Bild: COFO Bild: COFO
News & Stories

Jurassic Park

30.04.2024 von Stefan Baumgartner

Im Areal des oberösterreichischen Schloss Katzenberg lädt ein gigantischer Erlebnispark dazu ein, spielerisch und actiongeladen in die beeindruckende Welt der Dinosaurier einzutauchen. Im Wiener Immersium können kleine Forscher zudem noch viel mehr über die Urzeitechsen erfahren – natürlich ohne die Gefahr, von einem Raptor angeknabbert zu werden.

Das Dinoland ist bis Anfang November Samstag, Sonntag und Feiertags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, während der Ferien in Bayern und Oberösterreich bereits ab Mittwoch. „Jurassic – The Immersive Experience” im Immersium im 1. Wiener Gemeindebezirk ist bis 31. August täglich geöffnet. Genaue Informationen sowie Tickets finden Sie auf oeticket.com.

Im Jahre 1993 setzte eine Hollywood-Produktion neue Maßstäbe im Bereich der Spezialeffekte und Computertechnologie: Steven Spielbergs „Jurassic Park”. Erstmals in der Geschichte des Films erwachten die gigantischen Kreaturen aus grauen Vorzeiten, die Dinosaurier, lebensecht aus ihrem Jahrmillionen andauernden Tiefschlaf. Nicht nur waren computergenerierte von animatronischen Giganten nicht mehr zu unterscheiden, auch wirkten sie auf der Leinwand lebensnah wie das Eichhörnchen im Garten oder der Elefant im Zoo.

Dabei ist die Geschichte selbst dahinter so einfach wie genial (wenn auch aus naturwissenschaftlicher Sicht natürlich hanebüchen): Multimilliardär John Hammond hat sich seine kindliche Begeisterung für die Urzeitechsen behalten und plant auf einer pazifischen Insel einen Erlebnispark mit paläontologischen Sensationen, den Jurassic Park eben. Möglich machte dies erst die Entdeckung einer im Baumharz eingeschlossenen Stechmücke, der man Dinosaurierblut als Grundlage zur DNA-Rekonstruktion entnahm. Allzu schnell kommt man (auch in den deutlich schwächeren fünf Fortsetzungen der Reihe) schmerzlich drauf, dass etwa Raptoren oder ein Tyrannosaurus ihre eigene Vorstellung von „Spiel, Spaß und Spannung“ haben.
Eines muss man John Hammond jedoch lassen – ein Park wie dieser würde ein jedes Kinderaugenpaar leuchten machen und selbst den abgebrühtesten Erwachsenen in ein schieres Staunen versetzen.

Die Dinosaurier

Allein die Bezeichnung „Dinosaurier” ist schon bombastisch, der Rocky der Tierwelt. So alt wie die Urzeitechsen – bis zu über 200 Millionen Jahre – ist der Begriff freilich nicht. Erst 1842 wurde vom englischen Anatom Richard Owen das Taxon „Dinosauria“ aufgestellt. Dazu zählen seitdem die Theropoden (zweibeinige Fleischfresser wie der Tyrannosaurus), die Sauropodomorphen (weitestgehend größere, Pflanzen fressende Saurier mit langen Hälsen und Schwänzen wie der Diplodocus), Ankylo- und Stegosaurier, sowie Ceratopsia (allesamt vierbeinige Pflanzenfresser mit massiven Hautpanzern, an der Wirbelsäule entlang aufgestellten Knochenplatten sowie Hörnern und Nackenschilden, wie zum Beispiel der Triceratops, der Stegosaurus und der Panoplpsaurus), wie auch die Ornithopoden, weitestgehend zweifüßige Pflanzenfresser.

