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Was macht eigentlich die Jury vom Eurovision Song Contest?

23.05.2025 von Stefan Baumgartner

Nach Udo Jürgens (1966) und Conchita Wurst (2014) holte JJ mit “Wasted Love” beim Eurovision Song Contest in Basel zum dritten Mal den ersten Platz für Österreich. Mit insgesamt 436 Punkten platzierte sich JJ deutlich vor der Zweitplatzierten, Yuval Raphael aus Israel (357 Punkte). Die Punkte setzen sich zu gleichen Teilen zusammen aus der Bewertung der Fachjurys und dem Publikum der einzelnen Länder: Bei den Jurys der einzelnen Länder rangierte JJ deutlich vorne, mit 258 Punkten war er vor der Schweizerin Zoë Më (214 Punkte) der Erstplatzierte. Das Publikum wählte ihn mit 178 Punkten jedoch lediglich auf Platz 4, hinter Israel (297 Punkte), Estland (Tommy Cash, 258 Punkte) und Schweden (KAJ, 195 Punkte).

In der österreichischen Jury saßen für den ORF der Musikproduzent Mark Duran, der bereits mit DJ Ötzi und der EAV gearbeitet hat, sowie die beiden Musiker*innen Katharina Aigner alias KTEE und Julian Guba, sowie die TV-Produzentin Marlene Scharf und Nina Hochrainer vom FM4. Für Österreich konnten sie - so wie das österreichische Publikum auch - keine Punkte vergeben, 12 Punkte vergaben sie an Finnland.

Ich habe bei einem der Jury-Mitglieder, Julian Guba, nachgefragt, wie die Arbeit eines Jurors eigentlich so ausschaut - und was er für 2026 progonstiziert, wenn der ESC in Österreich stattfinden wird.

Die österreichische Jury 2025: Julian Guba ist in der Mitte.

Wie bist du eigentlich in die ESC-Jury gekommen?

Das war ein sehr schöner und auch etwas überraschender Prozess. Ich hatte mich 2023 ursprünglich selbst für den Eurovision Song Contest beworben und im Rahmen dieser Gespräche wurde meine Leidenschaft für den Wettbewerb offenbar deutlich spürbar. Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Teil der Jury zu sein. Zuerst als mögliche Ersatzperson. Ein Jahr später kam dann die offizielle Einladung vom ORF, dass ich als fixes Jurymitglied für 2025 dabei bin. Ich war unglaublich stolz. Als langjähriger Fan des Eurovision Song Contests war das für mich ein echtes Highlight.

Wie wurde die Jury zusammengestellt? Was sind die Anforderungen an euch gewesen? Und: Was spricht für dich persönlich?

Die Zusammensetzung der Jury ist ein interner Prozess des ORF. Soweit ich weiß, achtet man dabei auf eine gute Mischung aus professioneller Erfahrung, verschiedenen Perspektiven und musikalischem Hintergrund. Wichtig ist, dass alle Jurymitglieder unabhängig und fachlich fundiert bewerten können.

Wir mussten im Vorfeld mehrere Dokumente der EBU unterzeichnen, die genau festlegen, wie wir unsere Punkte vergeben. Die Kriterien dabei sind klar: Gesangsleistung, Komposition, Originalität, Performance und der Gesamteindruck. Für mich persönlich steht immer das Gesamtpaket aus all diesen Kriterien im Vordergrund.

Ich bin selbst langjähriger Fan des Eurovision Song Contests und habe schon privat regelmäßig meine eigenen Rankings auf diese Art erstellt. Umso besonderer war es für mich, diese Leidenschaft jetzt auch im offiziellen Rahmen einbringen zu dürfen.

Professionell und divers liest sich die Jury-Besetzung zwar, aber nicht sonders prominent: Ist der Name der Jury-Mitglieder*innen kein Auswahlkriterium?

