Bild: oeticket / Patrick Münnich
Mitte Juli gastierten die britischen Heavy-Metal-Heroen Iron Maiden im Zuge ihrer “Run For Your Lives”-Tour zum 50-jährigen Bandjubiläum im ausverkauften Happel-Stadion. Bereits am Nachmittag war der Vorplatz übervoll, die ersten abertausend Fans genossen bei Kaiserwetter schon Stunden vor “Anpfiff” das erste Bier von vielen - nicht wenige davon nicht nur gewandet in Iron-Maiden-Shirts, sondern sie trugen auch durchaus stolz ihre Metal-Kutten zur Schau. Weil: Was wäre die Welt des Heavy Metals eigentlich ohne Bier, Mano Cornuta und Kutte? Eigentlich ziemlich öd!
Mittendrin statt nur dabei: Clemens, 42. Die Hälfte ihrer Existenz begleitet er Iron Maiden bereits - für ihn ist sie die "beste Band der Welt". Und seine Kutte ist nicht nur ein Tribut an Iron Maiden, sondern erzählt auch seine ureigene Metal-Geschichte - bis hin zu SXTN!
Massenauflauf der Iron-Maiden-Fans am 17. Juli vor dem Ernst-Happel-Stadion: Viele davon mit ihren mit Herz kuratierten Kutten. Bilder: Patrick Münnich
Die, die ich heute trage, erst seit wenigen Jahren: Es ist meine zweite Kutte - meine erste, die ich 20 Jahre lang hatte, wurde mir einst in Köln am Karneval gestohlen. Blöderweise hatte ich sie, als ich aufs Dixie-Klo austreten musste, aus unerfindlichen Gründen ausgezogen und auf meinen Rucksack gelegt. Als ich zurückkam, war sie weg.
Mein erster Gedanke war: „Dieb, ich finde dich! Aber bete, dass ich dich nicht vor der Polizei finde!“ (lacht) Nein, mein erster Gedanke war tatsächlich, dass ich mich gefragt habe, ob sie vielleicht ein Security weggeräumt hat oder Freunde von mir mitgenommen haben, weil sie dachten, ich sei weg. Aber nachdem wir dann auch alle Mistkübel in der Umgebung abgesucht hatten, weil wir dachten, vielleicht hat sie jemand weggeschmissen, nachdem kein Geld in den Taschen war, war mir dann klar, dass sie wirklich weg war.
Aber wenn ich mir vorstelle, ich gehe auf ein Konzert und sehe die Person mit meiner Kutte – ich wüsste nicht, was ich mit dieser Person mache … Schön wird das nicht! In dem Moment war das schon ein emotionaler Zusammenbruch für mich – natürlich begleitet mit einem unglaublichen Hass auf den Dieb! Wie kann man nur eine mit sichtlich Liebe gemachte, mit Schweiß und Blut genähte Kutte klauen? Jeder, der sowas hat, weiß, was das für einen emotionalen Wert hat! Wenn man so etwas verliert oder eben geklaut wird, dann bricht tatsächlich eine Welt zusammen.
Wobei natürlich auch ein monetärer Wert da ist: Wenn du alle Arbeitsstunden, die man in so eine Kutte reinsteckt, die Patches selbst und auch die Tickets von den Konzerten, auf denen man die Patches gekauft hat, zusammenzählt, kommt schon auch eine Summe von ein paar hundert Euro zusammen. Aber natürlich hast du schon recht, der ideelle Wert ist größer - so eine Kutte wächst ja mit einem mit …
Nicht ganz. Bei meiner ersten Kutte waren Patches drauf, die ich tatsächlich bei den jeweiligen Konzerten gekauft habe und die dementsprechend einen emotionalen Wert hatten: Zum Beispiel der Patch von Cannibal Corpse, den ich am Konzert 1998 gekauft habe. Den wollte ich unbedingt wiederhaben und habe im Internet nach genau diesem Motiv gesucht - und auch bekommen. Auch den Patch von Saxon mit der Englandfahne will ich wieder haben, den habe ich aber noch nicht gefunden. Und der „Cowboys From Hell“-Patch von Pantera, der musste auch wieder drauf – obwohl ich die Band erst dieses Jahr zum ersten Mal in Laibach gesehen habe: Aber Pantera steht nach Iron Maiden über allem! Und dann gibt es noch ein paar andere Patches, die ich schon auf meiner ersten Kutte hatte, die nun auch auf meiner zweiten wieder sind. Aber natürlich sind auf der zweiten Kutte ein paar Patches von Bands drauf, die ich auf der ersten Kutte nicht hatte – oder einfach andere Patches von den jeweiligen Bands. Watain und Necrophobic hatte ich zum Beispiel auf meiner ersten Kutte noch nicht, weil ich sie damals auch noch nicht kannte.