Doch was macht die immense Faszination eigentlich aus? Die Imposanz der Tiere allein kann es kaum sein, auch Wal, Riesenkrake, Elefant oder Giraffe sind bombastische Tiere, alt ist ein Achat oder die Heidelberger Liederhandschrift auch, bekommt aber nur mindere breitenwirkende Begeisterung zugeteilt. Vielleicht liegt es auch weniger an der Evolution der Saurier, weniger an ihrem naturwissenschaftlichen Faktum, vielmehr an ihrer Fiktion, an ihrer Kulturgeschichte, in der Fossilien tatsächlich nur ein Stück des Puzzles ausmachen. Immerhin weiß man nur wenig über das Knochenskelett hinausgehendes – welche Farbe die Haut dieser oder jener Dinosaurier tatsächlich hatte, ist bis heute Erfindung, Phantasie, ein Konstrukt. Der Dinosaurier wandert nicht aus dem öden, staubigen Schulbuch in Kinderzimmer, sondern tritt von der Bühne „Film“ oder „Comic“ in die kindlichen vier Wände, und das mit einem Kawumms. Gleich wie Godzilla oder King Kong stampfen die Monster querbeet und sorgen für Verwüstungen und durch Mark und Bein gehendes Geheul und Gebrüll – oder anders, kindergerechter, wie in der ebenfalls aus dem Hause Spielberg stammenden Filmreihe „In einem Land vor unserer Zeit”, in der Kindchenschemata auf einen actiongeladenen, tierischen Bildungs- und Wanderroman treffen.

Für Erheiterung wiederum und nicht für Angst und Schrecken sorgten „Die Dinos” aus der Feder von Muppets-Vater Jim Henson mit der vermenschlichten Dinosaurier-Familie Sinclair im Mittelpunkt der Erzählung, welche sich als eine Mixtur aus Moderne und einer fiktiven, von Dinosauriern bevölkerten Steinzeit präsentiert und ähnlich wie die Familie Feuerstein einer stereotypischen US-amerikanischen Familie nachempfunden ist – gewissermaßen „Roseanne” mit Ganzkörperdinopuppen. Slapstick pur, im Zentrum Baby Sinclair, das Vater Earl provoziert, indem es ihn anstatt „Papa“ der Rangordnung entsprechend „nicht die Mama“ nennt.

„Jurassic Park”, aber sicher!

Einen „Jurassic Park” gibt es jedoch nicht nur auf großer Leinwand, sondern in der bereits dritten Saison auch in Österreich, haben doch im Areal des oberösterreichischen Schloss Katzenberg die Dinosaurier bis Ende November eine neue Übergangsheimat gefunden: Über 40.000 Quadratmeter Wald und Wiese erstreckt sich das Forschungsgelände, das Jung wie Alt gleichermaßen in das längst vergangene Erdzeitalter mit mehr als 70 lebensgroßen und realistischen Dinosauriern, Skeletten und Fossilien eintauchen lässt. Die Besucher finden sich Auge in Auge mit den beeindruckenden Kolossen wie dem Tyrannosaurus Rex oder dem Triceratops bis hin zum Stegosaurus, einige davon können sich dank aufwändiger Animatronik sogar täuschend echt bewegen und Geräusche von sich geben. Außerdem lädt ein einzigartiges Urzeit-Klassenzimmer dazu ein, Spannendes über die Urzeit-Kolosse und ihre Zeit zu erforschen – und das ohne der Bedrohung, von einem Raptor in der Mittagspause angeknabbert zu werden.

TICKETS: KATZENBERG

 

Apropos erforschen: Bei „Jurassic – The Immersive Experience”, die noch bis Sommerende im Immersium im 1. Wiener Gemeindebezirk gastiert, ist man den Giganten zumindest in digitaler Form so nah wie nie zuvor. Vom Brachiosaurus bis zum Tyrannosaurus Rex sind alle bekannten, aber auch weniger bekannten Carnivoren und Herbivoren vertreten. Das große Highlight ist eine 15-minütige immersive Show, die die Dinosaurier in ihrer natürlichen Umgebung in einem bildgewaltigen Spektakel zeigt. Mit einem abschließenden 5D Ride & VR Flug wird das Erlebnis perfekt für alle wissbegierigen Abenteurer. RAWAAAARRRR!

TICKETS: IMMERSIUM
Artikel teilen

Könnte dich auch interessieren