Bild: Dorota Szulc
Im Oktober erscheint das neue Album "Axis Mundi" der schwedischen Metalcore-Visionäre Imminence. Die breite klangliche Dimension verbildlichen gleich zwei neue Singles, “False Light” und “Crestfallen”.
Imminence aus der schwedischen Malmö-Gegend sind seit 2009 aktiv und haben sich mit mittlerweile fünf Alben zügig an die Spitze des ohnehin dicht umkämpften Metalcore-Felds - Stichwort President, Beartooth, Motionless In White und The Amity Affliction - vorgekämpft. Zuletzt erschien im Frühjahr 2024 mit “The Black” ihr aktuellstes Album: Darauf klingen sie emotionaler und wütender als je zuvor, schütteln ein starkes Riff nach dem anderen aus dem Ärmel - und dazwischen sogar (man höre und staune) Geigenarbeit! Dass Imminence also versuchen, zu eng gesteckte Genregrenzen aufzubrechen, sollte ersichtlich sein: Noch weiter will man auf dem am 2. Oktober kommenden Album “Axis Mundi” gehen, von dem bereits der erste Eindruck “The Sword That Never Bends” veröffentlicht wurde.
Gleich zwei neue Singles - “Fals Light” und “Crestfallen” - sollen nun einen noch tieferen Einblick in die Vielschichtigkeit von Imminence geben.
Beide neuen Songs sollen auf ihre eigene Art und Weise einen Einblick in die jeweils unterschiedliche emotionale und klangliche Dimension von “Axis Mundi” offenbaren, als Klammerstellung die vernichtende Härte einerseits, die cineastische Weite andererseits, irgendwo zwischen Dunkelheit, Katharsis und Licht.
Und tatsächlich: “False Light” zählt zu den wildesten und unerbittlichsten Momenten nicht nur des Albums, sondern gar der bisherigen Karriere von Imminence. Er beginnt mit einer bedrohlichen, angespannten Intensität und entlädt sich dann in eine regelrechte Verwüstung. Aber sogar hier: Unter dieser Wucht kommt durch zarte Violinenklänge und kurze Passagen mit klarem Gesang eine flüchtige Zurückhaltung zum Vorschein, die die Unberechenbarkeit und emotionale Spannung noch verstärkt.
Im Gegensatz dazu offenbart “Crestfallen” eine atmosphärischere und reflektierte Seite des Albums. Auf hypnotischen elektronischen Texturen entfaltet sich der Track durch mitreißende Orchestrierung, immersive Klänge und auch hier wieder: ein eindrucksvolles Violinenarrangement, das dem Ganzen durchgehend filmische Tiefe verleiht. Eddie Bergs klarer Gesang gleitet mühelos durch das Stück und vermittelt einen zerbrechlichen emotionalen Kern, während verzerrte Grundstimmung und Screams nachklingen und dem Ganzen Gewicht verleihen, ohne die Zurückhaltung zu brechen.
So soll “Axis Mundi” in seiner Gesamtheit wie eine Fusion aus knallhartem Metalcore, orchestraler Pracht und visueller Erzählkunst nicht nur zu ihrem eigenen bislang ambitioniertesten Werk werden, sondern auch aus der Metalcore-Masse hervorstechen.
Die Dualität stand schon immer im Mittelpunkt von Imminence. Unser musikalischer Ausdruck ist ein Dialog zwischen Licht und Schatten, Gewalt und Schönheit, Hoffnung und Verzweiflung. Was sich radikal im Klang unterscheidet, erzählt dennoch gemeinsam eine einzige Geschichte. “Axis Mundi” ist nicht dafür gedacht, es nur aus einer einzigen Perspektive zu erleben - es ist eine Reise durch alle Extreme, wie als Tor zur realen Welt.
(Gitarrist Harald Barrett)
Bei dieser Brillanz ist es freilich kein Wunder, dass Imminence vergangenes Jahr am Nova Rock selbst zur frühen Stunde reichlich umjubelt waren - und sich nun nicht nur anschicken, bereits im August das Conrad Sohm in Dornbirn heimzusuchen, sondern zu Jahresanfang 2027 die Hallengröße auch noch einmal nach oben schrauben: Da werden sie gemeinsam mit der amerikanischen Metalcore-Legende August Burns Red die Raiffeisen Halle im Gasometer ein paar Etagen tiefer legen!