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Kultur

Theater im Park: die Highlights und Geheimtipps

01.12.2025 von Stefan Baumgartner

Wenn sich im Sommer die Theaterhäuser in die wohlverdiente Sommerpause verabschieden, musste man für lange Zeit in die Bundesländer reisen, um auch im Sommer Theatergenuss zu erleben. Seit Corona hat jedoch auch Wien ein Freilufttheater: Mit malerischem Ambiente und einem wohlfeil ausgesuchten Programm begeistert das Theater im Park 2026 in seiner bereits siebten Saison!

Wenn Corona auch etwas Gutes gebracht hat, dann ist nicht nur Home-Office, sondern auch das Theater im Park: Im Sommer 2020 präsentierten damals Michael Niavarani und Georg Hoanzl die jüngste - und vielleicht, nein: sicher! - eindrucksvollste Freiluftbühne im Herzen Wiens. Dabei ist das bei Gott keine Selbstverständlichkeit: Für das Theater im Park öffnete nämlich die Familie Schwarzenberg erstmals und exklusiv die Tore ihres wunderschönen Privatgartens für die Kultur!

In bereits sechs Spielserien zwischen Mai und September konnten bereits über eine dreiviertel Million (!) Besucher*innen unter dem Belvedere zwischen den eindrucksvollen Platanen in ein wohlfeil ausgesuchtes Programm zwischen Kabarett und Theater, Wienerlied und Weltmusik, Musical und Klassik, aber auch Literarischem eintauchen: "Als würde man in ein Fairytale reinspazieren. Beim Reinkommen fühlt es sich nicht an, als wäre man in Wien, es hat etwas Magisches”, schwärmte da zuletzt etwa das Pop-Duo Wiener Blond und Regisseurin und Musikerin Anna Mabo schoss begeistert nach: “Es ist eine einzigartige Atmosphäre, vor allem diese Bühne, die zwischen zwei Bäumen wächst. Man spürt, wie man quasi im Wald spielt!”

Soeben sind die ersten Veranstaltungen für die kommende Saison angekündigt worden - und mit knapp 100 Stück liegt da nicht nur erneut eine reichhaltige Alternative (oder Ergänzung) zum Programm etwa in Mörbisch ("Ein Käfig voller Narren, ab 16. Juli), im Steinbruch St. Margarethen ("Tosca", ab 15. Juli) oder auf der Rosenburg ("Sugar - Manche mögen's heiß", ab 20. Juni) vor, sondern vor allem auch die Qual der Wahl!

Wie viele Stunden hat eigentlich der Tag von Michael Niavarani? Er leitet das Kabarett Simpl, das Globe in St. Marx und das Theater im Park - und steht in allen der drei Locations auch selbst auf der Bühne! Und das nicht nur in einem Stück oder in zwei, sondern dieses Jahr gleich in drei, noch dazu an zahlreichen Abenden: Auch 2026 freuen wir uns auf seine Shakespeare-Bearbeitung “Sommernachtstraum”, auf seine göttlich-römische Komödie “Venus & Jupiter” (gemeinsam mit Otto Jaus) und sein Soloprogramm “Homo Idioticus 2.0”.

Auch in den Genuss von Falter-Chefredakteur Florian Klenk kommen wir mehrfach: Einerseits unterhält sich der Investigativ-Journalist mit Investigativ-Kabarettist Florian Scheuba am 29. August über die politische Realität unseres Landes, andererseits mit dem Rechtsmediziner Christian Reiter am 20. Juni über den perfekten Mord, Polizeiskandale und eingekochte Früchte.

Doppelt auf der Bühne findet sich auch Peter Filzmaier ein: Gemeinsam mit ZiB-Anchorman Armin Wolf erklärt er uns am 31. Mai die Welt der Politik, und weil er im Gegensatz zu Wolf auch noch sportbegeistert ist, gibt es am 12. Juli auch noch seine schönsten Sportgeschichten - und das mittendrin während der Fußball-WM!

Kulinarik-Fans kommen im Theater im Park ebenfalls mehrfach auf ihre Kosten: Am 5. September bringen Manuel Rubey & Simon Schwarz nämlich ihr Kabarettprogramm “Das Restaurant” auf die Bühne - ein Nobellokal mitten in der Provinz. Passend dazu - Schwarz lebt seit einigen Jahren überwiegend vegan, wie er uns im Interview erzählte - gibt es am 15. Juni live auf der Bühne den “Besser Leben”-Podcast mit der Fragestellung: “Ist Veganismus tot?”.

“Musicalisch” wird es am 19. Juni, wenn Mark Seibert - bekannt aus Stücken wie “Elisabeth”, “Tanz der Vampire”, “Mozart” und “Rebecca” - auch 2026 wie gewohnt einen Soloabend mit seiner Band geben wird. Mit im Gepäck hat er wieder einige der größten Musicalhits, die man von ihm kennt - sowie einige neue Nummern und namenhafte Special Guests der Wiener Musicalszene.

Gelacht wird unter den Platanen natürlich auch kommenden Sommer viel und herzhaft: Am 7. Juni bohrt nämlich Bodo Wartke in unser aller “Wunderpunkt” und bringt feinen Sprachwitz, überraschende Reimkultur und virtuoses Klavierspiel in seinem siebten Programm auf die Bühne - und damit auch die Absurditäten des Alltags, im doppelten Wortsinn verdichtet.

