Bild: Jan Frankl
Der Sommer befindet sich gerade am Zenit - und noch haben wir (hoffentlich) möglichst viel zu lachen: Erstens, weil nicht nur wir selbst zumindest für ein kleines Weilchen Büro gegen Strand tauschen können, sondern auch, weil unsere Politiker*innen ebenfalls in der (un)verdienten Sommerpause sind und dort möglichst wenig Schabernack anstellen können. Deswegen berichten die Medien auch über ganz, ganz heiße Sommerloch-Themen - etwa über das Katzen-Casting in Wien! Fast muss man ja auch darüber lachen, was die Wiener Linien jeden Sommer anstellen: Gefühlt fährt bis zum Schulanfang ausschließlich nur mehr die U1, und die auch nur im Stillstand zwischen Karlsplatz-Resselpark und Karlsplatz-Opernpassage, aber dafür riecht es bei den Temperaturen noch penetranter nach …
Aber bekanntlich kommt nach dem Sommer wieder der Herbst, und der wird alle Jahre - Klimawandel hin oder her - trist: Da können wir uns schon darauf freuen, dass zahlreiche Kabarett-Premieren die nötige Zerstreuung mit sich bringen und etwas Licht in den grauen Alltag zaubern werden! Die 13 besten neuen Kabarettstücke, die wir ab September quer durchs ganze Land erwarten, haben wir an dieser Stelle aufgelistet! Warum 13? Weil die Triskaidekaphobie, also die Angst vor der Zahl 13, weit verbreitet ist - und wir der 13 einmal ganz frech ins Gesicht lachen wollen!
Seit 2022 begeistert Michael Bauer unter dem Künstlernamen “Heidelbeerhugo” auf Instagram und TikTok, allerdings hat er bei seinem Bühnen-Debütprogramm “Was frag ich auch so blöd?” schon bewiesen, dass er mehr als nur eine Minute lang lustig sein kann.
Deswegen gibt es ab Herbst mit seinem neuen Programm “10-Meter-Turm” bereits saukomischen Nachschlag: Keine Sorge, das Programm ist auch für all jene geeignet, die Höhenangst haben oder Nichtschwimmer sind, denn eigentlich dreht es sich hier lediglich um die Frage, ob Dinge wirklich besser werden, nur weil man sie immer wieder macht. Und um Beinah-Erfolge im Leben.
Didi Sommer leitete von 2005 bis 2010 die monatliche Schreibwerkstatt des “Augustin”, und tourte von 2012 bis 2014 zusammen mit Paul Pizzera, Petutschnig Hons und BlöZinger unter dem Decknamen “Die lange Nacht des Kabaretts” durch ganz Österreich und war bei Klaus Eckel “Mitarbeiter des Monats”.
Aber jetzt ist es bereits 2025 und im Herbst präsentiert uns Didi sein viertes Soloprogramm “Endlich Sommer”! Weil: Immerhin wurde Sommer im Winter geboren, also kann man im Herbst auch über den Sommer reden - oder? Und eigentlich redet er auch nicht über die Jahreszeit, sondern aus seinem Leben. Denn: Die schönsten Geschichten schreibt das Leben!
David Scheid kennt man bereits aus “Des Teufels Bad” (neben Anja “Soap&Skin” Plaschg in der Hauptrolle), als Möchtegern-Influencer Dave aus der gleichnamigen Fernsehserie, sowie als Society-Reporter in “Willkommen Österreich”. Zuletzt war er gemeinsam mit Jan Frankl in “DAVE ON STAGE - Ein Miststück” auch auf den Kabarettbühnen zu sehen.
Nun folgt der Nachfolger “The Kabarettist”: Darin widmet sich David Scheid so elementaren Fragen wie ob man darüber lachen darf, wenn die Welt untergeht. Oder ob er ein linksradikaler Hetzer ist, nur weil er für Gleichheit aller Menschen ist. Und natürlich auch, ob seine Wokeness deswegen eine Gefahr für nachfolgende Generationen ist …
David Stockenreitner ist im bergigen und wässrigen Kärnten “noch nicht ganz al dente” auf die Welt gekommen: So frug er sich etwa in seinem letzten Programm “El Disablo”, ob - in Eigendefinition - behinderte Menschen in Punkto Kriminalität eigentlich eine Sonderregelung haben. Marvin Tare ist zwar kein Kärntner, aber immerhin ein nigerianisch-ennstalerisches Potpourri: Auch eine Form von Culture Clash!
