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Josef Hader: in einem Bildband verewigt

27.01.2025 von Stefan Baumgartner

In seinem frühen Kabarettprogramm “Privat” (1994) spielte Josef Hader mit dem Teufel das Tabuwort-Spiel “Steinscheißer Koarl”. Im Film “Indien” (1993) überprüfte er als Heinz Bösel gemeinsam mit Alfred Dorfer (Kurt Fellner) im Auftrag des Fremdenverkehrsamtes in der niederösterreichischen Provinz Gasthäuser auf die Einhaltung von Hygienebestimmungen. Mit ihm in der Hauptrolle als gescheiterter Privatdetektiv Simon Brenner feierten gleich vier Verfilmungen von Wolf-Haas-Romanen im Kino regen Zuspruch: “Komm, süßer Tod” (1998), “Silentium” (2004), “Der Knochenmann” (2009) und “Das ewige Leben” (2014). Eine weitere Krönung seines filmischen Schaffens: der Fernsehfilm “Aufschneider” von David Schalko (2009), zuletzt war Josef Hader in “Andrea lässt sich scheiden” (2024) im Kino zu sehen. Sein letztes Kabarett-Programm “Hader on Ice” feierte 2021 umjubelt Premiere und war monatelang ausverkauft: Hierin ist Hader nach wie vor als Paradeexempel des Typus “alter, weißer Mann”, der sich als trinkfreudiger Eremit gibt, auf der Bühne zu sehen.

Was macht aber Josef Hader, seinen Erfolg und seine prägende Wirkungskraft aus?

HADER unterwegs

Folgt man dem Passauer Fotografen Rudolf Klaffenböck, dann faszinieren ihn an Hader dessen inwändiges Spiel, seine Ruhe und Präsenz, seine fast beiläufige Gestik. Seit den Achtziger Jahren kennen die beiden sich, in den letzten sieben Jahren hat Klaffenböck Josef Hader dann bei Dreharbeiten, privat und bei Bühnenauftritten mit seiner Kamera begleitet - das Ergebnis erscheint nun unter dem Titel “HADER unterwegs” als Bildband mit einer Vielzahl an Portraits, passend zu Josef Hader in Grausstufen gehalten.

Mit der Satire ist es wie mit der Fotografie. In Schwarz-Weiß hält sie unendliche Nuancen bereit, unendliche Schattierungen von Grau und Grauen.

(Rudolf Klaffenböck)

Klaffenböck verbindet mit Hader einerseits gegenseitiger Respekt, für den jungen Hader war Klaffenböck ein Vorbild auf der Kabarettbühne: “Stoisch, mit einem Gesicht wie Buster Keaton, hat er seinem Publikum die irrwitzigsten Geschichten präsentiert.” Beide verbindet aber auch der ureigene Blick auf die Welt - und die Verarbeitung des Erlebten, es ist ein trockener, lakonischer Humor, der der Skurrilität und Absurdität im Alltäglichen nachspürt. Und so ist auch der Bildband geraten, der vieles, nur kein klassisches Star-Portrait ist, wie Josef Hader es gekonnt in Worte fasst: “Die Welt, wie sie ist, in ihrem schaurigen und mitunter auch unschuldigen Wahnsinn, das ist auch das Thema von Rudolf Klaffenböcks Fotografien. Es ist mir eine Ehre, als Objekt für seinen Blick auf die Welt zu dienen. In diesem Buch bin ich auf dem meisten Fotos, aber nur deshalb, damit das Buch einen Namen hat. Der Star dieser Bilder, das ist die Umgebung. Verschwenden Sie also keine unnötige Zeit um mich länger zu betrachten, schauen Sie lieber um mich herum. Dann haben Sie wirklich was davon!”

Die Bilder von Rudolf Klaffenböck verströmen Konzentration und Gelassenheit gleichermaßen und zeichnen - mit 67 Abbildungen auf 144 Seiten - ein facettenreiches Bild einer Persönlichkeit, die selbst über die Grenzen Österreichs hinaus Kultstatus genießt. Das Buch ist ab 3. Februar im Buchhandel erhältlich.


Live-Termine


Josef Hader

laufend | in Wien, Saalfelden, Villach, Salzburg und St. Pölten ("Hader On Ice")
08. April 2025 | Wien, Konzerthaus ("Rausch!" mit Yvonne Gesler und David Steffens)
24. April 2025 | Wien, Globe ("Humor tut gut" mit Konstantin Wecker)
25. April 2025 | Wien, Globe ("Lieder meines Lebens" mit Konstantin Wecker)
26. Oktober 2025 | Wien, Stadtsaal ("Lachen hilft!" mit Austrofred, Romeo Kaltenbrunner und Anna Mabo)


Infos auf dem Stand vom 27.01.2025  

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