Trotz Corona-Beschränkungen muss man nicht auf eines der Highlights der österreichischen Kulturszene verzichten: Etwas später als gewöhnlich und mit einem reduzierten Programm finden die Festwochen reframed von 26. August bis 26. September statt. Dabei unverändert sind sowohl die diversen Formen als auch die ausgezeichneten Künstler*innen: Musik und Choreographie treffen auf Theater, große Namen der Szene auf Newcomer.
Kurz nach der Präsentation des Programms der Wiener Festwochen 2020 wurde klar: Aufgrund den Corona-Beschränkungen wird das Festival in dieser Form nicht stattfinden können. Es wurden neue Wege gesucht, und so konnte ab Mai digital ein kleiner Ausschnitt präsentiert werden – „Gesten“ des ursprünglichen Programms bzw. der Künstler*innen durch Bilder, Videos, Texte, Workshops und mehr.
Ende des Sommers ist es dann mit dem Live-Programm soweit: Mit den Festwochen reframed wird eine komprimierte Version des ursprünglichen Programms live und unter Achtung aller Sicherheitsmaßnahmen, präsentiert. Die meisten ursprünglich geplanten Uraufführungen mussten zwar auf das nächste Jahre verschoben werden, doch einige Stücke können heuer gezeigt und damit der Live-Moment und die Künste gefeiert werden.
Die große Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker widmet sich in einer Weltpremiere den "Goldberg-Variationen BWV 988" von Johann Sebastian Bach, unterstützt vom herausragenden Pianisten Pavel Kolesnikov.
Der französische Künstler Philippe Quesne schafft mit "Farm Fatale" einen poetischen, magischen Theaterabend, an dem ökologische und politische Themen ironisch und feinsinnig thematisiert werden.
Die Choreografin Marlene Monteiro Freitas kehrt mit "Mal – Embriaguez Divina" nach Wien zurück - darin wird das Böse, das Schlechte, das Leiden erforscht und kunstvoll dargestellt.
Boris Nikitin ist bei den Festwochen reframed mit zwei Produktionen vertreten: Gemeinsam mit dem Kukuruz Quartett "24 Bilder pro Sekunde" erkundet er Verwundbarkeit als Fähigkeit. Im Solo "Versuch über das Sterben" verarbeitet Nikitin unter anderem den Tod seines Vaters und sein eigenes Coming-Out.
Bernhard Gander, Ensemble Modern / Oren Ambarchi, Attila Csihar, Stephen O’Malley zeigen mit "Oozing Earth / Gravetemple" einen unglaublichen Konzertabend als Erlebnis für Leib und Seele.
Die Weite von Éliane Radigues Musik wird bei den Festwochen mit zwei Kompositionen gezeigt: Mit "Occam Ocean II / Chry-ptus" wird das neueste Werk Radigues einer der frühesten Arbeiten der Komponistin gegenübergestellt.
In "Ultraworld" präsentieren Regisseurin Susanne Kennedy und der bildende Künstler Markus Selg ein Science-Fiction-Setting und stellen an diesem Theaterabend die Frage: "Die Schöpfung der Welt als Video-Spiel?"
Ein besonderes Angebot ist das "Festwochen Clubticket", das Ermäßigungen auf Karten (für Sie und eine Begleitung), Einladungen zu einer Generalprobe sowie einer Premierenfeier uvm. bietet. Da das Clubticket auch für die Festwochen 2021 gilt, kann man also die Vorteile des Clubtickets auf zwei Festivals genießen.