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ESC 2023: Teya & Salena mit "Who the hell is Edgar?"

08.03.2023 von Stefan Baumgartner

Österreich nahm erstmals bei der zweiten Ausgabe des Eurovision Song Contests teil, 1957 in Frankfurt am Main. Damals hieß der Bewerb noch Grand Prix Eurovision de la Chanson und Bob Martin landete mit "Wohin, kleines Pony?" auf dem letzten Platz mit drei Punkten.

1964, 1965 und 1966 trat Udo Jürgens für Österreich an und holte im letzten Jahr mit "Merci, Chérie" Österreichs ersten Sieg im Wettbewerb. 1967 fand also der ESC das erste Mal in Wien statt, danach nur noch einmal, nämlich 2015 nach dem Vorjahressieg von Conchita Wurst mit "Rise Like a Phoenix" in Kopenhagen.

Österreich landete bisher neunmal am letzten Platz und belegt somit mit der Schweiz die Liste der häuftigsten letzten Plätze auf Platz 3, nur Norwegen und Finnland sind öfters (nämlich elfmal) auf dem letzten Platz gelandet - Österreich erreichte bisher vier Mal im Wettbewerb null Punkte und somit mit Norwegen und der Schweiz zusammen am häufigsten keinen Punkt. Im Vergleich zu zwei Siegen und einem dritten Platz 2018 (Cesár Sampson mit "Nobody but You") gehört Österreich also zu den weniger erfolgreichen Ländern im Wettbewerb, auch wenn neben den bereits genannten mit Marianne Mendt, Waterloo & Robinson, Gary Lux, Tony Wegas und Alf Poier nebst einigen anderen auch große heimische Namen um den Sieg gerittert haben.

Dieses Jahr werden Teya & Salena mit "Who the hell is Edgar?" in Liverpool ihr Glück versuchen.

Männer- und Frauenquote beim ESC

In der Geschichte des Eurovision Song Contest gab es bisher übrigens 69 GewinnerInnen - auch geschuldet des Vierfachgewinns von 1969 mit Salomé, Firda Boccara, Lenny Kuhr und Lulu. Von den 69 GewinnerInnen waren 50 Solo-KünstlerInnen, sechs Duos und 13 Bands. Davon waren 15 Gewinner männlich, 40 weiblich (Conchita Wurst miteingerechnet) und 14 Duos oder Bands mit beiden Geschlechtern. Das bedeutet, zumindest bei Europvision Song Contest, einen deutlichen Überhang an weiblichen Gewinnerinnen. Wir sind gespannt auf das Ergebnis dieses Jahr!

Teya & Salena

Teya & Salena ist ein neu zusammengefundenes österreichisches Musikduo, bestehend aus Teodora Spiric und Selina-Maria Edbauer. Sie lernten sich 2021 bei der Castingshow Starmania kennen, bei der Edbauer im Halbfinale ausschied, Spiric erreichte die zweite Finalshow. Beide hatten sich bereits in der Vergangenheit für den ESC beworben, Spiric als Thea Devy 2020 mit "Judgment Day" und Edbauer 2019 mit "Behind The Waterfall". Zudem trat Spiric mit ihrem Beitrag, nachdem sie nicht von der internen Jury Österreichs ausgewählt wurde, am serbischen Vorentscheid Beovizija für den ESC 2020 an. Dort erreichte sie im Finale Rang 10 von 12 Teilnehmern.

Teya & Salena ist das erste weibliche Duo, das für Österreich beim Eurovision Song Contest an den Start geht - ihr Song "Who the hell is Edgar?" wird am heutigen Frauentag präsentiert. Sie singen am Donnerstag, dem 11. Mai, im zweiten Semifinale (und dort in der zweiten Hälfte) um den Einzug in das Finale am 13. Mai (jeweils live ab 21 Uhr in ORF 1).

