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Konzerte

Aus für Nina Chuba: Wir haben ein Ersatzprogramm

17.08.2026 von Stefan Baumgartner

Nach ihren zwei großen Sommershows in Österreich verabschiedet sich Nina Chuba von der Livebühne - und das gleich für eine längere Zeit.

Es war im breiten Feld der deutschsprachigen Popmusik der vielleicht rasanteste Höhenflug der letzten Jahre: Nina Chuba - damals noch Nina Kaiser - war Anfang der Nullerjahre noch eine der gefragtesten Kinderdarstellerinnen und zu sehen in unter anderem “Die Pfefferkörner”, “Das Traumschiff” und “Notruf Hafenkante”, bevor sie sich mit ihrem ersten selbst verdienten Geld unter anderem ein Klavier kaufte.

Ab 2016 war sie Sängerin bei der Indie-Pop-Band BLIZZ, mit der sie 2018 die erste EP “Something New” veröffentlichte - und die Band noch im selben Jahr verließ, um fortan unter dem Künstlerinnennamen Nina Chuba eine Solokarriere zu starten. 2020 erschien ihre Debüt-EP “Power”, gefolgt von “Average” im Folgejahr - irgendwo zwischen Soul, Pop und Indie. 2021 erschien auch ihr erstes deutschsprachiges Lied “Neben mir”, bevor ihr 2022 mit “Wildberry Lillet” ein wahrer Glücksgriff gelang: Der Song sammelte in kurzer Zeit Millionen Views und plötzlich war Geld nicht nur für ein Klavier, sondern zumindest theoretisch auch für ein Haus an der Küste von Catania da.

Am Pool einer Villa auf Rügen chillte an einem warmen Juni-Tag Nina Chuba gemeinsam mit zwei Produzenten und zwei Songwritern. In der lockeren Atmosphäre entstand - vibe gecatcht - “Wildberry Lillet”, ein Stück, das von utopischen Wünschen handeln soll. “Will ein Haus für meine Mama an der Küste von Catania, zum Frühstück Canapés und ein Wildberry Lillet” heißt es da, und bei dem raketenhaften Erfolg, den Chuba erfahren hat, seitdem sie das Lied gedroppt hat, ist zumindest dieses Wunschdenken nach Geissenhaftem Jetset so utopisch nicht mehr: Denn die Generationen Z und Alpha (und, je nach Bubble, auch viele darüber hinaus) feierten auf ihren Lillet-geschwängerten Homepartys den Track derart hart ab, dass ältere, renitente Semester schon einmal stutzig werden können: Nicht nur in Hollywood, auch Rapper nennen gern Marken in ihren Songs - der Glanz von Luxusprodukten wie Mercedes oder Rolex soll jedoch auf sie abstrahlen. Wie war das aber bei Nina Chuba? Ein kommerzieller Erfolg im Musikbusiness und gleichzeitig in der Getränkebranche kann doch nicht Zufall sein? Was war zuerst, die Henne oder das Ei? “Wildberry Lillet” oder Lillet Wild Berry, wie das sommerliche In-Getränk tatsächlich heißt?

Lillet wird seit 1872 südlich von Bordeaux hergestellt, vor rund anderthalb Jahrzehnten ist er das erste Mal in Österreich aufgetaucht. “Auslöser war ein Hamburger Trendforscher, der Lillet Spritz als Sommerdrink angepriesen hat”, verriet mir damals, 2022, Tabea Dum, Brand Manager für Pernod Ricard Austria - die Firma, die Lillet hierzulande vertreibt. Eine freilich nicht repräsentative Umfrage im eigenen Bekanntenkreis zeigte, dass Lillet Wild Berry gerade bei jungen Mädchen tatsächlich schon länger als seit Nina Chubas Sommerhit den altbackenen Weißen Spritzer (oder Kaiserspritzer) abgelöst hat, Nina Chuba also vollinhaltlich (nicht nur) das Trinkverhalten ihrer Bubble bediente, gekonnt auf der Klaviatur ihres Soziotops spielte - einen Hype damit zwar vielleicht nicht losgetreten, aber doch ordentlich potenziert hat.

Dass sie nicht nur ihr Klavier, sondern die Klaviatur ihrer Bubble seitdem auch weiterhin bestens bedient, zeigt ihr Erfolg - nicht nur im heimatlichen Deutschland, auch in Österreich: Von ihren ersten Konzerten in der SIMMCity und am SZENE OPENAIR hat sie sich in Windeseile zu Headliner-Slots am LIDO SOUNDS und am FM4 Frequency, sowie in die Wiener Stadthalle hochgearbeitet. Am Weg dahin etwa auch ihre Empowerment-Single “Rage Girl”, auf der im Remix neben Nina Chuba auch Esther Graf, Eli Preiss, Lalya, Kauta, Rua, Badmómzjay, Marie Bothmer und Kayla Shyx zu hören waren.

