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Konzerte

Bei K.I.Z. hat der "Spasst" mit "Riesenglied" Hausverbot

02.07.2026 von Stefan Baumgartner

Bei K.I.Z. hat der “Spasst” mit “Riesenglied” Hausverbot! Seit 2011 geben die deutschen Hip-Hopper jährlich am Weltfrauentag ein Konzert, das nur Frauen zugänglich ist: 2027 – mit Ikkimel – in der Wiener Stadthalle.

Bereits 2018 gaben die deutschen Hip-Hopper K.I.Z. in Österreich ein Konzert, bei dem nur Frauen zugelassen waren: und zwar im WUK. Selbstverständlich war auch ich, als Mann, damals nicht zugelassen, aber Kollegin Verena Bogner – heute bei FM4, damals bei VICE – war dabei. Und sie jubilierte, nicht zu Unrecht: “Was wir bekommen haben? Blanke Brüste noch vor dem dritten Song, den schönsten und wildesten Frauen-Moshpit, den wir jemals gesehen haben, glückliche Gesichter, völlige Eskalation.”

Bevor einige mitlesende Männer nun steilgehen und sich überlegen, wie sie sich mit halbseidenen Ausreden ("Ich identifiziere mich aber …") ins nächste “Nur für Frauen!”-Konzert am 8. März in die Wiener Stadthalle schleichen können, streichen wir die “blanken Brüste” einmal aus dem Gedächtnis und fokussieren uns stattdessen auf das safe-space-Gefühl, das Verena Bogner in ihrem damaligen Artikel weiter anspricht: “Schon beim Betreten vom WUK tauchte man in eine wunderschöne Welt ein.” Natürlich, vereinzelt waren durchaus einige Männer im Haus vertreten – klarerweise K.I.Z. selbst auf der Bühne, aber auch Barmänner oder Techniker. Aber sie trugen Perücken und Frauenkleider – nicht im Sinne der “kulturellen Aneignung”, sondern als klares Statement dafür, wem – zur Abwechslung – einmal dieser Abend gehören sollte: den Frauen. Maxim von K.I.Z. stand da etwa als Ballerina auf der Bühne, Tarek als sexy Nonne und Nico als rothaarige und (so Verena Bogner) vor allem erstaunlich schöne Frau. Als Kontrast zu ihrem Aussehen startete das Set mit “Wir”, der vor Männlichkeit nur so strotzt: das kann man schon mal so machen!

Wenn jetzt einige Männer dies ins Lächerliche ziehen und fragen, ob dies nottut, oder gar ausgleichende Gerechtigkeit und ein reines Männer-Konzert “ohne nörgelnde, schnatternde Frauen” fordern: Im Gegensatz zu Menschen mit Ding-Dong gehen Frauen – so habe ich es mir aus meiner Bubble berichten lassen – tatsächlich meistens mit zumindest kleinen Bauchschmerzen auf ein Konzert, hoffend, dass diesmal zur Abwechslung mal keine (männliche) Hand “unabsichtlich” an ihrem Hintern streift, hoffend, dass ihr diesmal zur Abwechslung mal kein bierduftiger Anmach-Spruch ins Gesicht gerülpst wird. Ergo: Solange es Männer gibt, die ihre Schmutzfinger und Schmutzgedanken nicht bei sich behalten können und deswegen sogar auf Konzerten, bei denen eigentlich alle Spaß haben sollten, für Verstimmung sorgen, solange sind Konzerte “nur für Frauen” durchaus gerechtfertigt und benötigen auch keine “ausgleichende Gerechtigkeit” – denn das einzige Unwohlgefühl, an dem die Männer auf Konzerten hie und da laborieren ist, wenn die Barschlange zu lange ist.

Zudem: Wenn Männer von ihren Partnerinnen Männerabende oder gar Männerurlaube einfordern, bei dem sie nur unter Jungs ihren Unfug treiben können, ohne ein Augenrollen zu kassieren, dann darf man Frauen im Gegenzug schon einmal zugestehen, ein Konzert zu erleben, auf dem sie ungestört Party machen, tanzen können – und vielleicht auch einmal mit erhobenem Mittelfinger “Du Hurensohn, ich mache Party auf deinem Grab” für den Exfreund zu singen. Und: Einmal können sich auch Frauen in ihrer galoppierenden Euphorie von der Bühne in die wartenden Hände stürzen, ohne zu fürchten, dass diese mehr grabschen denn auffangen. Wenn dann, vor lauter Schweiß, der Durst lockt, auch gleich das nächste Aufatmen: Ins Getränk mischt einem an diesem Abend mit höchster Wahrscheinlichkeit niemand etwas.

Finde ich es also als männlicher Fan von K.I.Z. gut, dass ich bei ihrem nächsten Konzert am Weltfrauentag 2027 in der Wiener Stadthalle Hausverbot habe? Ja. Immerhin hatte ich als Mann in den letzten Jahren ohnehin genügend Gelegenheiten, sie abzufeiern: Erst letztes Jahr spielten sie im März in der Wiener Stadthalle, im Jahr zuvor am LIDO SOUNDS und im Jahr davor am FM4 Frequency. Und vermutlich ist bei all diesen Konzerten – im Gegensatz zu mir – die eine oder andere Frau mit einem auch mulmigen Gefühl wieder nach Hause gegangen. Vielleicht sollten sich also, solange sich einige Männer spätestens, wenn der Alkohol kickt, immer noch danebenbenehmen müssen, einige Künstler mehr überlegen, hie und da Konzerte nur für Frauen zu geben. Natürlich nicht immer: Ein überwiegendes Gros der Männer ist selbstverständlich kein “Spasst” und hat nicht nur ebenso ein Anrecht auf Verlustigung, sondern auch die Aufgabe, Frauen immer wieder aufs Neue zu beweisen, dass es auch gemeinsam geht. Zumindest dann, wenn das vermeintliche “Riesenglied” zu Hause gelassen wird.


Live-Termine


K.I.Z. - "Nur für Frauen"

08. März 2027 | Wien, Wiener Stadthalle D
Support: Ikkimel
Tickets gibt es ab Donnerstag, 2. Juli um 16 Uhr.


Infos auf dem Stand vom 02.07.2026  

Tickets K.I.Z.
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