Bild: Barracuda Music
Die irisch-amerikanische Folk-Punk-Band Dropkick Murphys schießt auf ihrer neuen Single scharf gegen die gewalttätige amerikanische Einwanderungsbehörde ICE: "Citizen I.C.E." ist eine neue Version ihres Klassikers "Citizen C.I.A." aus dem Jahre 2005. Hochpolitisch wird es auch in Österreich!
Wir erinnern uns: Über Wochen hinweg führte ICE die Schlagzeilen an, stand es doch in Kritik, bei Verhaftungen aggressive Taktiken und exzessive Gewalt anzuwenden. So war etwa JB Pritzker, der demokratische Gouverneur von Illionois auf CNN mit dem Zitat zu hören: “Sie führen Razzien in Wohngebieten durch, wo sie, anstatt die Kriminellen zu verfolgen, einfach braunhäutige und schwarze Menschen festnehmen.” Vergleiche mit einer “faschistischen paramilitärischen Organisation” wurden da laut, und Präsident Donald Trump wird seit seiner zweiten Amtseinführung vorgeworfen, insbesondere in demokratisch geprägten Bundeststaaten gezielt die lokalen Bevölkerungen zu terrorisieren, einzuschüchtern und Unruhe zu erzeugen, Aufstände zu provozieren.
Insbesondere die Ermordung von Renée Nicole Good und von Alex Pretti Anfang und Ende Jänner in Minneapolis sorgte für einen berechtigten Aufschrei - und dafür, dass der Schlagsatz “FUCK ICE!” die Runde machte. Mehrere US-Musiker schrieben in Folge Protestsongs gegen ICE, darunter Bruce Springsteen mit “Streets of Minneapolis”. Auch der Rapper Ice-T von Body Count wandelte den Refrain seines Liedes “Cop Killer” nach den Todesfällen in Minneapolis in “ICE Killer” um.
Mittlerweile wurden zumindest kleine Konsequenzen gezogen: Heimatschutzministerin Kristi Noem wurde im März enlassen, ICE-Kommandant Grego Bovino - von Kritikern auch “Gestapo Greg” genannt - wurde ebenfalls entlassen und erst vor wenigen Tagen vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Aber damit ist natürlich noch nicht alles wieder gut.
Bereits Anfang März spielten die Dropkick Murphys ein kostenloses Gedenkkonzert für Pretti und Good in Minneapolis mit lokalen Acts. “Wir sind so stolz darauf, wie Minnesota in diesem Moment aufgestanden ist. Und wir sind so traurig für die Gemeinschaft und für die Familien Pretti und Good wegen dessen, was sie durchgemacht haben“, sagte Dropkick-Murphys-Frontmann Ken Casey in einer Erklärung. ”[Deshalb] ist es uns eine Ehre, herzukommen und Musik für die Menschen zu spielen. Und sie wissen zu lassen, dass wir solidarisch an ihrer Seite stehen."
Nun der Nachschlag: Die irisch-amerikanische Folk-Punker haben soeben ein Video zum “neuen” Song “Citizen I.C.E.” veröffentlicht, der auf dem gemeinsamen Album “New England Forever” mit Haywire 617 zu finden ist, das am 17. März erschienen ist. Der Track ist eine neu interpretierte Version des Band-Klassikers “Citizen C.I.A.” aus dem Jahr 2005 - und anlässlich der Neuinterpretation heißt es von Bandseite: "As Americans are being executed in the street, we feel it is our duty to raise consciousness, and be one of the voices speaking against this nightmare. 'Citizen I.C.E.' is FOR THE PEOPLE. Stand strong against tyranny.”
Dabei ist dies nicht das erste Mal, dass sich die Dropkick Murphys gegen Donald Trump und seine Einwanderungspolitik und unzähligen Skandale stellen: Bei einem Konzert im Rahmen der Vans Warped Tour vergangenes Jahr in Kalifornien hat Casey ihr Lied “First Class Loser” schmähend dem US-amerikanischen Präsidenten gewidmet. Aber auch davor machten die Murphys keinen Hehl über ihre Abneigung und bezeichneten Trump des Öfteren als “Typ, der oranges Make-up trägt, sich in Windeln in die Hose scheißt, Frauen vergewaltigt und Kinder anfasst”, während Casey in einem Podcast den Präsidenten obendrein als “Ratte” bezeichnete.