Geboten wird, in der süffigen Übersetzung von Daniel Kehlmann, ein nonchalantes Intrigenspiel, das sich eng an die grandiose Vorlage von Joseph Mankiewicz' mit sechs Oscars ausgezeichnetem Film von 1950 hält und auch auf der Bühne bestehen kann. (Tiroler Tageszeitung, 03.03.18)
Für die Kammerspiele der Josefstadt hat mit Christopher Hampton ein anderer Oscarpreisträger (für das Drehbuch zu "Gefährliche Liebschaften") den Film dramatisiert und in Daniel Kehlmann den passenden Übersetzer gefunden. Und - das darf nach der Premiere gesagt werden - die Josefstadt hat mit dieser Uraufführung einen echten Hit gelandet.
Da wäre außerdem die einfühlsame Regie von Hausherr Herbert Föttinger, der in Walter Vogelweiders reduziertem Scheinwerfer-Bühnenbild (schön die 50er-Jahre-Kostüme und die Frisuren von Birgit Hutter) seine Darstellerinnen und Darsteller ins rechte Licht rückt. Und genau die Schauspieler sind es auch, die dieser herrlich bissigen, zugleich tieftragischen Nabelschau der Eitelkeiten viel Glanz verleihen. Hamptons "All About Eve" in den Kammerspielen ist ein Fest grandioser Schauspieler(innen). (Kurier, 03.03.18)
Man erlebte eine achtbare Inszenierung, [...] sehenswert vor allem wegen der alles in allem starken Leistung des Josefstadt-Star-Ensembles, das in kargen Bühnenbildern (Walter Vogelweider) agierte. Schön anzusehen ist das Herabdimmen zwischen Szenen. (Die Presse, 03.03.18)
[D]ie Schauspieler bringen es. Voran Sandra Cervik als alternder Bühnenstar Margo Channing, mit rauen Tönen, die ihre Theatralik prachtvoll ironisieren, mit Souveränität und ganz unsentimental, auch dort, wo sie zeigt, dass ihr die Ereignisse doch verdammt unter die Haut gehen. (Neues Volksblatt, 03.03.18)
Sandra Cervik etwa, die als alternder, exzentrischer Bühnenstar Margo Channing (im Film Bette Davis) den Verfall einer Diva minutiös nachvollzieht. Oder Martina Ebm, die als Eve Harrington (im Film Anne Baxter) vom anfangs hässlichen Entlein zum eiskalt-berechnenden, schönen Schwan mutiert. (Kurier, 03.03.18)
Neben der Leistung des weiblichen Ensembles, dem Susa Meyer noch eine resche Garderobiere Birdie beisteuert, darf nicht das mächtige Männer-Netzwerk vergessen werden: Sie alle, der Theaterautor Lloyd (Alexander Pschill),der Produzent Max (Fritz Egger), der Regisseur Bill (Raphael von Bargen) als auch der eitle Kritiker Addison DeWitt (Joseph Lorenz), sind Strippenzieher und nicht zuletzt Gewinner in diesem Diven-Spiel. Im kühlen, mit ausgesuchten Elementen New Yorks 50er-Jahre-Glamour zitierenden Bühnenbild (Walter Vogelweider) setzt die Inszenierung Herbert Föttingers ganz auf die Kraft seiner Darsteller. Deren Spielfreude beschert einen spritzigen Theaterabend. (Tiroler Tageszeitung, 03.03.18)
Wie auch Alexander Pschill, der den erfolgreichen Autor Lloyd Richards als köstlich fahrigen Pantoffelhelden anlegt, der in seiner dominanten Gattin Karen (Martina Stilp beeindruckt hier sehr) eine ideale Partnerin findet. Als Regisseur Bill Sampson darf Raphael von Bargen sehr charmant um Margos Liebe kämpfen; für die hantigen Töne ist Susa Meyer als resche Birdie zuständig. Gioia Osthoff als wandelnder Blondinenwitz, Fritz Egger als Produzent und Swintha Gersthofer als zuletzt in den Startlöchern stehende Nachwuchshoffnung komplettieren die theatralische Innenschau gut. (Kurier, 03.03.18)