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Konzerte

King Diamond: Pflichtprogramm für Metallica- und Volbeat-Fans

30.06.2025 von Stefan Baumgartner

King Diamond sowie die Vorgängerband Mercyful Fate sind absolute Legenden im Heavy Metal, verehrt von Ikonen wie Metallica, Volbeat und vielen anderen. Bisher waren sie nur ein einziges Mal (!) in Österreich live zu Gast, 1999 am burgenländischen Rock In Allhau-Festival. Nun kommt King Diamond bereits in wenigen Tagen endlich wieder nach Österreich, und zwar ins Open-Air-Areal der Arena!

Früher, als der Spotify-Algorithmus noch nicht laufend neue Musiker*innen empfahl oder TikTok-Sounds Künstler*innen viral gingen ließen, hat man Bands weitestgehend dadurch kennengelernt, dass einem schon bekannte Bands Lieder gecovert haben, Lieder von Musiker*innen, die sie beeinflusst haben. Besonders aktiv waren da schon immer die heutigen Heavy-Metal-Legenden Metallica, die bereits bei ihrem ersten Konzert am 14. März 1982 im kalifornischen Anaheim gleich sieben (!) Coversongs in ihrer nur neun Lieder langen Setlist hatten, nämlich “Blitzkrieg” von Blitzkrieg, “Let It Loose” von Savage, “Killing Time” von Sweet Savage und “Helpless”, “Sucking My Love”, “Am I Evil?” und “The Prince” von Diamond Head. Viele von den Liedern begleiten Metallica bis heute - sowohl bei ihren Live-Konzerten, aber auch auf ihren zwei Cover-Alben, die sie bisher veröffentlicht haben: “The $5.98 E.P. - Garage Days Re-Revisited” von 1987 und “Garage Inc.” von 1998.

Treibende Kraft dahinter, immer wieder Coversongs im Programm zu haben, ist wie so oft Schlagzeuger Lars Ulrich; Er ist bei Metallica der vielleicht größte Musik-Nerd und bereits seit seiner Jugend absolut musikbegeistert: Noch minderjährig begleitete er 1980 und allein (!) eine seiner Lieblingsbands, Diamond Head, auf Tour durch England und traf damals sogar zufällig auf Lemmy Kilmister von Motörhead. Etwas später, als Metallica in Kopenhagen gerade ihr zweites Album “Ride the Lightning” (1984) aufnahmen, trafen sie auf King Diamond: Sein Musik-Equipment ist vereinzelt am Album zu hören!

Auf “Garage Inc.” war dann neben Klassikern von Motörhead, Lynyrd Skynyrd (live am 8. Juli in St. Pölten!) und Black Sabbath auch “Mercyful Fate” von Mercyful Fate zu hören, ein Medley aus den Liedern “Satan's Fall”, “Curse of the Pharaohs”, “A Corpse without Soul”, “Into the Coven” und “Evil”. Bis auf “A Corpse Without Soul” (von der 1982er-EP “Mercyful Fate”) stammen alle anderen Lieder von Mercyful Fates Debütalbum “Melissa” (1983). Achtmal haben Metallica dieses Medley auch live gespielt - davon dreimal sogar zusammen mit King Diamond selbst, 1999 in Italien, 2008 in Texas und 2011 in Kalifornien.

Aber: Wer ist nun dieser "King Diamond"?

Mit seinem ikonischen Make-Up (Alice Cooper- und Ghost-Fans wissen Bescheid!), seinem unverwechselbaren Falsettgesang und seiner absolut abgedrehten Bühnenshow ist die Okkult-Metal-Legende King Diamond ein echtes Unikat - und zwar nicht nur für eben Lars Ulrich, sondern auch Post Malone, Volbeat (für sie sang er “Room 24” auf “Outlaw Gentleman & Shady Ladies” ein) und sogar Hollywood-Star Jason Mewes ("Jay And Silent Bob") sind erklärte Fans. Hinter der Figur King Diamond steht der 1956 im dänischen Kopenhagen geborene Kim Bendix Petersen.

Die Anfänge: geprägt von Alice Cooper

Nachdem Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath schon früh seine Musikleidenschaft beflügelten, begann seine musikalische Karriere 1973 als Gitarrist bei Brainstorm - und bereits damals trat er schon in seinem Make-Up auf, wozu ihn Alice Coopers “Welcome to My Nightmare” inspiriert hatte. Und bereits damals nannte er sich schon King Diamond. Fünf Jahre später wechselte er zu Black Rose - wurde dort jedoch als Sänger und nicht als Gitarrist verpflichtet: Nachdem er kein gelernter Sänger war, passierte ihm sein heute ikonischer Falsettgesang dort zufällig, kam aber vor allem live gut an. Auch bei Black Rose blieb Alice Cooper das größte Vorbild von King Diamond: Er ließ sich in einem Rollstuhl sitzend und in einer Zwangsjacke von “Krankenpflegern” auf die Bühne fahren, außerdem wurden immer wieder Requisiten wie Schweinsköpfe und eine mit Eingeweiden gefüllte Puppe verwendet, die King Diamond ausweidete und den Blutgatsch hierauf ins Publikum warf. Außerdem nutzte er seine Erfahrungen als Laborant und ließ auf der Bühne immer irgendetwas hochgehen.