Iron Maiden!
Weil Iron Maiden über allem steht! Als ich mit meiner ersten Kutte angefangen habe, da habe ich schon so circa fünf Jahre lang Metal gehört und war kurz davor auf meinem ersten Iron-Maiden-Konzert, in der Libro Music Hall auf ihrer „Brave New World“-Tour. Davor war ich noch 1998 bei Slayer. Aber Iron Maiden ist eigentlich schuld daran, dass ich eine Kutte wollte: Meine erste Platte von ihnen war „Seventh Son of a Seventh Son“, meine erste CD „No Prayer for the Dying“ – und im Booklet hatten am Bandfoto alle Lederjacken an und Nicko McBrain auf seiner einen Iron-Maiden-Patch drauf. Das war der Moment, wo ich mir dachte, ich hätte sowas auch gern.
Weil meine Mutter gesagt hat, meine Lederjacke war zu teuer, die darf ich nicht mit Patches „versauen“ (lacht)!
Ich habe zugewartet, bis zumindest der große Backpatch drauf war. Das hat aber nicht lang gedauert – ich glaube, ich hatte drei oder vier kleine Patches schon drauf, und dann kam der Backpatch, natürlich auch von Iron Maiden: „The Number of the Beast“.
Nein, erstens weil es mir optisch am besten gefällt und zweitens, weil es halt das Maiden-Album schlechthin ist. Ich denke, „The Number of the Beast“ repräsentiert Iron Maiden am besten. Es ist für mich immer noch eines meiner Lieblingsalben, aber heute ist für mich „Seventh Son of a Seventh Son“ das beste Album von Iron Maiden – oder „Piece of Mind“, allein wegen „The Trooper“.
Wenn man merkt, dass sie selbst genäht worden ist und sieht, dass sie eine Geschichte erzählt. Was ich gar nicht mag – auch wenn ich die Menschen nicht verurteile – sind Kutten, die man fertig gekauft hat, von Black Label Society zum Beispiel. Oder auch Iron Maiden hat so eine vorgefertigte Kutte, wo hinten groß der Eddie aus der Jacke „herausbricht“. Das spiegelt für mich nicht den Spirit eines Kuttenträgers wider. Eine Kutte ist wie Narben seines eigenen Lebens, jeder Zentimeter einer Kutte erzählt eine Geschichte – nicht nur die Patches, auch zum Beispiel ein Riss oder ein Blut- oder Drecksfleck, von dem man weiß, den hat man sich zum Beispiel am Brutal Assault Festival im Moshpit geholt.
Aber sonst habe ich keine „Regeln“ – etwa, dass eine Band nicht mehrfach vertreten sein darf oder kein Patch von den Scorpions neben Watain aufgenäht werden darf (lacht). In Wahrheit ist die Kutte das, was man im Inneren trägt, nach außen hin gezeigt – tragbare Ethik mehr oder weniger: Man zeigt, wofür man steht und vielleicht auch, wogegen man ist. Eine Kutte hat ein Leben: Ich kaufe mir ja auch kein Metallica-Shirt bei H&M (lacht)! Bei jedem Patch auf meiner Kutte – egal ob Iced Earth oder Dark Funeral – fällt mir eine Geschichte dazu ein, natürlich meistens das Konzert von der Band, wo ich mir den jeweiligen Patch gekauft habe.