Ich kann nicht im Detail sagen, nach welchen Kriterien die Auswahl jedes Jahr abläuft, da ich selbst nicht an diesem Prozess beteiligt war. Aber es ist mein Eindruck, dass es dem ORF dabei nicht vorrangig um Prominenz geht. Vielmehr steht im Vordergrund, dass die Personen musikalisch kompetent sind und die Diversität des Publikums widerspiegeln. Es gab in der Vergangenheit auch sehr bekannte Namen in der Jury, spontan fällt mir da zum Beispiel Pia Maria ein, die 2022 für Österreich angetreten ist. Das zeigt, dass die Zusammensetzung jedes Jahr unterschiedlich ist.

Ich persönlich war sehr motiviert, diese Aufgabe zu übernehmen, weil mir der ESC am Herzen liegt. Ich habe mich darüber gefreut, einen Beitrag leisten zu dürfen.

Die fünf Juror*innen eines Landes haben so viel Gewicht wie alle Anrufer eines Landes. Ist das gerecht?

Das aktuelle System versucht, Jury und Publikum gleichwertig zu gewichten. Ich finde, das ergibt einen spannenden Kontrast. Die Jury bringt eine eher analytische Sichtweise ein, das Publikum reagiert oft emotional und spontan. Genau diese Mischung macht den Eurovision Song Contest so besonders.

Ich persönlich habe mir schon öfter Gedanken gemacht, wie man das Punktesystem noch weiterentwickeln könnte. Eine theoretische Idee wäre, die Punktevergabe so anzupassen, dass jedes Land statt wie bisher nur Punkte für seine Top 10 vergibt, vielleicht alle Beiträge in einem Ranking berücksichtigt. Das könnte helfen, Unterschiede feiner abzubilden und dafür sorgen, dass weniger Acts komplett leer ausgehen. Aber das ist natürlich nur ein persönlicher Gedanke. Im Moment finde ich es gut, dass beide Seiten vertreten sind. Das sorgt für Diskussionen, Ausgewogenheit und manchmal auch echte Überraschungen.

Apropos Überraschungen: Jury und Publikum klafften dieses Jahr besonders stark auseinander. Wieso? Müsste die Jury eigentlich nicht verstehen, was das Publikum gut findet?

Ich glaube, dass viele Menschen den Eurovision Song Contest in einem sehr lockeren Rahmen schauen. Oft ist das eine Party, ein gemeinsames Schauen mit Freunden, bei dem es um Stimmung, Spaß und den gemeinsamen Abend geht. Das beeinflusst natürlich auch, welche Songs besonders gut ankommen. Lieder, die sofort ins Ohr gehen oder witzig inszeniert sind, haben es da leichter. Sie bringen gute Laune, was bei solchen Events oft besonders zählt. Beiträge, die eher emotional, ruhig oder musikalisch komplex sind, haben es dagegen manchmal schwerer, direkt durchzudringen.

Ich finde, genau deshalb ist es gut, dass es auch eine professionelle Bewertung gibt, bei der Aspekte wie Stimme, Komposition oder Bühnenwirkung konzentriert betrachtet werden. Das ist keine bessere oder schlechtere Sichtweise, sondern einfach eine andere. Beide Seiten zusammen machen den Wettbewerb so vielseitig.

Hinterfragt man bei solchen Unterschieden auch seinen eigenen Zugang?

Natürlich denke ich in solchen Momenten darüber nach, warum meine Einschätzung sich vom Ergebnis unterscheidet. Aber das heißt nicht, dass ich meinen Zugang grundsätzlich in Frage stelle. Ich habe meine Bewertungen sehr bewusst getroffen, nach den Kriterien, die vorgegeben sind, und auf Basis meiner musikalischen Erfahrung. Gerade weil man nicht beeinflusst wird und unabhängig bewertet, ist es wichtig, bei seiner eigenen Einschätzung zu bleiben. Trotzdem finde ich es spannend zu sehen, wie unterschiedlich Musik wahrgenommen wird. Das zeigt, wie vielfältig der Contest ist.

