Bild: Suhrkamp
Am 7. Februar (20 Uhr) feiert Autorin Julia Jost die Buchpremiere von „Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht“ mit einer Lesung in der Roten Bar des Wiener Volkstheaters. Gemeinsam mit Volkstheater-Ensemblemitglied Anke Zillich präsentiert sie ihr am 12. Februar im Suhrkamp Verlag erscheinendes Debüt.
Jost schildert in ihrem Roman das Aufwachsen in einer archaischen Bergwelt zwischen Stammtisch und Beichtstuhl. Wie überlebt man hier als querstehendes Kind, das sich der vorgegebenen Ordnung widersetzt? Ein Coming of Age Roman über eine tiefgehende Freundschaft, die Hoffnung auf ein bürgerliches Leben und die Offenbarung von Ängsten und Geheimnissen, die in tiefe Abgründe blicken lassen.
Es ist das Jahr 1994. In einem Kärntner Dorf am Fuß der Karawanken sitzt die Erzählerin unter einem Lkw und beobachtet die Welt und die Menschen knieabwärts. Sie ist elf Jahre alt und spielt Verstecken mit ihrer Freundin Luca aus Bosnien. Zum letzten Mal, denn die Familie zieht um. Der Hof ist zu klein geworden für den Ehrgeiz der Mutter, die ausschließlich eines im Kopf hat – bürgerlich werden! Nach und nach treffen immer mehr Nachbarsleute ein, um beim Umzug zu helfen, und das Kind in seinem Versteck beginnt zu erzählen: von seiner Angst, im Katzlteich ertränkt zu werden, weil es kurze Haare hat. Weil es Bubenjeans trägt. Weil es heimlich in Luca verliebt ist. Dabei ist sie nicht die Einzige, die etwas verbergen muss. Sie kennt Geschichten über die Ankommenden, die in tiefe Abgründe blicken lassen und doch auch Mitgefühl wecken.
Julia Jost wurde 1982 in St. Veit an der Glan (Kärnten) geboren und studierte Philosophie, Bildhauerei und Theaterregie. Sie arbeitete als Regisseurin und Dramaturgin in der freien Szene sowie unter anderem am Thalia Theater Hamburg. Im Jahr 2019 wurde sie für einen Auszug aus „Wo der spitzeste Zahn der Karawanken in den Himmel hinauf fletscht“ mit dem Kelag-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet.
Darüber hinaus zeichnet Julia Jost für den Text von Luk Percevals Inszenierung „Rom“ verantwortlich, die am 20. April am Volkstheater Premiere feiert. Regisseur Perceval nimmt 25 Jahre nach seinen spektakulären „Schlachten!“, dem legendären zwölfstündigen „Shakespeare-Wahnsinn“ (Die Zeit) bei den Salzburger Festspielen ein neues, monumentales Shakespeare-Unterfangen in Angriff: Die Römischen Tragödien Shakespeares verschmolzen zu einem famosen und vielschichtigen Werk.