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Made in Austria

Singlepremiere: Filiah "Atlas"

17.01.2025 von Stefan Baumgartner

Filiah stammt ursprünglich aus der niederösterreichischen Provinz, wo ihr Sound, den sie selbst als „Indie-Folk mit einem glitzernden Funkeln von Pop“ beschreibt, sich anhand vieler Vorbilder entwickelte. Von einer musikbegeisterten, alleinerziehenden Mutter großgezogen, zählen zu ihren frühesten Erinnerungen lange Autofahrten zu Schule, bei denen laut gemeinsam zu deren geschmackvoller Plattensammlung gesungen wurde - von Fleetwood Mac bis Diana Krall, von Buena Vista Social Club bis David Bowie. Heute sagt man ihrem Sound eine emotionale Nähe zu Künstlerinnen wie Lizzy McAlpine, Maggie Rogers oder Orla Gartland nach. Mit ihrer Musik möchte Filiah ein Gefühl von Verständnis und Ermächtigung erzeugen, die durchaus auch in ihren musikalischen Einflüssen zu finden sein mag. Sie schreibt Songs, die sich anfühlen wie „ein kleines Zuhause, in dem man verstanden und umsorgt wird“.

Nach ihrem 2022 selbst veröffentlichten  Debütalbum „For Someone“ fand sich Filiah in einem enervierenden Kreislauf des Selbstmanagements gefangen. Von der Organisation eigener Konzerte bis zum Dasein als ihre eigene Pressesprecherin führte die Last, all diese Rollen zu übernehmen, schließlich zur Vollbremsung für jedweden kreativen Geist und endete in Selbstzweifel und einer totalen Schreibblockade. Ihre neue Single "Atlas" ist ihre künstlerische Wiedergeburt.

Der Wendepunkt kam unerwartet an der kroatischen Küste, wohin sie das offene Künstlerkollektiv welovemelodies zu einem Songwriting-Retreat einlud. „Bevor ich ‚Atlas‘ schrieb, hatte ich eine zweijährige Pause von meiner eigenen Musik“, verrät Filiah. „Ich fühlte mich emotional und körperlich erschöpft, ausgebrannt und durchlebte viele Veränderungen und Herausforderungen in meinem Privatleben.“ Umgeben von anderen Künstler*innen aber fand Filiah ihre Stimme wieder. Das Ergebnis ist „Atlas“ – eine geradezu meisterhafte Übung in der Übersetzung dieses Schmerz in Poesie. Hier holt ihr kraftvoller Gesang das vermeintliche Indie-Folk-Arrangement in energetische Höhen, während Filiah ausgerechnet das laut aus- und anspricht, was sie zum Schweigen gebracht hat. Der Song schafft dabei das erstaunliche Künststück eines Gleichgewichts aus Verletzlichkeit und Stärke, bei dem die Schreibblockade sowohl zum Thema als auch zum besiegten Feind wird. Indem sie über das schreibt, was sie vom Schreiben abhielt, hat Filiah nicht nur ihr Schweigen gebrochen – sie hat es in etwas Schönes verwandelt.


Live-Termine


Filiah

22. Februar 2025 | Wiener Neustadt, Triebwerk
28. Februar 2025 | Wien, Kramladen


Infos auf dem Stand vom 17.01.2025  

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