Auch die nationalen Jurys haben sehr unterschiedlich entschieden – wie lässt sich das erklären, wenn sich alle als „Fachleute“ verstehen?

Auch wenn alle Jurymitglieder nach denselben Kriterien bewerten, bringt jede Person ihre eigene musikalische Prägung, ihren Stil und ihre Erfahrung mit. Und gerade bei einem starken Jahr, in dem viele Beiträge auf hohem Niveau waren, fällt die Bewertung besonders individuell aus. Ich finde es logisch, dass sich in so einer Situation keine einheitliche Jurywertung durchzieht. Es zeigt, dass Musik eben auch für Fachleute nicht objektiv messbar ist. Und genau das macht den Eurovision Song Contest auch so spannend.

Wie arbeitet die fünfköpfige Jury eigentlich? Ist das eine Zusammenarbeit oder unabhängig voneinander?

Die Arbeit in der Jury findet komplett unabhängig statt. Einen Tag vor jeweils dem Semi-Finale, wo Österreich dabei ist, so wie auch vorm Grand-Finale sitzen wir in der ORF Zentrale. Zwar im selben Raum, aber jede Person bewertet für sich allein. Gespräche oder Absprachen sind ausdrücklich untersagt und es wird auch darauf geachtet, dass diese Regel eingehalten wird. Es gibt klare Abläufe, wie die Bewertungen ablaufen. Jede Juryperson reicht ihre eigene Rangliste ein, ohne zu wissen, wie die anderen gewertet haben. Erst am Ende wird das Ergebnis rechnerisch zusammengeführt.

Bei uns war es zum Beispiel so, dass niemand wusste, dass Finnland am Ende unsere höchste Wertung bekommt. Das war eine Folge davon, dass wir unabhängig voneinander zu einem ähnlichen Eindruck gekommen sind. Und genau so soll es auch sein.

Wie weit gingen eure persönlichen Einschätzungen auseinander? Weißt du das?

Nach dem Voting haben wir ganz allgemein darüber gesprochen, welche Beiträge uns persönlich beeindruckt haben. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die individuellen Favoriten waren. Ich finde das ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass wir alle unabhängig voneinander gewertet haben und jede Person mit ihrer eigenen Perspektive und ihrem eigenen Geschmack an die Sache herangegangen ist. Genau so soll eine diverse Jury funktionieren.

Wie weit spiegelt sich dein persönliches Voting im Endvoting – von Finnland bis Luxemburg – wider? Wie hast du persönlich gevotet?

Mein genaues Voting kann ich leider nicht sagen, weil die Einzelwertungen anonym veröffentlicht wurden. Wenn ich meine Rangliste öffentlich machen würde, könnte man unter Umständen Rückschlüsse auf die Bewertungen der anderen Jurymitglieder ziehen. Ich kann aber sagen, dass mich einige Ergebnisse überrascht haben. Bei manchen Ländern hätte ich nicht erwartet, dass sie so wenige oder so viele Punkte bekommen. Das betrifft sowohl die Jurywertungen als auch das Televoting. Es zeigt, wie unterschiedlich Musik erlebt wird und wie vielseitig die Geschmäcker sind.

Nach welchen Kriterien bewertet ihr einen Beitrag? Bewertet ihr das Musikstück und seine Umsetzung allein, oder auch den/die Künstler*in als Person?

Die Kriterien, nach denen wir bewerten, sind klar vorgegeben. Es geht um die Qualität der Komposition, die gesangliche Leistung, die Umsetzung auf der Bühne und den Gesamteindruck des Auftritts. Persönliche Vorlieben oder Faktoren wie Herkunft, Religion oder Aussehen dürfen keine Rolle spielen. Wir haben das auch ausdrücklich bestätigt, als wir unsere Teilnahme unterzeichnet haben. Im Mittelpunkt steht ausschließlich das, was auf der Bühne zu sehen und zu hören ist.

Wird jeder Beitrag im Kontext des ESC allein bewertet, oder bedenkt ihr auch seine Qualität und seine Wirkungskraft über den ESC hinaus?

