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Kultur

Otto Waalkes denkt Alte und Junge Meister neu

03.06.2026 von Stefan Baumgartner

Zum 250-jährigen Jubiläum der Albertina setzt der ostfriesische Spaßvogel Otto Waalkes Kunst in einen neuen Kontext - etwa, wenn sein Ottifant Dürers Rasenstück mäht.

Otto Waalkes haben Kinder der Achtziger und Neunziger in erster Linie durch seine "OTTO"-Filme kennen und lieben gelernt: Absurde Komödien, in denen Springböcke durch Zementblöcke vom Springen abgehalten werden sollten, Katzen suizidgefährdet waren und ein Hochgeschwindigkeitszug Friesland durchpflügen sollte. Sein Humor beruht auf Wortspielen, ulkigen Geräuschen und natürlich seiner absonderlichen Körpersprache - ein Gesamtkunstwerk, das auf den ersten Blick etwas dödelig wirken mag, bei näherer Betrachtung aber immer Zeit- und Gesellschaftskritik atmet.

Nebenbei veröffentlichte Otto auch Bücher und Alben - viele seiner Sketche, Lieder und Reime gehören heute längst zum kollektiven Gedächtnis und sind Kulturgut geworden, das im deutschsprachigen Raum auswendig zitiert werden kann. Und natürlich kennt auch jede*r seine bekannteste Comicfigur, den Ottofanten: Die zunächst nur für die Schallplattencover von Otto genutzte Figur entwickelte sich zu einer eigenständigen Comicstripfigur mit Familienanhang, deren Geschichten in diversen Zeitungen sowie in Büchern veröffentlicht wurden - und in den Neunzigern auch in der Zeichentrickserie “Ottos Ottifanten” auf RTL nacherzählt wurde.

Dabei entstand die Kultfigur aus Zufall: “Er ist das Ergebnis eines missglückten Versuchs eines Selbstporträts.”

Dabei ist Otto kein Blödler allein: Während seiner Zeit in der Künstler-WG mit unter anderem Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen studierte Otto Waalkes an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei niemand Geringerem als dem Wiener Phantastischen Realisten Rudolf Hausner - er kennt sich also mit Kunst und Kunstgeschichte tatsächlich aus.

Es ist somit eine überraschend frische, aber auch nicht vollkommen aus der Luft gegriffene Idee, dass ihm nun gewissermaßen der Schlüssel für die ehrwürdige Albertina übergeben wurde: Die ehrwürdige Wiener Albertina und ihre Sammlung faszinieren ihn seit jeher und nun hat er mit einer Intervention in den Habsburgischen Prunkräumen des Hauses sein Ziel erreicht, wurde er doch zum 250-jährigen Jubiläum eingeladen, ausgewählte Meisterwerke der Sammlung neu zu sehen und kommentieren - natürlich nicht ohne Augenzwinkern.

So bekommt Egon Schieles Schwägerin Adele unverhofft ein neues Schoßtier, und der geschäftige Ottifant rückt dem berühmten Rasenstück des Nürnberger Meisters Dürer gefährlich nahe, weil er ist mit dem Rasenmäher zugange. Dann wiederum tänzelt selbiger bei Jean Baptiste Greuze fröhlich am Tisch. Besonders bemerkenswert: Otto Waalkes beschäftigte sich im Vorfeld mit den Tecniken und dem Papier der Originale, um auch wirklich trefflich nachzuahmen.

Bilder: Albertina Wien / Otto Waalkes

Während Otto Waalkes “Intervention” in der Albertina ab heute (3. Juni) bis 10. Jänner 2027 zu sehen ist, kommt er auch musizierend wieder nach Österreich: Zuletzt sah man ihn etwa mit seinen Friesenjungs am Nova Rock Festival und bei der großen Sause von Seiler & Speer im Happel-Stadion. Diesen Herbst hat er sich für den 17. September für die Brunner Wiesn angekündigt, im Vorprogramm spielender Rock'n'Roller Pete Art und die legendäre Coverband Monti Beton mit Kicker-Legende Hans Krankl auf.

Übrigens: Auch Ottos musikalisches Schaffen zieht weite Kreise - so haben Ski Aggu (live am FM4 Frequency) und Joost Klein (im Juni im Gasometer) 2023 sein “Friesenjung” - eine Neuinterpretation von “Englishman in New York” von Sting (im Juni in Zagreb und Pula) - sogar gecovert!


Live-Termine


Otto und die Friesenjungs

17. September 2026 | Brunn am Gebirge, Brunner Wiesn
mit Monti Beton & Hans Krankl, Pete Art


Infos auf dem Stand vom 03.06.2026  

Tickets Otto und die Friesenjungs
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