Der Song geht schnell ins Ohr und kommt leicht daher, hat aber in der zweiten Ebene eine sehr schöne Message und damit auch eine gewisse Ernsthaftigkeit. TEYA & SALENA sehen sich als Mitglieder der Song-Contest-Familie und es ist sehr schön, wenn jemand das gesamte Event als ,Once in a Lifetime‘-Chance wahrnimmt.

(Stefan Zechner, ORF-Delegationsleiter)

Dieser Song ist eine Momentaufnahme von dem Spaß, den wir beim Schreiben hatten. Es hat damit angefangen, dass wir vermitteln wollten, wie es sich anfühlt, wenn ein guter Song entsteht. Manchmal geht die Kreativität durch einen durch, so als wäre man von einem Geist besessen.

(Salena)

Wir wollten in dem Song aber auch unsere persönlichen Erfahrungen als Songwriterinnen verpacken. Es fühlt sich oft so an, als müsse man sich immer wieder beweisen, um ernst genommen zu werden. Dadurch, dass wir Edgar Allan Poe als den tatsächlichen Schreiber des Songs darstellen, wollen wir Aufmerksamkeit auf diesen Teil des Musikbusiness leiten. Es ist Satire.

(Teya)

Über TEYA und SALENA

TEYA hat ihre Leidenschaft für Musik im Alter von zwölf Jahren entdeckt. Zu ihren großen Idolen zählten Adele und Amy Winehouse. Sie brachte sich selbst das Singen bei, trat in Musicals auf und sammelte – neben Tanzen und Schauspielen – als Saxophonistin in einem Jazzorchester erste Bühnenerfahrung. Mit 17 Jahren begann sie Songs zu schreiben und schon ein Jahr später nahm sie an Songwriting-Camps in ganz Europa teil, insbesondere an den Eurovision-Camps in der Schweiz, Belgien und Schweden. Mittlerweile konnte sie sich einen Namen als Songwriterin machen. 2020 nahm sie sowohl an der österreichischen als auch an der serbischen Auswahl für den Eurovision Song Contest teil. Nun hat es geklappt und TEYA kann es noch gar nicht richtig glauben: „Ich wollte schon als Kind zum Eurovision Song Contest, weil er für mich immer bedeutet hat, dass selbst große Träume wahr werden können, unabhängig davon, wer man ist und woher man kommt. Ich kann den ersten Schritt auf die Bühne kaum erwarten! Mein siebenjähriges Ich wird mir erst dann glauben, dass das Ganze Wirklichkeit ist.“

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SALENA begann mit sieben Jahren zu singen und brachte sich zusätzlich zu Gesang auch das Gitarrespielen selbst bei. Später trat sie bei Schulveranstaltungen, Firmungen, Hochzeiten und Taufen auf, gemeinsam mit Bands, aber auch als Solo-Künstlerin. 2017 schaffte sie es bei The Voice of Germany in die dritte Runde, 2019 bewarb sie sich schon einmal als österreichischer Act beim Song Contest und seit 2020 ist sie als „Station Voice“ im Hitradio Ö3 sowie in mehreren Werbespots zu hören. Dass sie jetzt beim Song Contest dabei ist, ist für SALENA unbeschreiblich: „Mein wohl größter Kindheitstraum erfüllt sich gerade. Ich habe damals Conchita auf der Bühne gesehen und meinen Eltern gesagt, dass ich genau das will – eine Riesenbühne und Menschen, die Musik so sehr fühlen wie ich. Ab diesem Zeitpunkt habe ich noch mehr an mir und meinem Gesang gearbeitet. Der ESC bedeutet für mich Diversity und zeigt Menschen mit Visionen und Träumen, die ich bzw. wir auch haben. Der Moment, in dem wir beide auf der Bühne stehen, die ersten Zeilen singen und bemerken, dass uns ein Millionenpublikum zusieht, ist wohl der Moment, auf den ich mich am meisten freue – wenn der Traum zur Realität wird.“

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