Ein hochverschuldeter Kleinstaat. Eine superreiche Lady. Ein ewiger Hallodri im Diplomatenmilieu. Dazwischen Affären und Amouren, Verdächtigungen und Vergnügungen, geborgtes Geld und große Gefühle — und vor allem: ein Ohrwurm nach dem anderen. Das ist in kurzen Worten
Die lustige Witwe, Franz Lehárs unverwüstlicher Operettenwelterfolg, ein Dauerbrenner seit über hundert Jahren. Wem diese Schatzkiste an klassischen Operettenschlagern nicht ohnehin bestens vertraut ist, der kann sich in der rasanten konzertanten Spielfassung für Klassik am Dom von
Oliver Pocher durch die Handlung führen lassen. In der legendären Komikerrolle des Njegus bringt der bekannte deutsche Comedian das Bühnengeschehen so prägnant wie pointiert auf den Punkt, sodass sich überladene Ausstattung und pompäse Inszenierung ganz von selbst erübrigen.
Stattdessen sorgen die prachtvollen Stimmen von Annette Dasch, Daniel Schmutzhard, Theresa Grabner, und vielen mehr gemeinsam mit dem Symphonieorchester Wien und der Konzertvereinigung Linzer Theaterchor unter der sprühenden musikalischen Leitung von Andreas Schüller für konzentrierten, spritzigen Musikgenuss.
Auch der Wortwitz kommt nicht zu kurz in der neuen, gestrafften Textfassung von Daniel Große Boymann und Alexander Kuchinka; beide zeichnen sich bei diesem garantiert kurzweiligen sommerlichen Operettenabend auch für die Regie verantwortlich.