Anfang der Achtziger traf er dann auf Hank Shermann und Michael Denner, mit denen er gemeinsam Mercyful Fate gründete - und seine bisherigen Bühnenexzesse auf die Spitze trieb: Explodierende Nonnen (!) und brennende Kreuze prägten seit Anbeginn die Shows von Mercyful Fate - bevor interne Streitigkeiten nach nur einer EP ("The Beginning") und zwei Alben ("Melissa" und “Don't Break the Oath”) 1985 das vorerstige Aus bedeuteten.

King Diamond und der Teufel höchstpersönlich

Nach dem Ende von Mercyful Fate machte King Diamond unter seinem Namen weiter - als Schlagzeuger niemand geringerer als Mikkey Dee, der später bei Motörhead und schließlich den Scorpions spielen würde! An seiner ureigenen Stilistik sollte sich damit jedoch nur wenig ändern - die Theatralik behielt er sich bei und schuf in den Folgejahren heute so ikonische Alben wie “Abigail” (1987) und “Them” (1988).

Bei einem seiner Auftritte in San Francisco wurde King Diamond damals von einigen Hexen eingeladen, den Church-of-Satan-Gründer und Autor der “Satanischen Bibel”, Anton Szandor LaVey zu treffen: Er verbrachte die ganze Nacht gemeinsam mit LaVey in der Ritualkammer der Kirche und tauschte sich mit ihm über Satanismus aus. LaVey schenkte ihm an dem Abend sogar sein eigenes Baphomet-Siegel, und King Diamond ging in Folge gar einige Male mit LaVeys Tochter Zeena aus!

Doppeltes Spiel: King Diamond und Mercyful Fate

Mitte der Neunziger fanden Mercyful Fate dann wieder zusammen - und King Diamond spielt seitdem doppeltes Spiel: Seit Jahren arbeiten Mercyful Fate an einem neuen Album, dem “9”-Nachfolger aus dem Jahre 1999. Zuletzt erschien 2022 mit “The Jackal of Salzburg" sogar eine Single mit Österreich-Bezug: In ihr dreht es sich um die so genannten “Zauberbubenprozesse”; Zwischen 1675 und 1690 ließ der Erzbischof Max Gandolf von Kuenburg in der Erzdiözese Salzburg über 150 Personen wegen angeblicher Zauberei und Hexerei hinrichten, ein Großteil von ihnen waren Kinder und Jugendliche. Allerdings muss man sich auf ein fertiges Album - sechs bis sieben Songs sollen schon geschrieben sein - noch gedulden: King Diamond möchte sein eigenes, neues Album noch vorher veröffentlichen.

Zuletzt erschienen vergangenes Jahr zwei neue Songs von King Diamond, “Spider Lilly” (gemeinsam mit Myrkur!) und “Electro Therapy”, die Teil des neuen King-Diamond-Albums “Saint Lucifer's Hospital 1920” sein werden, das allerdings auch erst Anfang 2026 erscheinen soll - aber dafür der erste Teil einer “Horror”-Triolgie sein wird. Demnächst soll noch die Single “Lobotomy” veröffentlicht werden, die vielleicht schon diese Woche in der Arena zu hören sein könnte: Ein Rollstuhl als Requisite ist dafür angeblich bereits vorbereitet.

Wer im Netz über Eindrücke von seinen letzten Konzerten in der Schweiz und Deutschland gestolpert ist, weiß jedoch zumindest, was uns in der Arena erwarten wird; King Diamond wird sich da auf der großen open-Air-Bühne auf Treppen und Balustraden austoben, während - wie gewohnt - an Showeffekten nicht gespart wird: Wenn er vom Teufel, von Bessessenheit, Hexerei und allerlei dunklem Schabernack singt, durchqueren sanatoriumsreife Darsteller die Szenerie, töten Puppen oder verfallen in spastische Zuckungen. Aber nein: Songs von Mercyful Fate wird es nicht geben, King Diamond arbeitet sich quer durch seine eigenen Alben - das dafür mit einer (auch gesanglichen) Intensität, die seinesgleichen sucht!

Der Zeitplan für den Abend steht auch schon:
18:00 Uhr - Doors
19:30 Uhr - Roadwolf (breitbeiniger Hard Rock aus Österreich - für AC/DC-Fans ein wahres Highlight!)
20:15 Uhr - Unto Others (amerikanischer Gothic Rock, der an Paradise Lost und Type O Negative denken lässt)
21:30 Uhr - King Diamond


Live-Termine


King Diamond

06. Juli 2025 | Wien, Arena Open Air


Infos auf dem Stand vom 30.06.2025  

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