Eine Zeitreise kredenzt uns am 21. August der bärtigste Kabarettist mit Norwegerpulli: Benedikt Mitmannsgruber lässt in seinem neuen Programm “1996” umgeben von Wald, Kühen und Bauernhöfen die letzten Jahre Revue passieren - es ist eine Hommage an das Aufwachsen im Nirgendwo, einem Kaff nahe der tschechischen Grenze.

Am 20. Juni und am 22. August kann Gernot Kulis “nicht anders”: So der Titel seines neuen Comedy-Programms über den täglichen Kampf mit dem ultimativen Gegner, dem eigenen Leben. Aber natürlich nimmt Kulis das Leben wie nur er es kann - nämlich auf die Schaufel. Weil Konflikte löst man am besten mit Humor!

Am 17. Juli gehen wir mit Malarina gemeinsam auf “Trophäenraub”: Während sie sich gerade im wirklichen Leben mit Egisto Ott, der nicht “russischer Ex-Agent” genannt werden will, herumschlagen muss, schlägt sie sich in ihrem Programm mit dem Finanzamt und der Sozialversicherung, die absurde Geldbeträge von ihr wollen, herum …

Am 25., 26. und 27. Juni steht die Schweizer ESC-Moderatorin Hazel Brugger mit ihrem neuen Programm “Good Evening Europe” auf der Bühne und erzählt von der merkwürdigen Zwischenwelt zwischen Glanz und Gülle, Startsein und Supermarkt: Weil in ihrem Leben geht es nicht nur um Erfolg und Erwartungen - sondern auch um das Windelwechseln als Mutter!

Christoph Grissemann und Dirk Stermann zollen am 14. Juni Vicco von Bülow alias Loriot Tribut: „Das Ei ist hart!“ ist nach „Die Ente bleibt draußen!“ ihr zweites Leseprogramm mit bekannten und weniger bekannten dramatischen Texten des vielseitigen deutschen Humoristen – und vielleicht gibt’s auf der Bühne dann sogar mehr Lametta? 

Doch im Theater im Park wird es nicht nur lustig, theatralisch und musicalisch, sondern auch tatsächlich musikalisch: Am 29. Juni lädt nämlich die Schlagertherapie gemeinsam mit Tobias Moretti zu einer ganz besonderen Gemütsmassage! Da wird nämlich die Wirkung ausgesuchter Schlager analysiert und Seelenheil und Ruhe fürs Gemüt kredenzt!

Aber nicht nur der Schlager, sondern auch das Wienerlied zieht erneut ins Theater im Park ein: Der fantastische Ernst Molden, der uns erst zu Jahresanfang mit dem Remassuri (gemeinsam mit Ursula Strauss und André Heller) ein eigenes Wienerlied-Theater geschenkt hat, musiziert in zahlreichen Konstellationen an zahlreichen Abenden unter den Platanen! Da wäre etwa am 21. Juli ein Abend mit “Gaunerliedern”, den er gemeinsam mit Blues-Meister Hans Theessink zum Besten gibt. Oder am 28. Juni sein Zusammentreffen mit seiner Remassuri-Kollegin Ursula Strauss - es ist dies sein neuestes musikalisches Projekt, das mit “nochdvegl” betitelt ist. Und auch am 23. August steht er mit Remassuri-Kolleg*inen auf der Bühne, diesmal mit Tini Kainrath und den Neuen Wiener Concert Schrammeln. Und schließlich darf man sich auch auf den 9. September freuen, wenn er sich mit Seiler & Speer-Hälfte Christopher Seiler und gemeinsam mit dem Frauenorchester auf der Bühne einfindet, während er am 21. Juni gemeinsam mit dem fantastischen Nino aus Wien musiziert. Übrigens: Am 14. August gastiert Der Nino aus Wien “allein und im Duett” ebenfalls im Theater im Park!

Am 8. Juli wird einem der größten österreichischen Liedermacher Tribut gezollt: Ludwig Hirsch wäre kommenden Februar 80 Jahre alt geworden, bis zu seinem Tod 2011 hat er mit seinen tiefgründigen, schwarzen, melancholischen und zugleich zärtlich-humorvollen Liedern jedoch die Musiklandschaft geprägt wie kaum ein anderer. Zusammen mit seiner fantastischen Band zaubert Hirsch‘ langjähriger Weggefährte Johnny Bertl die „dunkelgrauen Klassiker“ nochmals auf die Bühne!

Eine lebende Legende hingegen ist Wolfgang Ambros, der am 12. September eine musikalische Zeitreise kredenzen wird: Dass seine Musik Seele hat, steht außer Zweifel. Eine kratzbürstige vielleicht, eine große aber ganz sicher. Kaum jemand hat über ur-wienerische und österreichische Befindlichkeiten solch treffende Worte gesungen so wie er, so treffend, dass sie als Kommentare zu einer Welt, die in ihrem Kern doch immer gleichbleibt, Jahrzehnte überdauern.


Live-Termine


Theater im Park

ab 20. Mai 2026 | Wien, Theater im Park


Infos auf dem Stand vom 01.12.2025  

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