Kultur

Seefestspiele Mörbisch: vom Wiener Walzer zum großen Gong

04.04.2019 von Redaktion

Vom Wiener Prater bis ins ferne China an nur einem Abend reisen: die Seefestspiele Mörbisch machen das mit Franz Lehárs Operette "Das Land des Lächelns" möglich.


Won Whi Choi ließ beim heutigen Pressetermin die unvergleichlichen Klänge der Arie "Dein ist mein ganzes Herz" erklingen.

Nach der größten Geige der Welt bei "Gräfin Mariza" im vergangenen Jahr setzen die Seefestspiele Mörbisch heuer vom 12. Juli bis 24. August noch eins drauf: an nur einem Abend reisen Sie mit Franz Léhars Operette Das Land des Lächelns vom Wiener Prater ins ferne China.

Für die Liebe

Es sind zwei völlig konträre Kulturkreise, die im Land des Lächelns aufeinander treffen - Morgen und Abend, Osten und Westen, China und Europa: Während eines Aufenthalts in Wien lernt der chinesische Prinz Sou-Chong die aus einer adeligen Familie stammende Lisa kennen. Die beiden fühlen sich zueinander hingezogen und verlieben sich. Als Sou-Chong zum chinesischen Ministerpräsidenten ernannt wird, folgt ihm Lisa nach Peking. Dort wird sie mit fremden Sitten und alten Traditionen konfrontiert, die ihre Liebe zu Sou-Chong auf den Prüfstand stellen.

Der Reiz des "Fremden"

So verfolgen Sie auf der Bühne ausgehend vom Wiener Prater und vorbei am "Calafati", dem großen Chinesen beim Ringelspiel, die Liebesgeschichte von Prinz Sou-Chong und der wohlhabenden Lisa bis ins ferne China zu einem riesigen Drachen auf der Bühne.

"In Zeiten, als Fernreisen gefährlich, unerschwinglich teuer und sehr zeitaufwendig waren, bot das Fremde eine große Projektionsfläche für romantisierende Ideen und Vorstellungen. Der Reiz des Exotischen wurde in allen Kunstrichtungen aufgenommen, in der Literatur, der Malerei, der Architektur, in der Musik und natürlich auch in den Operetten, Filmen, Werbung und, wie könnte es anders sein, im Prater. Von der romantisierten Vorstellung von Fortschritt und Industrialisierung, wechselt die Szenerie in die mystische Welt des Orients. So groß und unbedarft die Sehnsucht zu Anfang war, so dominant zeigt sich der 2. und 3. Akt.", führt Bühnenbildner Walter Vogelweider die vielschichtige Bühnenkonstruktion aus.

"Vielleicht die schönste Operettenpartitur"

Der Umbau zwischen den beiden Welten wird szenisch genutzt, bietet sich die prachtvolle Operettenpartitur doch an, sie in all seiner Fülle zu nutzen: "Es ist vielleicht die schönste Operettenpartitur. Lehár ist mit seinem Das Land des Lächelns die einzigartige Meisterleistung gelungen, die Eingängigkeit der Melodien, die von einer Operette erwartet werden, mit der Eleganz, Klangschönheit und Differenzierung großer Oper in Einklang zu bringen. Lehár war ein großer Freund und Bewunderer Puccinis. In diesem Werk wird diese Nähe ganz besonders spürbar. und er schafft zugleich den Spagat vom Wiener Walzer bis zum großen Gong." (Thomas Rösner, musikalische Leitung)

Ganz besonders freue ich mich auf die tollen Kostüme! (Peter Edelmann, künstlerischer Leiter)

Das Spektrum sowohl der Geschichte wie auch der Musik spiegelt sich natürlich in den Kostümen von Christof Cremer wider. So finden sich in den prachtvollen Kostümen fragile und in blau-weiß gehaltene Porzellanmuster, Sternzeichen und wie frisch erblühte Apfelblüten.

Harald Serafin: "Ja, ich mach' es!"

Ich bestehe darauf, dass es der Obereunuch ist. (Harald Serafin über seine diesjährige Rolle bei den Seefestspielen)

Ein kleines Comeback feiert der ehemalige Intendant der Seefestspiele, Harald Serafin mit seinem Rollendebüt des Obereunuchen des Kaisers. Als Lisa sind Elissa Huber/ Sophia Brommer zu erleben, Robin Yujoong Kim/ Won Whi als Prinz Su-Chong, Da-yung Cho/ Katerina von Bennigsen als Mi, Martin F. Lechleitner/ Maximilian Mayer als Graf Gustav von Pottenstein, Benno Schollum als Graf Ferdinand Lichtenfels, Gernot Kranner als Sekretär Fu Li und schließlich Koichi Okugawa als Onkel Tschang.

2020 mit West Side Story

Richtig gelesen. In der nächsten Saison kehren die Seefestspiele der Operette ein wenig den Rücken zu und öffnen dafür dem weltbekannten Musical von Leonard Bernstein die Tore.

"Der Blick über den See bei den Festspielen ist ein Erlebnis, das man in Österreich erstmal suchen muss", schließt Peter Edelmann.

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