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Konzerte

Tash Sultana kehrt zu den Wurzeln zurück

01.09.2025 von Stefan Baumgartner

Mit der neuen EP “Return to the Roots” im Gepäck wagt die australische Multi-Instrumentalist*in Tash Sultana nach umjubelten und ausverkauften Konzerten in der Wiener Arena nun den Sprung in die Wiener Stadthalle!

Gitarre, Bass, Keyboard, Piano, Schlagzeug, Trompete, Saxofon, Mandoline, Flöte, sogar eine orientalische Oud – es gibt kein Instrument, das Tash Sultana nicht bedienen kann. Die volle Palette des reichhaltigen Instrumentariums nahm Tash Sultana bereits mehrmals von der Heimat Australien aus mit nach Wien, unterhielt stets im rappelvollen Open-Air-Areal der Wiener Arena sowohl solo als auch mit Bandbegleitung abendfüllend die Massen.

Der von Anbeginn euphorische Zuspruch des sonst gern auch mal zögerlich-verhaltenen österreichischen Publikums liegt aber nicht nur an der beeindruckenden Bandbreite an Instrumenten, sondern vielmehr an Tash Sultana selbst: Sultana steht für Freiheit, Grenzenlosigkeit und Selbstermächtigung - allesamt wichtige Schlagwörter heutzutage. Und zwar nicht nur bei den Instrumenten, sondern auch bei der musikalischen Stilverwertung, die von Soul, Blues und Reggae über Hip-Hop, Psychedelic Rock und Pop bis hin zu R&B, Dub und Electro-Einflüssen alles mitnimmt, was das große Areal der Populärmusik so hergibt.

Tash Sultana 2023 in der Arena. Bilder: Cherie Hansson

Von den Straßen Melbournes in die weite Welt

Ende der Neunziger wuchs Sultana in der australischen Metropole Melbourne auf und bekam bereits im Alter von drei Jahren vom Großvater die erste Gitarre geschenkt. Die zart knospende Liebe zur Musik entwickelte sich zu einer positiven Form von Besessenheit. Mit 13 ist Sultana bereits sechsmal die Woche bei Open-Mic-Nächten im Großraum von Victoria aktiv. Nach Abschluss der High School verdingt sich Sultana bei Straßenauftritten und verliert dabei nicht nur das Lampenfieber beim Performen vor fremden Menschen, sondern bringt sich auch die federleichte Selbstständigkeit bei, die sich fortan durch die komplette Karriere ziehen wird. Mit 17 bleibt Sultana nach dem Konsum von Magic Mushrooms fast dauerhaft auf den Pilzen hängen und findet erst mithilfe einer neunmonatigen Therapie und der Kraft der Musik wieder aus dem tiefen Strudel heraus. Als 2016 die Single “Jungle” erscheint und den weltweiten Durchbruch ermöglicht, hat Sultana bereits eine Plattenfirma und ein Management hinter sich vereinigt. Der Erfolg kommt in dieser Phase zwar extrem schnell, aber doch nicht mehr ganz so überraschend.

Das 2018 erschienene Debütalbum “Flow State” revolutioniert den DIY-Musikmarkt: Sultana eroberte darauf mit kunterbuntem Bedroom-Pop ohne Grenzen die ganze Welt und führte mit den zwischen psychedelischer Transzendenz und lebensbejahendem Optimismus mäandernden Songs zu einer Art musikalischen Wohlfühlinsel für eine Generation, die sich erst vom Tempo und den kapitalistischen Anforderungen des Lebens, dann auch noch von Pandemie, Kriegen und Inflation überrundet fühlt. Sultanas Musik ist handgemacht, naturverbunden, basisch und ehrlich. „Jeder meiner Songs ist anders produziert und führt in eine andere Klangwelt“, erzählte uns Sultana damals im Gespräch.

Nicht minder auch am Nachfolger “Terra Firma” aus dem Jahre 2021, eine “Momentanaufnahme der Pandemie”, wie Sultana erklärte. Das Album entstand größtenteils im eigenen Home-Studio während der COVID-19-Pandemie und soll eine Interpretation des Anbruchs einer neuen Zeit darstellen, einerseits für Sultana persönlich-künstlerisch aber auch weltweit aufgrund der die bisherige Normalität in Frage stellenden Pandemie. Dabei steht der Albumtitel symbolisch für die Erdkruste, als Gründung des eigenen Seins und Verbindungspunkt zu den fünf Elementen, auf die Sultana in der Struktur des Albums Bezug nimmt.

Back to the Roots

Und nun, wenige ereignisreiche Jahre später, gibt es von Tash Sultana mit der “Return to the Roots”-EP neue Musik: Es ist (erneut) der Beginn eines aufregenden neuen Kapitels, eine überraschend rohe und furchtlose EP mit sechs Titeln, die sich von Ruhm und Erwartungen befreit, um sich mit dem Kern der Kunst wieder zu verbinden. Soll heißen: Eine Rückkehr zu den frühen Loop-Tagen, verbunden mit einer nostalgischen Spontanität - jedoch gemischt mit einer gewissen Lebenserfahrung. “Return to the Roots” ist also nicht nur eine Reflexion, sondern eine kraftvolle Rückkehr zum Wesen von Sultana, ohne sich an Genres, Druck von Außen oder Konventionen zu binden. Dabei beschäftigt sich Tash Sultana in den Texten der EP mit Themen wie psychischer Gesundheit, Resilienz, Selbstfindung und der Kraft von Authentizität - allesamt Fragen, denen sich jede*r von uns heute laufend stellt.

In welcher Form und Besetzung Tash Sultana das “Return to the Roots”-Programm kommenden März in der Wiener Stadthalle D auf die Bühne zaubern wird, das ist noch nicht bekannt. Jedoch der Support: Jener kommt vom südafrikanisch-schweizerischen Songwriter (und Umweltaktivisten) Jeremy Loops, sowie vom Indie-Reggae-Quintett South Summit aus Perth in Australien.

Tickets für Tash Sultana gibt es ab Freitag, 05. September, um 11 Uhr!

Meldet euch gleich beim oeticket-Ticketalarm an, um rechtezitig informiert zu werden, sobald die Karten in Verkauf gehen!


Live-Termine


Tash Sultana - "Return to the Roots"

16. März 2026 | Wien, Wiener Stadthalle D


Infos auf dem Stand vom 01.09.2025  

Ticketalarm Tash Sultana
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