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Kultur

Ennio Morricone: Abgesang einer Legende

04.11.2022 von Robert Fröwein

+++ UPDATE: GEWINNSPIEL +++

Update vom 09. November 2022, 09:30 Uhr

Für das Konzert "Ennio Morricone - The Official Concert Celebration" am Dienstag, 20.12.2022 in der Wiener Stadthalle dürfen wir 5x2 Karten verlosen. Das Gewinnspiel findet ihr am unteren Ende des Artikels.

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Die Musik zum Western-Epos „Spiel mir das Lied vom Tod“ ist vielleicht der berühmteste Film-Score aller Zeiten. Dazu auch noch legendäre Soundtracks für „Zwei glorreiche Halunken“, „Cinema Paradiso“ oder zuletzt „The Hateful Eight“ von Quentin Tarantino – der Römer Ennio Morricone galt nicht nur zeit seines Lebens als größter und legendärster Filmkomponist, er trägt diesen unsichtbaren Titel auch weit über sein Ableben hinaus. Vor etwas mehr als zwei Jahren verstarb er mit 91 Jahren an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs, den er sich kurz zuvor bei einem Sturz zugezogen hatte. Seine großen Kompositionen trug er das letzte Mal 2017 in die Wiener Stadthalle – ein bombastisches Ereignis im orchestralen Kontext.

Würdiges Vermächtnis

Andrea und Ennio Morricone

Der ständig beschäftigte Vielarbeiter hat noch im hohen Alter wie ein Besessener an neuen Konzeptionen gearbeitet. Nach seinem Live-Rückzug 2019 werkte er an einer brandneuen Konzertproduktion, die bereits als sein Nachlass verstanden werden sollte. Opulente Szenen aus seinen größten Filmklassikern, atemberaubende Sound- und Lichteffekte und nicht zuletzt seine langjährigen Solisten werden dem Maestro, wie er auch von seinen Söhnen ehrfürchtig genannt wird, am 20. Dezember in der Wiener Stadthalle ein letztes und würdiges Vermächtnis hinterlassen. Das Czech National Symphony Orchestra wird von Ennios Sohn Andrea dirigiert, der seine eigene Komponistenkarriere an der Seite seines Vaters bei „Cinema Paradiso“ begann und sich im Laufe der Jahre eine erfolgreiche Karriere mit eigenen Projekten aufbaute.

Für Andrea ist die anstehende Tour mit gemischten Gefühlen verbunden. „Die ganze Welt hat meinen Vater und seine Werke geliebt“, erzählt er im Gespräch, „wir wollen seine Arbeit und sein Genie im würdigen Rahmen präsentieren. Es geht um das Teilen. Das Teilen seiner Musik, seiner Emotionen und seines Vermächtnisses, das für alle Menschen da draußen hör- und fühlbar sein sollte. Mit dem nötigen Respekt vor seinem Schaffen, werden wir seine Gedanken und Ideen sicher passend in die Öffentlichkeit tragen können.“

Von den insgesamt vier Kindern des Maestros trat Andrea als einziger wirklich in die Fußstapfen des großen Meisters. Die Beziehung zwischen den beiden changierte zwischen privat und beruflich – in Ennios Leben gab es ohnehin keinen Raum für eine Unterscheidung dahingehend. Er lebte und atmete Musik mit allen Poren.

 

Emotionen reichen nicht

Dieses Arbeitsethos ging quasi deckungsgleich auf den Sohnemann über, der seine Kunst auch mit einem ähnlichen Credo versieht. „Emotionen in der Musik sind wichtig, aber sie sind nicht alles. Man braucht Intuition und Intelligenz. Aus dieser Mischung heraus ergibt sich dann die bestmögliche Ausführung.“ In der zweistündigen Show ist es Andrea Morricone vor allem wichtig, seinem Orchester und den Solisten den nötigen Raum zur Entfaltung zu geben. „Das Schlimmste, das ein Dirigent tun kann, ist seine Musiker zu sehr herauszufordern. Sie brauchen Raum zum Atmen und zum Spielen. Ein zweistündiges Konzert wie dieses ist vor allem dann ein Erfolg, wenn das Publikum am Ende noch nicht genug hat. Wenn es von der Vorstellung so begeistert ist, dass es noch mehr Musik hören möchte.“

Der Chef selbst blendet das Publikum bei einem Konzert völlig aus, um mit höchster Konzentration dabei zu sein. „Die Beziehung zwischen dem Dirigenten und dem Orchester ist mitentscheidend für ein gutes und erfolgreiches Konzert. Man muss sich blind verstehen, respektieren und seine Stärken ausspielen. Ich fühle mich in meiner Rolle vorne immer verantwortlich. Verantwortlich für eine gute Show, verantwortlich für mein Orchester und meine Solisten.“ Wie sein Vater ist auch Andrea Morricone von Perfektion getrieben. Fluch und Segen zugleich. „Wenn ich einen Fehler mache, merke ich das innerhalb einer halben Sekunde und ärgere mich noch lange nachher darüber. Aber bei einem abendfüllenden Programm bleibt keine Zeit für Ärger, die Schönheit des Konzerts muss sofort wieder die Überhand nehmen.“

 

Am 20. Dezember kann man sich bei „Ennio Morricone – The Official Concert Celebration“ in der Wiener Stadthalle selbst von der familiären Staffelübergabe überzeugen. Tickets gibt es bei oeticket.com.

TICKETS

Gewinnspiel


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