Für mich persönlich kommt es auf mehrere Dinge an. Manchmal merkt man direkt, dass ein Beitrag auf der Bühne diesen besonderen Moment erzeugt, der im Rahmen des Eurovision Song Contests sofort wirkt. In solchen Fällen kann ein Lied den Eindruck hinterlassen, dass es den Abend für sich entschieden hat. Es gibt aber auch Songs, bei denen man spürt, dass sie über den Wettbewerb hinaus Potenzial haben. Wenn ich das Gefühl habe, dass ein Beitrag im Radio gut funktionieren würde oder langfristig erfolgreich sein könnte, spielt das in meine Einschätzung mit hinein. Trotzdem bewerte ich immer im Zusammenspiel mit den festgelegten Kriterien. Wenn ein Song stark ist, aber die gesangliche Leistung schwach ausfällt, kann das die Gesamtwertung deutlich beeinflussen.

Auffallend ist: Ein ESC-Gewinn bedeutet nicht automatisch eine steile Karriere – zuletzt abgesehen von Maneskin und Loreen. Wieso?

Ein Sieg beim Eurovision Song Contest ist natürlich eine große Chance, aber der Erfolg danach hängt von vielen Faktoren ab. Einige Artists ziehen sich nach dem Wettbewerb erst einmal zurück, um den Druck zu verarbeiten oder neue Kraft zu sammeln. Aus meiner eigenen Erfahrung in der Musik weiß ich, wie wichtig es ist, regelmäßig präsent zu bleiben. Wenn man über längere Zeit nichts veröffentlicht, verliert man schnell an Reichweite. Gleichzeitig spüren viele den Druck, dass jeder neue Song ein noch größerer Hit sein muss als der letzte.

Aber oft braucht es einfach Kontinuität, Mut zur Veröffentlichung und ein klares öffentliches Profil. Es geht nicht nur um einen guten Song, sondern auch um Timing, Strategie und den Willen, langfristig sichtbar zu bleiben.

Lasst ihr euch bei eurer Bewertung von Wettquoten und Streamingzahlen beeinflussen?

Streamingzahlen und Wettquoten spielen in der offiziellen Bewertung keine Rolle. Wir sehen ausschließlich die Auftritte während der Generalprobe und bewerten nur das, was wir dort sehen und hören. Natürlich bekommt man vorher mit, welche Beiträge besonders viel Aufmerksamkeit bekommen. Diese Wahrnehmung kann dazu führen, dass man mit gewissen Erwartungen in die Show geht. Aber im Moment der Bewertung zählt nur die tatsächliche Leistung auf der Bühne.

Ich habe ganz bewusst versucht, mich von äußeren Meinungen zu lösen und mich nur auf das zu konzentrieren, was musikalisch und performativ passiert ist.

Der ESC hat sich über die Jahre immer wieder gewandelt, Genres, Trends und Themen kamen und gingen: Wie weit beeinflusst der Zeitgeist, die Konkurrenz der anderen Beiträge eines Jahres und vielleicht auch die Geschichte und Herkunft eines Beitrages eure Bewertung?

Der Zeitgeist und aktuelle musikalische Entwicklungen beeinflussen natürlich, wie ein Beitrag wahrgenommen wird. Wenn ein Song klanglich genau das trifft, was gerade in der internationalen Musiklandschaft präsent ist, fällt das auf. Gleichzeitig kann ein Lied zwar gut gemacht sein, aber weniger Eindruck hinterlassen, wenn es sich stilistisch eher an vergangene Trends anlehnt.

Die Herkunft eines Beitrags oder die Hintergrundgeschichte spielen für meine Bewertung keine Rolle. Entscheidend ist, ob der Beitrag für sich selbst spricht und seine Botschaft innerhalb der drei Minuten transportiert. Wenn man erst eine Erklärung oder die Geschichte dahinter braucht und diese zum Beispiel von einem Moderator erzählt werden müsste, dann ist das für mich ein Zeichen, dass der Song seine Wirkung nicht allein entfaltet.