Vergangenes Jahr erschien mit “Ich lieb mich, ich lieb mich nicht” ihr nach “Glas” (2023) zweites Album - und der mit “Rage Girl” eingeschlagene Pfad wurde durchdekliniert: Da wurde der Wagen des Ex demoliert ("Jeeep"), die eigene Unabhängigkeit gefeiert ("Jung, Dumm & Frei" und natürlich “RAGE GIRL”), Trübsal geblasen ("3 Uhr Nachts", “Unsicher”) und natürlich in flüchtige Flirts gestolpert ("Vergessen", “Fahr zur Hölle”). Alles gipfelte natürlich im direkten Streitgespräch ("Fucked up"), und Nina Chuba gelang damit tatsächlich, sich als Sprachrohr einer ganzen Generation zu positionieren.

Dass sie mit dieser Power im Rücken nicht nur vergangenen Sommer in der Freiluftarena B in Graz und am FM4 Frequency, sondern diesen Sommer auch in der Wiener Stadthalle D und an der Linzer Donaulände die Massen vor die Bühne lockte, ist ein einfaches Rechenbeispiel. Aber: Damit ist vorerst einmal Schluss.

Zwar hat sie in den letzten Zügen ihrer diesjährigen Sommertour, wie sie kürzlich auf Instagram verlautbarte, noch immer Spaß an der Sache - aber jetzt soll erst einmal Schluss sein: Bis Ende 2028 wird es - so der Plan - keine Konzerte von ihr geben. “Man muss auch einmal Pause machen”, heißt es da eingedenk der Work-Life-Balance und der seelischen Gesundheit - aber auch: “Ich will an meinem Album arbeiten. Da hab ich nämlich noch gar nicht so richtig dran gearbeitet. Ich hab mir auch ein bisschen einen faulen Lenz gemacht.”

Es wird also zumindest, wenn Nina Chuba aus ihrem vorläufigen Bühnen-Aus wieder zurückkehrt, zumindest auch neue Musik geben. Und das ist ein Trostpflaster, mit dem wir gut leben können. Und immerhin gibt es ja noch ein paar andere gute Konzerte, die die Wartezeit bis dahin überbrücken: Gleich vier der “Rage Girls” haben in den kommenden Wochen und Monaten Shows bei uns angekündigt!

“Wofür es sich zu leben lohnt” steht programmatisch für das neue Album von Esther Graf, das erst im Juni erschien - und bereits diese Woche am FM4 Frequency live vorgestellt wird!

Im April erschien mit “(Selbst)bewusst” das neue Album von Eli Preiss, quasi eine Vertonung ihrer eigenen Work-Life-Balance. Applaus dafür gibts am 6. November in der Arena!

Auf Deutsch, Französisch und Arabisch erzählt Kauta mit ihrem Urban Pop Geschichten über Liebe, Selbstfindung, Druck, Familie und das Erwachsenwerden - und zwar im Jänner im B72.

In ihrer neuen Single “Back2Business” verteilt Badmómzjay eine Ansage an die Männerwelt, und zwar nicht nur an ihren “Bastard von Ex". Live am 13. Oktober in der Arena!


Aber auch folgenden Musikerinnen sollte man auf Spotify und bei ihren Konzerten ein Ohr (oder zwei) schenken:

Die Kraft, die insbesondere in den neuen Singles von NESS steckt, ist ansteckend: Darf man am Frequency, beim Coke Music Festival und auf der “Fluchtinstinkt”-Tour 2027 nicht verpassen!

Lea hat mit “Mit dir alleine sein” gerade eine wahre Sommerromanze vorgelegt - die wir gerne prolongieren: Im September spielt sie vorm Dom in St. Pölten, im April in Wien!

Eigentlich heißt es ja immer, das Leben ist kein Wunschkonzert. Dafür gibt es einen Mittelfinger von anaïs, die mit ihrem “Wünsch dir was”-Klangteppich im Jänner ins FLUCC kommt.

“Fuck, ich hoff', du kriegst, was du verdienst” heißt es in “Ich hoffe du hast Angst”, der neuen Single von Soffie. Das lässt sich am 4. November im FLUCC gut kollektiv lauthals mitsingen …


Live-Termine


Nina Chuba

Aktuell gibt es leider keine geplanten Konzerte von Nina Chuba in Österreich. Meldet euch doch gleich für den oeticket-Ticketalarm an, um informiert zu werden, sollte sich dahingehend etwas ändern!



Infos auf dem Stand vom 17.08.2026  

Ticketalarm Nina Chuba
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