Das Salzburger Landestheater sagt in der kommenden Saison Ja - Ja zu Gegenwartstheater und Ja zu Intermedialität oder besser gesagt zu Produktionen, die Musik, Sprechtheater plus Tanz verbinden oder noch besser gesagt: zu Verschränkungen, die ordentlich Neugierde auf spannende Produktionen machen und Tanzwütige mit Musikjunkies in einem Zuschauerraum versammeln.
Der Spielplan der Saison 2019/2020 begibt sich auf Spurensuche nach dem, was uns trennt und verbindet, setzt sich mit Formen der Abgrenzung auseinander und spielt Möglichkeiten der Überwindung von Grenzen durch. (Intendant Carl Philip von Maldeghem)
So reichen sich die vier etablierten Sparten in unterschiedlichen Produktionen die Hand. Einen Theatermarathon mit vier Produktionen richten Oper, Schauspiel, Ballett und Junges Land in Mysterien - Ein Salzburger großes Welttheater aus. Tanzende, schauspielende und singende Feen verzaubern in Carl Maria von Webers Oper Oberon und ganze sieben Uraufführungen, inspiriert von Mozart-Divertimenti, präsentiert das Schauspielensemble mit Mozart Moves!
Neben bekannten Regie-Gesichtern wie Alexandra Liedtke und Agnessa Nefjodov geben mit Roland Schwab und Startenor Rolando Villazón neue international bekannte Regisseure ihr Debüt in Salzburg.
Von den gesamt 20 Produktionen aus den Bereichen Oper, Schauspiel, Ballett und Jungem Land sind - man halte sich fest - ganze 15 als Erst- oder Uraufführungen zu erleben. Chimamanda Ngozi Adichies Weltpremiere von We should all be feminists eröffnet die Spielzeit am 20. September, die gebürtige Iranerin Sara Abbasi folgt mit ihrem Projekt Mina im November und im Mai 2020 bringt Agnessa Nefjodov die kontinentaleuropäische Erstaufführung von Stuart Macraes zeitgenössischer Oper Anthropozän – Vorsicht: Thriller-Potential!
Einen Höhepunkt im Musiktheater stellt Richard Wagners Lohengrin dar, der gleichzeitig das Debüt des neuen Musikdirektors Leslie Suganandarajah markiert. Dem deutschen Werk steht mit Donizettis Viva la Diva eine italienische Opera buffa gegenüber, die in einer eigenen Fassung für das Salzburger Landestheater für Unterhaltung sorgt.
Mit Heldenplatz schlagen die Herzen aller Thomas Bernhard-Fans höher. Im Kontrast zum Drama um die nationalsozialistische Vergangenheit und ihrem Nachwirken in der Gegenwart steht Edmond Rostands bekannteste Komödie Cyrano de Bergerac auf dem Schauspielplan. An dieser Stelle nochmals erwähnt seien die zeitgenössisch-feministischen Werke We should all be feminists und Mina.
Ganz großer Bühnenkunst widmet sich Ballettchef Reginaldo Oliveira in seiner neuen Kreation von Romeo und Julia. Großen Gefühlen spürt er gemeinsam mit Kammertänzer Flavio Salamanka ähnlich im Frühsommer mit Tanto... Tango! nach.
Abgerundet wird das Programm durch die Produktionen der Kinder- und Jugendsparte. Auf der großen Bühne zeigt Der kleine Vampir, was wahre Freundschaft ist, während in den Kammerspielen Christine Nöstlingers Guter Drache & böser Drache zum Leben erwacht. Und last but not least lockt die Uraufführung von Die Mitte der Welt, eine Geschichte rund um Freundschaft, erste Liebe und Selbstfindung von Andreas Steinhöfel (ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis!), junge Erwachsene ins Salzburger Landestheater.