Als Musikproduzent weiß ich, dass man Emotionen sehr klar über Musik vermitteln kann. Melodien, Akkordverläufe, Gesangsstil und Atmosphäre sagen oft mehr als Worte. Wenn ein Beitrag das schafft, dann überzeugt er unabhängig von Sprache oder Herkunft.

Aus deiner fachlichen Perspektive: Was machte 2025 ein Stück aus, das Gewinnchancen verdient hatte? Was hat für euch/dich für Finnland gesprochen, was in der Gesamtwertung für JJ?

Für mich hatte Finnland eine der eindrucksvollsten Liveperformances. Die Künstlerin war extrem präsent auf der Bühne, sehr souverän und dabei auch unterhaltsam. Es war eine starke Kombination aus Ausstrahlung, Energie und Humor. Der Song war eingängig und hatte diese Mischung aus Empowerment und Spaß, die beim Eurovision Song Contest gut funktioniert.

Was JJ betrifft, war es einfach ein rundum starkes Gesamtbild. Die Produktion war auf höchstem Niveau, die Komposition sehr durchdacht und die Performance mit dem Opernelement außergewöhnlich. Vor allem das Staging war sehr wirkungsvoll und visuell beeindruckend. Das alles zusammen hat für mich erklärt, warum dieser Beitrag international so gut angekommen ist. Es war musikalisch hochwertig, emotional intensiv und visuell stark erzählt.

Was könnte sich für 2026 dahingehend ändern? Kann man das in deiner Profession abschätzen, was der/die Sieger*in 2026 bräuchte – natürlich neben einem „guten“ Song?

Der Eurovision Song Contest lässt sich nur schwer vorhersagen. In manchen Jahren gibt es früh erkennbare Favoriten. In anderen entsteht das Gewinnergefühl erst live im Moment der Performance. Genau das macht diesen Wettbewerb so besonders.

Für 2026 ist es schwer, eine konkrete Formel zu benennen. Was ich aber spannend finde, sind Beiträge, die sich während der drei Minuten stark verändern. Wenn sich ein Song vom Anfang bis zum Ende so entwickelt, dass er fast wie ein völlig neues Stück wirkt, kann das beim Publikum und bei der Jury eine große Wirkung haben. Solche dramatischen Wandlungen findet man auch in der aktuellen Popmusik. Billie Eilish zum Beispiel arbeitet oft mit ruhigen Einstiegen und emotionalen Steigerungen, die sich bis zu einem komplett neuen Klanggefühl entfalten. Beim österreichischen Beitrag dieses Jahr war das auch zu spüren. Am wichtigsten bleibt, dass der Beitrag authentisch ist und eine klare Idee trägt. Wenn er emotional berührt und die Inszenierung diesen Wandel unterstützt, kann das den entscheidenden Unterschied machen.

Wie viele Punkte hättest du JJ gegeben?

Ganz klar 12 Punkte. Ich fand den Song außergewöhnlich stark, sowohl musikalisch als auch inszenatorisch. Die Mischung aus beeindruckendem Opern-Gesang, sehr moderne und abwechslungsreiche Produktion und wunderschöner Staging Umsetzung war sehr überzeugend.

Wie gut fandest du den deutschen Beitrag, der ja „aus Österreich“ kam?

Ich mochte den deutschen Beitrag sehr. Der Song ist extrem gut produziert, eingängig und trifft genau den Stil, den ich selbst auch gerne produziere. Ich höre ihn privat wirklich oft. Im Vergleich zu anderen Beiträgen war der Song aber eher in Richtung Radio oder Clubsound einzuordnen. Andere Länder haben stärker auf das typische Eurovision-Gefühl gesetzt, mit mehr Inszenierung, Dramatik oder Überraschungseffekt. Ich glaube, das kann in der Show einen Unterschied machen. Trotzdem ist das musikalisch ein Song, der für mich absolut funktioniert, und ich habe großen Respekt vor der Leistung, die da dahintersteckt.

