Bild: Dorota Szulc
Mit "If Not Now, When" stellen die Metalcore-Visionäre Imminence die nächste Single von "Axis Mundi" vor: Wann, wenn nicht jetzt sollte man sich Tickets für den Gaso checken?
Imminence aus der schwedischen Malmö-Gegend sind seit 2009 aktiv und haben sich mit mittlerweile fünf Alben zügig an die Spitze des ohnehin dicht umkämpften Metalcore-Felds - Stichwort President, Beartooth, Motionless In White und The Amity Affliction - vorgekämpft. Zuletzt erschien im Frühjahr 2024 mit “The Black” ihr aktuellstes Album: Darauf klangen sie emotionaler und wütender als je zuvor, schütteln ein starkes Riff nach dem anderen aus dem Ärmel - und dazwischen sogar (man höre und staune) Geigenarbeit! Dass Imminence also versuchen, zu eng gesteckte Genregrenzen aufzubrechen, sollte ersichtlich sein: Noch weiter will man auf dem am 2. Oktober kommenden Album “Axis Mundi” gehen - die ersten drei Singles “The Sword That Never Bends”, “False Light” und “Crestfallen” gaben bereits einen guten Eindruck über ihre Vielschichtigkeit.
Nun offenbart “If Not Now, When” weitere Einblicke: Aufgebaut auf rauen Gitarren, eindringlichen Melodien und einer Atmosphäre, die unverkennbar vom Grunge der 90er-Jahre inspiriert ist, präsentieren sich Immence bei “If Not Now, When” von ihrer dynamischsten Seite. Auch wenn immer wieder Momente von Härte einfließen, lässt der Song zugleich Raum für Eddie Bergs charakteristisches Violinspiel, das hier im Mittelpunkt steht; so entsteht eine kraftvolle Balance zwischen roher Aggression und schmerzlicher Verletzlichkeit - eine Kombination, die wie gesagt längst zum Markenzeichen der Band geworden ist und sie von ihrer Kollegenschaft deutlich abhebt.
Das Video setzt außerdem die Erzählung fort, die mit “The Sword That Never Bends” angefangen und zu “False Light” weitergeführt wurde: Die Geschichte spielt in einer düsteren mittelalterlichen Fantasy-Welt und folgt einem unsterblichen Ritter, der dazu verdammt ist, endlos auf der Suche nach jenem einen zu wandern, das ihm für immer verwehrt bleibt: dem Tod. Mit der Entfaltung jedes Kapitels gewinnt die Welt von Axis Mundi an Tiefe, wobei die Grenzen zwischen Mythos, Erinnerung und dem menschlichen Dasein zunehmend verschwimmen.
Die Dualität stand schon immer im Mittelpunkt von Imminence. Unser musikalischer Ausdruck ist ein Dialog zwischen Licht und Schatten, Gewalt und Schönheit, Hoffnung und Verzweiflung. Was sich radikal im Klang unterscheidet, erzählt dennoch gemeinsam eine einzige Geschichte. “Axis Mundi” ist nicht dafür gedacht, es nur aus einer einzigen Perspektive zu erleben - es ist eine Reise durch alle Extreme, wie als Tor zur realen Welt.
(Gitarrist Harald Barrett)
Bei dieser Brillanz ist es freilich kein Wunder, dass Imminence vergangenes Jahr am Nova Rock selbst zur frühen Stunde reichlich umjubelt waren - und sich nun anschicken, zu Jahresanfang 2027 gemeinsam mit der amerikanischen Metalcore-Legende August Burns Red die Raiffeisen Halle im Gasometer ein paar Etagen tiefer legen! “If Not Now, When” sollte man sich dafür endlich Tickets checken?!