Gemeinsam sind sie nun “Ziemlich schlechte Freunde”: David hat (weiterhin) genug davon, der brave Behinderte (ja, da ist es wieder, dieses Wort!) zu sein, und Marvin kennt die Außenseiterperspektive und die österreichische Bürokratie. Das Ergebnis: Ein Abend von zwei Männern mit null Skrupel!
Um den Weltuntergang dreht es sich wie bei David Scheid auch bei den Wissenschafts-Spaßpiraten Science Busters: Nach der Gala-Vorstellung und Preisverleihung des Oberhummer Awards gemeinsam mit Eckart von Hirschhausen am 7. September im Wiener Stadtsaal stehen MC Martin Puntigam, Dr. Florian Freistetter und Martin Moder, PhD mit “Weltuntergang für Fortgeschrittene” auf der Bühne.
In ihrem neuen Programm schauen sich der Kabarettist, der Astronom und der Molekularbiologe an, warum manche Dinge irgendwann einmal krachen gehen - zum Beispiel das Universum, das Leben, die Menschheit. Aber: Es gibt auch Dinge, die kein Ende nehmen - der Aberglaube zum Beispiel.
Hosea Ratschiller ist zwar Kärntner, aber viel lustiger als der Villacher Fasching: Das hat er bereits sowohl auf der Bühne, aber auch im Fernsehen ("Pratersterne"), gemeinsam mit Science Buster Martin Puntigam im Radio ("FM4 Ombudsmann") und in Buchform ("Der allerletzte Tag der Menschheit" mit Stefanie Sargnagel) bewiesen. Nun dürfen wir uns auf sein neuntes Kabarett-Solo “Happy Place” freuen!
Während sich David Scheid und die Science Busters den Weltuntergang auf die Fahnen geheftet haben, reicht er uns also einen Strohhalm: Die Welt mag aus den Fugen sein, aber Hosea redet uns das Leben wieder schön. Naja, zumindest so mittel halt …
Aufgewachsen in Klagenfurt, zog Ina Jovanovic 2014 nach Wien. Mit serbischen Wurzeln für den 12. Bezirk vermeintlich gut ausgestattet, merkte sie doch recht bald, dass Kärntner Freundlichkeit in Meidling völlig fehl am Platz ist. Außer auf TikTok, Instagram - und auf der Bühne: Ihr Debüt “Unerwartet” über gesellschaftliche Vorurteile kam gut an!
So gut, dass sie in ihrem zweiten Programm “Offline” nun mit der perfekten Influencer-Welt aufräumt und zeigt, dass wir alle eigentlich genau null Ahnung haben, was wir hier eigentlich tun. Und dass in der Online-Welt sehr viel falsch läuft: Hate-Kommentare pflastern den Weg, und nicht wenige davon sind von Männern. Aber die werden gleich blockiert!
Florian Scheuba ist nicht nur gemeinsam mit Thomas Maurer und Robert Palfrader Teil der (mittlerweile leicht angegrauten, aber nicht müden) Staatskünstler, die zu Jahresende im Rabenhof Theater und im neuen Jahr im Grazer Orpheum und im Linzer Posthof das Jahr 2025 reüssieren werden. Außerdem spricht er gemeinsam mit Investigativ-Journalist Florian Klenk immer wieder über die politische Realität unseres Landes.
Und nicht zuletzt setzt er sich in seinem neuen Programm “Schönen guten Abend” auch an den Bach, an dem alles runter geht: Demokratie, Wirtschaft, Umwelt und natürlich auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ob man all das wohl wieder herausfischen kann?!
Vielleicht sollte man sich aber auch ein Vorbild an Roland Düringer nehmen: Früher war er einmal Rüpelknabe in “Muttertag”, dann Prolo im Kaisermühlen-Blues und schließlich ein “Benzinbruder”. Nach unter anderem “Hinterholz 8” und “Poppitz” dann jedoch eine große Wende: Düringer fand zu sich selbst, übte Kritik an der Konsumgesellschaft und reduzierte ab 2013 sein Leben auf minimale Bedürfnisse.
