finnen haben einige große Namen hervorgebracht.
Von den breitentauglichen ESC-Gewinnern Lordi über melodisch-eingängige Bands wie HIM und die furiosen Geiger Apocalyptica, sowie Sonata Arctica und Nightwish mit ihrem Operngesang und folkige Troll-Bands wie Korpiklaani und Finntroll bis hin zu kristallin lärmenden Bands wie Impaled Nazarene und Horna hat Finnland sogar verhältnismäßig mehr Metal-Bands pro Einwohner als jedes (!) andere Land der Welt, nämlich 70 pro 100.000!
Kein Wunder also, dass Heavy Metal da bereits früh und auch bei Kindern für Begeisterung sorgt: So hatte Mirka Rantanen von Thunderstone 2009 die Idee, eine Heavy-Metal-Band speziell für Kinder zu gründen, mit kindgerechten Texten (Blut, Beuschel und Satan gibt’s erst ab 18) und statt gruseligem “Corpsepaint” als Dinosaurier verkleidet: Denn die sind auch ein bisschen wild, aber nicht ganz so arg. Aufgrund des gigantischen Erfolgs auch über die nordischen Grenzen hinaus wurde “Hevisaurus” vor knapp zehn Jahren von Frank Ramond, den man von etwa Udo Lindenberg und Roger Cicero kennt, unter dem Namen “Heavysaurus” eingedeutscht: Als musizierende Dinos wurden lokale Größen wie Frank Beck von Gamma Ray, Oliver Palotai (Kamelot) und Philipp Klinger von The New Black gewonnen.
Heavysaurus 2025 in der Arena. Bilder: oeticket/Stefan Kuback
Seit bald einem Jahrzehnt sorgen Heavysaurus also – ähnlich wie die Hip-Hop-Band Deine Freunde – für einen besonderen Bildungsauftrag: Sie bringen ihrer Zielgruppe der Drei- bis Zehnjährigen kindgerecht Heavy Metal näher, bei Livekonzerten mit maximal 85 Dezibel und bereits zur nachmittäglichen Stunde. Diesen Herbst touren sie mit ihrer “Metal”-Tour durch Österreich – und es verwundert kaum, dass zahlreiche Termine selbst in großen Hallen wie der Wiener Arena bereits ausverkauft sind und nach Zusatzkonzerten schreien. Und bereits kommendes Frühjahr folgt dann die neue “Mission Dino Power”-Tour, bei der die Karten auch schon ratzfatz über die Budel gehen wie sonst nur das eiskalte Calippo im Freibad.
Aber warum sorgen eigentlich singende Dinos bei Kindern für leuchtende Äuglein? “Ich kenne kein Kind, das Dinosaurier nicht mag", erklärt der schlagzeugende "Komppi Momppi"-Dino Philipp Klinger im Gespräch mit der Kronen Zeitung. Dass er mit dieser Aussage, die schon fast den Charakter eines Naturgesetzes hat, den Nagel auf den Kopf getroffen hat, beweist etwa auch der jahrelange Erfolg des Dinolands bei Schloss Katzenberg: Auch dort sind die Kinder, wenn sie sich ein bisschen vor dem aufgerissenen Maul des T-Rex fürchten oder am Ankylosaurus reiten, gehyped wie sonst nur nach zwei Kilo Zuckerwatte.
Aber bei Heavysaurus geht es ja nicht “nur” um Dinosaurier: Die Texte sind kindgerecht aufbereitet, es geht um die Mama, um beste Freunde, um das Chaos im Kinderzimmer, um Kaugummi, um Stinki-Stinki, aber auch gegenwärtige Themen wie Umweltverschmutzung werden nähergebracht. Und natürlich gibt es auch Lehrstunden, wie man aus seinen Fingern die Pommesgabel, das Erkennungszeichen der Metal-Fans, formt. Dass Kinder dabei einen Riesenspaß haben, ist aufgelegt. Ganz wichtig dabei ist, Kinder als vollwertige Personen ernst zu nehmen - das haben schon Deine Freunde im Interview bekräftigt, und auch für Philipp Klinger ist das unumstößlich: “Wir respektieren diese Kinder als vollwertige Menschen, die sie auch sind. In der Show sind viele doofe Witze dabei, mit denen wir die Erwachsenen aufs Korn nehmen und das gefällt den Kids natürlich. Die würden sofort spüren, wenn wir irgendeinen Blödsinn machen, der nicht authentisch wäre.” Wie auch bei Deine Freunde sind auch bei Heavysaurus nämlich Pädagogen und Lehrer mit an Bord: Klinger selbst ist einer der, der auch tatsächlich studiert hat, wie man mit Kindern umgeht, und nicht nur nach Bauchgefühl frei aus der Hüfte schießt.
Eines dieser unterschwelligen pädagogischen Elemente ist auch ein ganz besonderer Gast in der Dinosaurier-Band: Hinter dem Keyboard steht mittlerweile nämlich ein Drache! Was lernen wir daraus? Dinosaurier sind tolerant und lassen auch Drachen mitspielen. Wieso sollten also nicht auch wir, als Menschen, tolerant sein und andere Menschen mitspielen lassen, die ein bisschen anders sind?
In den Sommerferien bietet es sich nahezu an, einen kleinen Familienausflug ins Innviertel zu wagen: Denn bei Schloss Katzenberg geht das Dinoland in seine mittlerweile fünfte Runde!
Auf 40.000 Quadratmetern kann man auch heuer wieder im wunderschönen Wald- und Wiesenareal in die geheimnisvolle Vergangenheit unseres Planeten eintauchen und sich auf eine Entdeckungstour mit mehr als 70 lebensgroßen und realistischen Dinosauriern, Skeletten und Fossilien begeben: Vom Tyrannosaurus Rex oder dem Triceratops bis hin zum Stegosaurus - sie alle erzählen interessante Geschichten und werden die kleinen und großen Forscher begeistern! Alle Modelle wurden unter wissenschaftlicher Anleitung originalgetreu gefertigt. Einige davon können sich dank aufwändiger Animatronik sogar täuschend echt bewegen und Geräusche von sich geben: Ist das manchmal ein bisschen gruselig? Ja! Aber auch sehr, sehr spannend!
Außerdem kann man auf Dino Scootern Runden drehen, bei der Dino-Rallye einen Forscherpass gewinnen: Das Aussieben von Schätzen und das Freilegen von Fossilien im Forschercamp lässt da schon die Kleinsten zu Hobby-Archäologen werden! Dazu gibt es eine Vielzahl an herausfordernden Kletteranlagen, ein verwunschenes Labyrinth, einen Flying Fox, mit dem man an einem Seil schwebend von Baum zu Baum “fliegen” kann, und natürlich auch eine XXXXXXXXL-Rutsche, die in ein - man ahnt es - Badeparadies mündet!