Bild: Nick Cave & The Bad Seeds
Noch vor seinem Konzert auf Burg Clam gibt es Anfang Dezember mit “Live God” ein neues Live-Album von Nick Cave, Depeche Mode präsentieren ab kommender Woche “M” im Kino - das Album dazu folgt ebenfalls im Dezember. Ebenfalls im Kino: Bruce Springsteen mit “Deliver Me From Nowhere” - passend dazu gibt es sein Kultalbum “Nebraska” nun als Boxset. Doch damit nicht genug: Im Jänner gibt es dann mit “The Demise Of Planet X” das neue Album von Sleaford Mods!
Kommenden Sommer gastiert Nick Cave gemeinsam mit seinen Bad Seeds auf Burg Clam - die besten Plätze sind bereits restlos ausverkauft, und wer noch überlegt, sollte sich beeilen: Auch die “normalen” Tickets gehen weg wie warme Semmeln! Kein Wunder, ist Nick Cave für seine “Jünger” nicht nur Musiker, sondern tatsächlich auch so etwas wie ein “Gott” (oder zumindest sein irdischer Vertreter) - warum, das haben wir an [dieser Stelle] bei uns am HEADLINER erläutert.
Zur Einstimmung erscheint bereits in wenigen Wochen, am 5. Dezember, mit “Live God” ein neues Live-Album von Nick Cave & The Bad Seeds. Es ist das tatsächlich mehr als beeindruckende Zeugnis ihrer “The Wild God”-Tour, die sie im letzten Jahr auch nach Europa führte - allerdings damals nicht nach Österreich. Das Album fängt die wild-transzendente Natur dieser unvergesslichen Shows ein, die nach Nick Caves eigenen Worten „ein Gegenmittel gegen die eigene Verzweiflung“ waren - immerhin muss er den verfrühten Tod gleich zwei seiner Söhne verkraften: 2015 verstarb sein Sohn Arthur nur 15-jährig beim Sturz von einer Klippe, 2022 verstarb sein Sohn Jethro im Alter von ebenfalls lediglich 30 Jahren.
Die umfangreiche, 15 Stück starke Tracklist umfasst einen Großteil der Songs des fantastischen letzten Studioalbums “Wild God” aus dem Jahr 2024, sowie Live-Versionen von Fan-Favoriten wie “From Her To Eternity”, “Papa Won’t Leave You, Henry” und natürlich “Into My Arms”. Bereits jetzt zu sehen ist das Titelstück des letzten Albums, mit einer Aufnahme aus Paris. Und noch ein kleines Geschenk hat Nick Cave parat: Wer das Album im Artist Store vorbestellt, bekommt zudem einen limitierten Fotoprint - signiert von Nick Cave!
Während sich der Kinostart von „Depeche Mode: M” am 28. Oktober so langsam nähert, können sich Fans auf gleich zwei dazu passende Veröffentlichungen freuen: Ebenfalls am 5. Dezember erscheint sowohl der Feature-Film als CD/DVD- und CD/Blu-Ray-Bundle, parallel dazu erscheint das Livealbum “Memento Mori: Mexico City” auf CD, Vinyl und Kassette.
Bei “M” dürfen wir uns auf Impressionen der drei ausverkauften Shows von Depeche Mode im legendären Foto Sol Stadion in Mexiko-Stadt während ihrer “Memento Mori”-Tournee freuen - eine Tour, die Depeche Mode aber auch nach Österreich, nach Klagenfurt, führte - wir haben darüber berichtet. Aber natürlich ist Mexiko, noch dazu passend am Día de Muertos, ein anderes Kaliber als die kärntnerische Landeshauptstadt: Es ist mehr als nur ein Konzertmitschnitt, sondern vielmehr eine bildgewaltige Reise ins Herz der mexikanischen Kultur und ihrer engen Verbindung mit den Themen Tod und Vergänglichkeit - natürlich eingerahmt in die thematisch passende, und demnach überaus fesselnde Live-Performance von Depeche Mode.
Verantwortlich für diesen intensiven Blickwinkel zeichnet der mexikanische Filmemacher und Regisseur Fernando Frias, der auch für das Livealbum “Memento Mori: Mexico City” Regie führte: Hier erleben wir die Stimmung von Depeche Mode und mehr als 200.000 euphorische Fans, als wäre man direkt dabei gewesen! Außerdem gibt es am Album gleich vier bisher unveröffentlichte Bonustracks aus den “Memento Mori”-Albumsessions: “Survive”, “Life 2.0”, “Give Yourself To Me” und “In The End”.