Gewissermaßen zu einer Auszeit lädt er nun auch mit dem dritten Teil von seinem “Regenerationsabend”, es ist ein Moment, in dem er aus seiner Lebensgeschichte erzählt und das Publikum dazu einlädt, in herausfordernden Zeiten wie diesen, Hirn und Seele einmal eine Verschnaufspause zu gönnen …
Normalerweise reden wir ja immer über den beliebtesten (und lustigsten) Deutschen, den es nach Österreich verschlagen hat: Dirk Stermann. Andersrum ist es bei Severin Groebner, einem ehemaligen Wiener-Zeitung-Kolumnisten: Den Wiener hat es nach Deutschland verschlagen - und er hat 2011 sogar darüber geschrieben, was sich ein “Wiener in Deutschland so denkt”.
Aber nun ist es Zeit für sein neues Bühnenprogramm “Ich bin das Volk!”. Hier darf endlich der “kleine Mann von der Straße” auf die Bühne! Und Severin fragt ihn: Was macht er eigentlich auf der Straße? Wie klein ist der kleine Mann eigentlich genau? Und warum strebt das Volk immer nach Größe, wenn es aus lauter kleinen Männern besteht?
Eva Maria Marold kennt man seit 2004 in erster Linie von der ORF-Comedy-Quizshow “Was gibt es Neues?”, die von Oliver Baier moderiert wird und in dessen Rateteam neben den Stammgästen Michael Niavarani und Viktor Gernot auch schon Klaus Eckel, Thomas Stipsits und Lukas Resetarits saßen.
Debütiert hat sie jedoch schon in den Neunzigern, auf der Musicalbühne - unter anderem in “Tanz der Vampire”! Und so kommt es nicht von ungefähr, dass sie für ihr neues Kabarett-Programm “Frauen und Kinder zuerst!” ein Engagement als Sängerin auf einem großen Kreuzfahrtschiff angenommen hat. Doch plötzlich ist der Unterschied zwischen “sinGen” und “sinKen” ein ganz, ganz kleiner …
Auch Monika Weinzettl und Gerold Rudle durften schon des Öfteren bei "Was gibt es Neues?" mitraten - und sind bereits seit 2006 als Pärchen-Kabarettisten ein absoluter Garant für beste Unterhaltung, live aus dem Beziehungsleben!
Nun sind sie - so erzahlt ihr neues Programm “Für immer … und andere Irrtümer” seit bereits 15 Jahren verheiratet - und erleben mittlerweile den Beziehungsweg sehr oft als ein Geduldspiel, oder auch auch als ein Puzzle, bei dem stets ein Stein fehlt. Ich glaube, alle, die schon länger in einer Beziehung stecken, können ein Liedchen davon singen?! Und so wird dann irgendwann aus dem “für immer” ein “für immer, aber nur, wenn du nicht immer” …
Chrissi Buchmasser ist ebenfalls aus “Was gibt es Neues?” bereits bekannt. Auch bei Hosea Ratschillers “Pratersterne” und in der von Gerald Fleischhacker moderierten Satiresendung “Die Tafelrunde” war sie bereits zu sehen.
Nach ihrem Programm “Braves Kind”, das soeben auch beim INTERMEZZO in der Wiener Staatsoper zu sehen war, freuen wir uns nun auf ihr neues Bühnenstück “Zugzwang”: Denn für Chrissi muss nicht nur ein neues Programm her, sondern auch eine neue Wohnung - und das mitten in der Rushhour ihres Lebens. Da gehören Prioritäten gesetzt, Entscheidungen getroffen und die Weichen für die Zukunft gestellt. Denn irgendwann ist für uns alle der Zug abgefahren …
Wem das für einen durchlachten Herbst noch nicht reicht, für den empfiehlt es sich, das Programm vom Wiener Rabenhof Theater zu Gemüte zu führen: Ab Herbst kredenzen im Gemeindebau-Theater in Wien-Erdberg Originale von Dirk Stermann über Stefanie Sargnagel und den Staatskünstlern bis hin zu Conchita Wurst erneut einen kunterbunten, nicht selten kuriosen Alltags-Mix, der wahrlich nur aus dem Gemeindebau stammen kann. Dabei spannt man alle Jahre einen Bogen quer durch die urbane Popkultur: Von Kabarett und Literatur über Schau- und Singspiel bis hin zu Jugendtheater und Musical. Die wichtigsten Stücke haben wir natürlich auch hier am HEADLINER zusammengefasst!