Bild: oeticket / Cherie Hansson
Nach seinem Foto mit Rammstein-Sänger Till Lindemann widmet sich Yungblud wieder seinen “Idolen”: Sein letztjähriges Meisterwerk "Idols" war von Anfang an als Doppelalbum ausgerichtet: Nun gibt es endlich den zweiten Teil!
Vergangenes Jahr war Yungblud in aller Munde: Sein Album “Idols” wurde vielerorts als wahres Meisterwerk einer zeitgemäßen Rockmusik abgefeiert, kein Wunder, dass er da sogar im Rahmen der Feierleichkeiten zum Abschiedskonzert von Ozzy Osbourne und Black Sabbath in Birmingham auf der Bühne stand - und mit seinem “Changes”-Cover sogar von Altrockern Applaus einheimsen konnte. Der Auftritt brachte ihn auch in Kontakt mit Steven Tyler und Joe Perry von Aerosmith: Gemeinsam veröffentlichte man Ende November die EP “One More Time”, mit neuen Songs und einer Neuaufnahme des Aerosmith-Klassikers “Back In The Saddle”.
Kein Wunder, dass da wirklich jeder wissen wollte, wer Yungblud eigentlich ist: Obwohl “Idols” sein bereits viertes Album war, galt er bisher noch als Geheimtipp. Hinter die Kulissen blicken konnte man da in der Doku “Are You Ready, Boy?”, die überall im Kino lief: Dominic Harrison, wie Yungblud bürgerlich heißt, lud da über zwei Stunden hinweg in die legendären Hansa Studios in Berlin - dorthin, wo zuvor auch David Bowie und U2 dereinst Musik aufnahmen. In den Studios spielte er nicht nur sein Album “Idols” in voller Länge live, sondern zeigte sich auch - wie am Album selbst - von seiner persönlichsten Seite: Der Film ist nicht immer einfach zu sehen, so wie er da vor laufender Kamera seine Seele entblößt: Diese Konzert-Doku ist aufrüttelnd und insgesamt recht weit weg von eher herkömmlichen Rockumentaries.
Kein Wunder, dass im vergangenen Oktober auch seine große “Idols”-Präsentation live in der Wiener Stadthalle bis auf den letzten Platz ausverkauft war: Der “neue Rock'n'Roll-Heiland”, wie ihn so manche Presse nannte, bewies da in einer schweißtreibenden, 100 Minuten dauernden Show, dass er seinem derzeitigen Hype mehr als gerecht wird - und nicht nur sein “Kuscheln” mit etablierten Rock-Legenden seine Prominenz quer über den Erdball anfeuert.
Da wollen sogar Legenden mit ihm ein Foto machen - und nicht umgekehrt; Bei seinem Australien-Besuch zu Anfang des Jahres passte ihn da Till Lindemann, skandalumwitterter Sänger von Rammstein, in Perth ab und schoss ein gemeinsames Foto, das sich hierauf in den Sozialen Medien rasch verbreitete: Auf der einen Seite der Typ, der zuletzt weniger mit seiner martialischen Marschmusik, sondern mit Vergewaltigungsvorwürfen von sich reden machte - und auf der anderen Seite der Typ, der sich linksliberal, gefühlvoll und offen für die queere Community zeigt, wie geht das zusammen? Auch wenn sämtliche Anklangen - Stichwort “Row Zero” - gegen Lindemann mittlerweile fallen gelassen worden sind, die Ermittlungen im Sand verlaufen sind: Die Bubble von Yungblud zeigte sich maßlos enttäuscht, dass ihr Idol da kleine klare Kante zeigte.
Natürlich hatte sich Yungblud sogleich bei seinen Fans entschuldigt - ihm sei nicht bewusst gewesen, dass Lindemann nicht nur auf der Bühne ein “heißes Eisen” sei. Man mag ihm glauben oder auch nicht - ob er bei seiner Bubble auch auf längere Sicht Sympathien eingebüßt hat, das wird nun der Erfolg vom zweiten Teil seiner “Idols”-Platte zeigen, die gestern Nacht angekündigt wurde.
“Let’s finish the story: IDOLS II. Out Friday”, heißt es da kurz und knapp - aber damit ist auch (fast) alles gesagt, was man wissen muss: Bereits morgen erscheinen also unter dem Titel “Idols II” neue Songs von Yungblud - bereits bekannt ist seine Kollaboration mit The Smashing Pumpkins, nämlich mit deren Klassiker “Zombie”. Neben "Zombie" erwarten uns noch sechs weitere neue Songs - darunter auch eine Fortsetzung von “War”, ganz simpel mit “War II” betitelt. Die volle Tracklist liest sich wie folgt:
01. I Need You (To Make The World Seem Fine)
02. The Postman
03. Zombie (feat. The Smashing Pumpkins)
04. Time
05. War Pt. II
06. Blueberry Hill
07. Suburban Requiem
Fans können sich entscheiden, ob sie nach “Idols I” die neuen Songs als “Idols II” für sich alleinstehend erstehen, oder ob sie die “komplette” “Idols”-Sammlung auf Doppel-Vinyl oder CD (auch im Bundle mit Sweater) kaufen.
Aktuell gibt es leider keine Infos, ob Yungblud mit seinen neuen Songs im Gepäck seine “Idols”-Erzählung auch in Österreich live abschließen wird. Dafür gibt es spannende Gerüchte: Bekanntlich hat Yungblud in England - in Milton, nördlich von Cambridge - sein eigenes Festival, das Bludfest: Dort spielen seit 2024 alljährlich im Sommer Bands, die Yungblud selbst geil findet, die aber (zumeist) gerade erst am Kommen sind - der perfekte Boden also, um auch für sich selbst neue Bands zu entdecken, wäre da nicht der Flug auf die Insel, ETA-Mühsal inklusive!
Aber angeblich steht für Yungblud im Raum, das Bludfest auch aufs europäische Festland zu bringen: Hamburg und Paris sind im Gespräch, aber vorerst könnte es bereits dieses Jahr in der tschechischen Hauptstadt Prag stattfinden! Aber was macht das Festival neben den Bands so spannend? Yungblud kritisiert seit Langem die aus seiner Sicht überhöhten Ticketpreise großer Musikveranstaltungen und setzt die Preise für sein eigenes Festival bewusst niedrig an. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten: Von Wien aus ist man mit der Bahn ratzfatz in nur vier Stunden in Prag!