Bild: Universal Pictures
Mit "TÁR" erzählt Regisseur, Autor und Produzent Todd Field die faszinierende Geschichte von Lydia Tár (Cate Blanchett), die erste weibliche Chefdirigentin eines großen deutschen Orchesters. Die begnadete Dirigentin hat sich in der von Männern dominierten klassischen Musikszene durchgesetzt und befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Mit ihrem Orchester plant sie eine mit Spannung erwartete Einspielung von Gustav Mahlers Fünfter Sinfonie. Doch während die Proben dafür laufen, offenbaren sich immer mehr Risse in Társ Welt: Nicht nur ihre Beziehung mit ihrer Konzertmeisterin (Nina Hoss) gestaltet sich zunehmend kompliziert, auch frühere Lebensentscheidungen, Anschuldigungen und ihre eigenen Obsessionen drohen sie einzuholen. In den darauffolgenden Wochen entgleitet ihr die Kontrolle über ihr eigenes Leben immer mehr, und dann tritt noch eine junge Cellistin (Sophie Kauer) in ihr Leben, die Tár unglaublich fasziniert.
"TÁR" zeichnet das Bild einer hochkomplexen Frauenfigur und gleichzeitig ein provokatives Porträt des klassischen Musikbetriebs. Die Musik stammt von der Oscar-prämierten Komponistin und Cellistin Hildur Guðnadóttir ("Joker", "Chernobyl", u. a.) und ist bei der Deutsche Grammophon bereits erschienen und auch auf Spotify verfügbar. Die österreichische Editorin Monika Willi wurde für den Schnitt für einen Oscar nominiert.
Das facettenreiche Album präsentiert sowohl Musik aus dem Film wie auch durch den Film inspirierte Musik, darunter eine Reihe von eindringlichen neuen Stücken von Hildur Guðnadóttir, sowie Auszüge aus großen Werken von Elgar und Mahler. Es ergänzt die faszinierende Handlung des Films, indem es vollendete, reale Versionen der Musik präsentiert, an denen die fiktive Protagonistin Lydia Tár bereits im Film arbeitet. Ein Ziel des Albums ist es dabei dem Hörer etwas von der Komplexität des musikalischen Proben- und Aufnahmeprozesses zu vermitteln.
"Das Album, wie auch der Film, soll für den Hörer das komplexe Wirrwarr erlebbar werden lassen, wenn Musik gemacht wird.“, sagt Todd Field.
Sophie Kauer begeisterte wie bereits beschrieben weltweit das Kinopublikum als Cellistin Olga Metkina in Todd Fields erfolgreichem cineastischen Drama "TÁR". Die 21-jährige deutsch-britische Cellistin und Schauspielerin hat nun ihre erste EP für Deutsche Grammophon aufgenommen: Auf "Unsung" spielt sie Werke von Nadia Boulanger, Clara Schumann, Anatoli Ljadow und Felix Mendelssohn. Es begleitet sie der Pianist Kunal Lahiry, derzeit BBC New Generation Artist und 2021 Stipendiat der Carl Bechstein Stiftung. "Unsung" erscheint am 17. März digital.
Nur aus Jux bewarb sich Sophie auf den Aufruf zum Casting für "TÁR", den ihr ein Freund geschickt hatte, ein Vorsprechen für die Rolle der Olga könnte immerhin eine unterhaltsame Erfahrung werden. Doch Sophie wurde aus Hunderten von Bewerberinnen ausgewählt und fand sich zur eigenen Überraschung schon bald neben der Oscarpreisträgerin Cate Blanchett vor der Kamera wieder.
Die Cellistin möchte jetzt die Fans von "TÁR" in ihre Welt der klassischen Musik einladen. "Das ist schön komponierte, formvollendete Musik", sagt sie. "Bei der Qualität war ich nicht zu Kompromissen bereit. Kein Crossover als Einstieg, vielmehr wollte ich zeigen, dass gerade klassische Musik sehr zugänglich sein kann." Der Doppelsinn des EP-Titels – "Unsung" – reflektiert zum einen das Liedhafte ihrer Repertoireauswahl, zum anderen ihren Wunsch, die Aufmerksamkeit auf "Musik von Komponistinnen zu lenken, auf Stimmen, die lange relativ ungehört blieben, sowie auf Stücke, die weniger bekannt sind, als sie es verdienen".
Auf der EP sind zunächst die "Drei Romanzen Op. 22" von Clara Schumann zu hören. "So warm und jugendlich", sagt Sophie, "so viele Gefühle in dieser kurzen Zeitspanne". Das folgende Präludium aus Ljadows "Morceaux Op. 11" gleicht für sie "eisiger Trauer" und das erste von Mendelssohns "Liedern ohne Worte Op. 30" "dem Augenblick, wo das Einschlafen und der erste Traum verschmelzen".
Auf der Aufnahme ist auch das letzte der "Drei Stücke" von Nadia Boulanger, es wurde ursprünglich für Orgel geschrieben und später von der Komponistin für Cello und Klavier transkribiert. "Ein sehr freches Stück, gewagt und ziemlich sarkastisch, es bringt Spaß, es zu spielen", sagt Sophie. Das Video zum Stück, das gleichzeitig mit der EP erscheint, drehte dasselbe Team, das 2022 für ein Video zu Malasana von Hania Rani und Dobrawa Czocher mit einem Opus Klassik in der Kategorie Videoclip des Jahres ausgezeichnet wurde. Hier wie dort führte Mateusz Miszczyński Regie. Anlässlich des Internationalen Frauentags kommt bereits am 8. März die Clara-Schumann-Einspielung als e-Single heraus.