Was sind eigentlich für dich die fünf besten österreichischen ESC-Beiträge in der Geschichte – ganz gleich, auf welcher Position sie schließlich waren?

Ich möchte da gar kein Ranking machen, aber ein paar Beiträge gehören für mich auf jeden Fall zu den besten aus Österreich. Ganz klar dabei ist “Wasted Love” von JJ. Ich bin ein großer Fan von diesem Lied. Ich mochte auch “Halo” von Lumix und Pia Maria sehr. Der Song ist im EDM-Bereich genau mein Stil, auch wenn er damals leider nicht ins Finale gekommen ist. Dann natürlich “Who the Hell is Edgar?” von Teya und Salena: Das war originell, klug und musikalisch stark. “We Will Rave” von Kaleen fand ich dieses Jahr auch richtig gut. Das war poppig, tanzbar und sehr modern. Und “Rise Like a Phoenix” von Conchita ist ohnehin ein Klassiker. Wenn ich noch einen dazu quetschen könnte, dann “Loin d’ici” von Zoë. Auch wenn der Song ganz anders inszeniert war, hatte er auf seine eigene Art eine elektronische Basis. Und er hatte etwas sehr Charmantes und Eigenständiges, das im Gedächtnis bleibt.

Was ist für dich persönlich der beste ESC-Song überhaupt?

Für mich persönlich ist der beste ESC-Song aller Zeiten entweder “Euphoria” oder “Tattoo” von Loreen. Beide Auftritte hatten diese besondere Energie, die im Moment sofort alles mitgerissen hat. Die Songs sind unglaublich gut komponiert, stark gesungen und perfekt inszeniert. Vor allem die Kombination aus Stimme, Bühnenbild, Bewegung und emotionaler Ausstrahlung war bei Loreen etwas, das ganz selten gelingt. Diese Beiträge zeigen, wie ein ESC-Song über den Wettbewerb hinaus Wirkung haben kann. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich sie höre.

Hättest du für 2026 alleiniges Stimmrecht für den Vorentscheid: Wen würdest du da auf die ESC-Bühne holen?

Wenn ich frei entscheiden dürfte, dann würde ich ganz ehrlich sagen: ich selbst! Ich möchte mich auf jeden Fall wieder bewerben, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Der Eurovision Song Contest ist für mich seit Jahren ein Traum und ich arbeite kontinuierlich daran, diesen Traum irgendwann auf der Bühne zu verwirklichen. Wenn es wieder ein öffentliches Auswahlverfahren gibt oder eine Einreichung möglich ist, werde ich auf jeden Fall dabei sein.


Live-Termine


JJ live bei der "Starnacht am Neusiedler See"

06. und 07. Juni 2025 | Mörbisch am See, Seebühne


Infos auf dem Stand vom 23.05.2025  

Tickets

TIPP FÜR ALLE ESC-FANS

Im ESC-Kontext sei auf folgende Veranstaltungen noch hingewiesen, bevor der ESC dann 2026 in Österreich - irgendwo zwischen Innsbruck und Oberwart - über die Bühne geht:

  • Im Rabenhoftheater gibt Tom Neuwirth aka Conchita Wurst gerade sein Theaterdebüt bei “Luziwuzi”, einer Geschichte aus der österreichischen Kaiserzeit. [mehr Infos auf oeticket]
  • Im Dezember singt Conchita Wurst sowohl im Orpheum Graz als auch im GLOBE Wien in der Marx Halle weihnachtliche Klassiker. [mehr Infos auf oeticket]
  • Der Vorjahresgewinner Nemo aus der Schweiz spielt am 5. Dezember in der SIMMCity. [mehr Infos auf oeticket]
  • Tommy Cash, der dieses Jahr Estland beim ESC vertrat, spielt im Rahmen des FM4 Frequency Festivals - und zwar am 15. August (Freitag). [mehr Infos auf oeticket]
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