Bild: Mert Alas
Diese Woche ist auf Spotify wieder viel passiert und unsere HEADLINER-Playlist ist um ein paar Songs stärker! Wie jede Woche haben wir uns durch ganz viel neue Musik durchgehört und haben für euch das Beste herauskristallisiert und schön kompakt zusammengefasst, damit ihr die beste Musik immer auf eurem Handy dabeihabt! Ein paar ganz besondere Highlights aus der Spotify-Liste möchte ich aber gleich noch extra hervorheben: Denn es ist noch viel mehr passiert, als dass heute mit “Bass Persuades” das neue Album von Miley Cyrus erschienen ist - die dafür ihren Nachnamen ganz im Stile von Madonna fallen gelassen hat!
Auch wenn mich ihr letztes Album “Something Beautiful” etwas ratlos zurückgelassen hat und ich immer noch der Meinung bin, dass Miley Cyrus nie so gut wie auf ihren reduzierten, country-esken “Backyard Sessions” ("Jolene"!!!!) klang, so ist ihr neues Album tatsächlich gut geraten - und schafft die Grätsche zwischen "effizientem" Pop, pulsierenden Electro-Club-Momenten und radikal reduzierte Balladen. Man könnte fast sagen, dass innert dieser 10 Songs all die zahlreichen Mileys, die wir über die Jahre hinweg kennenlernen durften, versammelt werden. Ihre Stimme, die in einem Moment verführerisch und ungehemmt klingen kann und wenige Minuten später vollkommen verletzlich, bleibt der rote Faden, der alles zusammenhält. Miley selbst hat den Titel damit erklärt, dass Musik uns körperlich packt - Musik, die wir fühlen, mitsingen und zu der wir uns bewegen, aber auch Musik, die die ganze Bandbreite der Gefühle zwischen Liebe und Herzschmerz in sich trägt. “Bass Persuades” funktioniert tatsächlich genau so.
Ein paar Highlights möchte ich besonders hervorheben: Der zweite Song, “Different Religion” - mit dem besten Intro in Mileys Geschichte und mit dem knurrenden Gesang von “Diva” Cole Haden von Model/Actriz - katapultierte mich direkt zurück in eine meiner liebsten Lana-Del-Rey-Phasen, irgendwo zwischen “Off To The Races” und “Diet Mountain Dew” besitzt der Song etwas Sexyes, aber auch Gefährliches. “Redlights” stolziert über meinen Hammer, Amboss und Steigbügel, als könnte er der nächste “Flowers”-Hit werden: getragen von einem entspannten Slow-Disco-Groove und wallenden 70er-Jahre-Streichern - genau wie der unverwüstliche Pop-Hit von vor drei Jahren. Und “Orbit” ist eine Piano-Ballade mit Mileys vielleicht stärkstem, dabei aber auch verletzlichsten Gesang seit Jahren: ein intensiver Song mit unglaublich emotionaler Fallhöhe! “Snow” erinnert mich ein bisserl an Depeche Mode, “Neon Signs” an ABBA - und mit “Let's Get Married” hat Miley auch einen wahren Hit geschrieben! Diese entrückte Verträumtheit ist einfach nur zauberhaft - insbesondere, wenn man sich das glamouröse Schwarz-Weiß-Video (natürlich inklusive viel nackter Haut) dazu anschaut!
Seelische Gesundheit - ein ur wichtiges Thema. Und vermutlich kennen wir alle die Momente, wo wir nach außen hin ganz fröhlich gestimmt sind, damit ja niemand fragt, wie es wirklich geht. Genau darum dreht sich auch die neue Single von Ness: Gemeinsam mit Montez gibt sie auf “Stille Kämpfe” den Gefühlen eine Stimme, die im Alltag zu oft untergehen oder gar bewusst weggedrückt werden - und macht damit Mut, Verletzlichkeit auch offen zu zeigen. Schreit es auch mal hinaus!
In zwei Monaten dürfen wir uns am neuen Album “Frieden” von Sido erfreuen, bereits bekannt ist die erste Single “ISSO” und seit heute gibt's mit “WOKE” Nachschlag. Aber Achtung, wer jetzt augenrollt und hofft, nicht schon wieder von einem Künstler erklärt zu bekommen, was wir in der Gesellschaft richtig oder falsch machen, der befindet sich auf falscher Fährte! Denn “WOKE” mag zwar triggern, aber um Wokeness geht's bei Sido gar nicht. Uff!
Vermutlich hat jede*r von uns ein Guilty Pleasure - sei es eine angeschmachtete Boyband aus der Jugend, David Hasselhoff (!!!!) oder schnulzigen Schlager, den man manchmal unter der Dusche summt. Ich gestehe, meins ist Matthias Reim - Stichwort “Verdammt, ich lieb' dich”. Umso größer die Freude, dass heute mit “Flashback” sein neues Album erschienen ist, auf dem nicht nur einer seiner ersten Songs zu hören ist, sondern das tatsächlich wie eine Zeitreise wirkt …
“Das Leben ist ein Arschloch” von Alexander Eder ist für ihn ein extrem persönlicher Song, nämlich für seinen besten Freund. Denn dieser ist einer dieser Pechvögel, die einen Schicksalsschlag nach dem anderen ertragen müssen - aber ihr Lächeln dabei nie verlieren. Für viele ist das absolut unvorstellbar, und auch Alexander bewundert diese Kraft, wenn ein Mensch immer wieder aufsteht, egal, welche Steine das Leben in den Weg legt. Was für eine Inspiration!
Die Zwillingsbruder Jan und Josef, auch bekannt als das Indie-Folk-Duo Amistat, beschenken uns mit ihrer neuen EP “Everything In Between”. Da gibt es sanfte Gitarren, Piano und Percussion, sowie Texte, die sich den Menschen zuwenden, bei denen man sich geborgen fühlt - insbesondere, wenn Gefühlsausbrüche durchrütteln. Hervorheben möchte ich da “seven days a week”, eine Geschichte aus ihrer Kindheit, als ihr Vater bei einem Motorradunfall beinah das Leben verloren hätte …
Teddy Swims hat offenbar genug davon, perfekt sein zu wollen. In seiner neuesten Single “Perfect Man” beschäftigt er sich mit dem ziemlich menschlichen Gefühl, den eigenen Ansprüchen ständig hinterherzurennen. “Es gibt keinen perfekten Mann”, singt er und meint damit nicht nur eine Beziehung, sondern auch seine Rolle als Partner und Vater. Entstanden ist der Song nach der Geburt seines Sohnes und damit in einer Phase, in der Swims offenbar einiges über sich selbst gelernt hat.