Bereits ab 24. Oktober werden Springsteen-Fans die österreichischen Kinos stürmen: Da startet nämlich das Biopic “Springsteen: Delive Me From Nowhere”, den Titelhelden spielt niemand geringerer als Jeremy Allen White, bekannt aus der gefeierten Serie “The Bear”. Der Film zeichnet Bruce Springsteens kreativen und persönlichen Weg während der Aufnahmen zum kultigen “Nebraska”-Album (1982) nach.
Grund genug, dass “Nebraska” nun auch nochmals ordentlich aufgemotzt neu erscheint - und alte und neue Fans gleichermaßen die Gelegenheit bekommen, das Album in zuvor noch nicht dagewesener Tiefe und in einem völlig neuen künstlerischen Kontext zu erleben. Die 4-Disc/LP-Boxsets umfassen neben einer remasterten Version des Original-Albums nämlich auch noch zahlreiche nie gehörte und unveröffentlichte Aufnahmen: die sagenumwobenen “Electric Nebraska”-Sessions der E Street Band, ausgewählte Solo-Outtakes aus der gleichen Ära sowie den neu produzierten Film “Nebraska” in voller Länge. Es ist dies also gleich ein Gesamtwerk, das einen bis dato beispiellosen Einblick in die Klangwelt dieses außergewöhnlichen Lo-Fi-Meisterwerks und frühen Springsteen-Klassiker gewährt - für viele Fans sein bestes Album überhaupt.
Springsteen, der seinerzeit nie mit dem “Nebraska”-Album auf Tour gegangen ist, widmet sich den Stücken nun vier Dekaden später: “Erst als ich diese Songs für die Filmaufnahmen erneut gespielt habe, wurde mir ihre Bedeutung bewusst”, so Springsteen. “Die Songs auf ‘Nebraska’ haben einfach etwas Magisches an sich.”
Nachdem Sleaford Mods mit “Megaton” bereits im September eine neue Single veröffentlicht hatten, gibt es nun nicht nur eine weitere, neue Single, sondern auch gleich die Ankündigung ihres neuen Albums “The Demise Of Planet X”, das am 16. Jänner erscheint.
“The Demise Of Planet X”, so erklärt das pöbelnde Punk-Duo aus England, ist eine spöttische Bestandsaufnahme der Gegenwart und Gesellschaftskritik, die toxische Männlichkeit ebenso ins Visier nimmt wie den allgegenwärtigen Trumpismus. “Das Album steht für ein Leben in enormer Unsicherheit, geprägt von kollektivem Trauma”, sagt Jason Williamson über “The Demise Of Planet X”. Und weiter: “Als wir das letzte Album schrieben, ging es um Stagnation, um ein Land, das sich wie ein lebloser Körper anfühlte. Drei Jahre später ist diese Leiche aufgeplatzt, durch Krieg, Völkermord und die anhaltenden psychischen Nachwirkungen von Covid.”
Wie schon auf den beiden Vorgängeralben “Spare Ribs” (2021) und “UK Grim” (2023), haben sich Andrew Fearn und Jason Williamson auch wieder einige Gäst*innen ins Studio geladen – und diesmal so viele wie noch nie! So sind auf dem neuen Album unter anderem Aldous Harding, Liam Bailey und Sue Tompkins (Life Without Buildings) zu hören. Und im Opener - der neuen Single - “The Good Life” ist außerdem das Birminghamer Duo Big Special (erst gestern live in der Wiener Arena!) und Schauspielerin Gwendoline Christie ("Game Of Thrones", “Severance”, “Wednesday”) dabei. Sie spiegeln in dem Song die innere Zerrissenheit Williamsons wider, der nach eigener Aussage sowohl Freude als auch Elend dabei empfindet, andere Bands fertigzumachen. “Ich frage mich: ‘Warum mache ich das überhaupt immer wieder?’ Meine inneren Stimmen werden im Song von Gwendoline Christie und Big Special dargestellt. Sie tragen diesen Konflikt aus zwischen dem Wunsch, einfach ein gutes Leben zu leben, und dem, sich mit ins allgemeine Chaos zu stürzen.”
Der erste Eindruck: Das Album ist definitiv ein musikalischer Mittelfinger - jedoch auch irgendwie charmant, wie immer.