Bild: Cobra Agency GmbH
Die “Thrash Of The Titans”-Tour verspricht vier Legenden, einen Abriss: Mit Testament, Obituary, Destruction und Goatwhore kommt im Oktober ein Package in die Arena, das kaum besser und härter sein könnte.
Großvati erzählt wieder mal vom Krieg: Ich habe mir eigentlich geschworen, nie zu einem Menschen zu werden, der glaubt, dass früher alles besser war. Und wenn wir uns ehrlich sind, war früher auch nicht alles besser, aber einiges dann doch. Zum Beispiel konnten sich Metal-Fans früher (Anfang der Nullerjahre) alljährlich auf zwei Fixpunkte im Jahr freuen: Die „No Mercy“-Tour, die zumeist rund um Ostern durch Europa tingelte, und die „Anti-X-Mas“-Tour, die – wie der Name schon sagt – als Kontrastprogramm zu „Stille Nacht, Heilige Nacht“ in der Winterszeit die Verstärker auf die 11 drehte.
Und bei beiden Touren, die regelmäßig in der Wiener Arena Station machten, konnte man sich auf eines verlassen: Das Motto war stets „No Filler, Just Killer“. Bei den zumeist sieben Bands war niemals Bullshit dabei, sondern immer das Beste, Härteste aus dem Death und Black Metal – mit einer gelungenen Mixtur aus etablierten Szene-Größen und aufsteigenden Newcomern. Granden wie Deicide, Cannibal Corpse, Marduk, Immortal und Vader waren da stets die Konstanten, während man Bands wie Vomitory, Hate Eternal oder Amon Amarth (!!!!) noch in ihren Kinderschuhen steckend erleben durfte.
Natürlich kommen viele der Bands auch heute noch regelmäßig nach Österreich, und gerade im Viper Room, im Escape oder im Cafe Carina sieht man immer wieder geile Tour-Packages – nicht selten kuratiert von Kill-Town Bookings, die auch für das namensgleiche dänische Festival verantwortlich zeichnen, das alljährlich im September stattfindet. Aber diese hochqualitativen Jahres-Fixpunkte wie eben damals das No Mercy und das Anti-X-Mas, auf die durchgehender Verlass ist, gibt es leider nicht mehr.
Doch mit der „Thrash Of The Titans”-Tour, die diesen Oktober – man ahnt es – in der Arena einfällt, könnte sich zumindest ein Jahres-Fixpunkt wieder etablieren, denn auch bei dieser Tour gilt das Motto „No Filler, Just Killer“. Das beginnt bei Goatwhore aus New Orleans – einst ein Acid Bath-/Crowbar-Nebenprojekt. Das geht weiter zu Destruction, einer der „Big 4“ des Teutonic Thrash, und zu Obituary, die neben Cannibal Corpse, Deicide und Morbid Angel die Death-Metal-Szene in Florida „mitbegründet“ haben und auf der Tour ein spezielles Set spielen werden, das sich um ihr zweites Album „Cause of Death“ dreht. Und schließlich mit Testament ein Headliner, der es anstatt Anthrax eigentlich verdient hätte, neben Metallica, Megadeth und Slayer Teil der „Big 4“ des Thrash Metals genannt zu werden: Ganz gleich ob das Debüt „The Legacy“ oder die experimentelleren Scheiben „Demonic“ und „The Gathering“ – so und nicht anders gehört aufs Maul geknüppelt. Da wären sogar Bud Spencer und Terence Hill stolz!
Aber lassen wir doch die Musik für sich selbst sprechen, ich habe die subjektiv fünf besten Songs aller Bands zu einer „Thrash Of The Titans“-Playlist zusammengeführt – und unterschreibe hiermit die Petition, dass sich „Thrash Of The Titans“ hinkünftig mit wechselnder Besetzung, aber bleibender Qualität alljährlich etabliert: „Make The Arena Heavy Again“ – 2026 vielleicht mit Sodom (old-school Set), Deicide, Immortal (Reunion) und Pungent Stench? Man wird ja noch träumen dürfen …
Wer sich schon jetzt auf den Abriss einstimmen will, bekommt bei der knapp anderthalbstündigen die volle Ladung Hass, Heavyness und Genickbruch-Garantie – von legendären Klassikern bis zu neueren Favoriten. Fünf Songs pro Band, ohne Rücksicht auf Verluste – „No Filler, Just Killer“ eben. In dem Sinne: Play drücken, laut aufdrehen und auch die Nachbarn unterhalten. „Respect the neck!“