Wollte man an David Helfgott und auch an sein Publikum normale Maßstäbe anlegen, hieße das, beiden in keiner Weise gerecht zu werden. Denn David Helfgott ist nicht nur ein Künstler, der über eine brillante Klaviertechnik verfügt, sondern vor allem ein Musiker, der aus seiner Seele heraus spielt und gerade deshalb seine Berechtigung hat, auf den großen Bühnen der Welt zu spielen. Oberstes Gebot ist dabei stets die Liebe. Die Liebe zur Musik, die Liebe zu den Menschen, die Liebe zu jedem Augenblick, da der eine durch sein Spiel die anderen berührt und das oftmals in ihrem tiefsten Inneren.
Der Pianist gastierte zuletzt 2017 mit dem 3. Klavierkonzert von Sergei Rachmaninow in Begleitung der Stuttgarter Symphoniker im Großen Saal des
Wiener Musikvereins. Dieser war bis auf den letzten Platz besetzt und das Publikum dankte Helfgott am Ende des Konzerts mit annähernd 16 Minuten Standing Ovations. 2018 soll dieses Konzerterlebnis noch einmal mit einem Ereignis der besonderen Art getoppt werden: Rachmaninows 3. Klavierkonzert - von Helfgott übrigens liebevoll "Rach 3" genannt - in einer Fassung für zwei Klaviere.
Zwei Klaviere bringen nicht die reiche Klangpalette, die ein großes Sinfonieorchester auszudrücken vermag, aber umso interessanter wird es, dieses "verrückte" Klavierwerk einmal in einer Fassung zu hören, in der nichts von einem allzu massigen Orchesterklang übertönt wird. Die Hochachtung, die man jedem Pianisten, der sich an dieses gigantische Werk wagt und letztlich damit auf die Bühne traut, wird noch steigen, wenn man sich ganz bewusst auf die ungeheure Leistung hinter der Bewältigung dieses Klavierparts fokussiert.
Den ersten Teil des Rezitals wird David Helfgott alleine bestreiten und bei seinem "Rach 3" von
Rhodri Clarke, der den Orchesterpart übernimmt, begleitet.