Im Grunde ja, aber da bin ich mittlerweile auch nicht mehr päpstlicher als der Papst. Ich habe einen Patch mit dem Namenszug von meinem Sohn, den habe ich von meiner Freundin draufnähen lassen, weil mir das zu kompliziert war. Aber alles andere ist von mir selbst draufgenäht, ja!
Erstmal würde ich eine Träne vor lauter Rührung verdrücken (lacht). Ich glaube, ich würde ihm sagen, dass er sich überlegen soll, was er mit der Kutte aussagen möchte: Was ist die Emotion dahinter, wenn du die Kutte anziehst? Deine Kutte ist dein Spiegelbild, auf das musst du stolz sein!
Das hatte ich mir auch einmal überlegt, auch, ob ich eine Fußball-Kutte machen will. Aber ich will mich nicht entscheiden müssen, welche Kutte ich dann anziehe (lacht).
Es kann sich immer wieder etwas ändern, da werden Patches ausgetauscht oder auch überlappend draufgenäht. Das ist aber tatsächlich etwas, das ich meinem Sohn mitgeben würde: Meine erste Kutte habe ich ja schon getragen, als erst vier, fünf Patches drauf waren – und dann siehst du bei einem Konzert einen Typen mit einer wunderschönen, vollen Kutte und wünscht sich zumindest für einen Moment, dass man selbst auch schon „weiter“ wäre. Also würde ich meinem Sohn wohl auch Geduld weitergeben: So eine Kutte passiert nicht von heute auf morgen! Mein Credo: Überstürze nichts, kauf nicht blind einen Haufen Patches – sondern lass sie mit dir wachsen!
Das kann ich so nicht sagen. Ich habe zum Beispiel einen Patch von Türböwitch aus Ungarn, die habe ich letztes Jahr in Wacken zum ersten und bisher einzigen Mal gesehen. Die spielen so richtig geilen, räudigen und rotzigen Thrash Metal – und das Konzert war großartig! Leider hatten sie keinen Patch beim Merchandise, aber wir sind in Kontakt geblieben und sie haben mir dann später einen Patch per Post zugeschickt. Eine Band muss nicht „groß“ sein und muss ich auch nicht schon ein Dutzend Mal live gesehen haben – ein Patchkauf passiert immer aus der spontanen Emotion heraus.
Ich habe tatsächlich einmal einen Patch von meiner ersten Kutte wieder entfernen müssen, weil ich die Band dann beim zweiten Mal live doch für scheiße befunden habe (lacht).
Das traue ich mich fast nicht sagen: Powerwolf. Und bei der zweiten Kutte habe ich schon mehrfach Patches ausgetauscht, weil ich sie nur in einer schlechten Qualität bekommen habe. Die habe ich dann irgendwann gegen das gleiche Motiv, aber in besserer Qualität getauscht.
Ich glaube, das kann man so gar nicht werten. Für mich war nur immer klar, dass ich – nachdem für mich Iron Maiden die beste Band der Welt ist – von ihnen auch einen großen Backpatch haben möchte. Aber ich habe auch schon Kutten gesehen, die keinen großen Backpatch hatten, sondern auch „nur“ kleine Patches, so wie vorne. Auch das kann wunderschön ausschauen! Für mich ist der Backpatch irgendwie so wie ein Ausrufezeichen, bei mir weiß man gleich, dass man sehr viel Geld drauf wetten kann, dass ich Iron Maiden liebe. Und bei meiner ersten Kutte war es tatsächlich so, dass um den Iron-Maiden-Backpatch auch viele kleine Patches von Iron Maiden drum herum waren. Das habe ich jetzt bei meiner zweiten Kutte nicht, weil ich auch Platz für die vielen anderen Bands, die mir mittlerweile gefallen, gebraucht habe (lacht).
Für mich ist „Ordnung“ völlig egal – du legst die Kutte hin und schaust, wo du einen Platz für den Patch findest. Man verbringt da schon Stunden damit, aber mir ist es völlig egal, welche Band neben welcher anderen Platz findet, oder ob links ein runder und rechts ein eckiger Patch ist.
Das kommt drauf an. Ich habe zum Beispiel einen Patch mit dem Logo von Samson, der Band von Bruce Dickinson vor Iron Maiden. Oder hier das Logo von Deicide. Aber ich suche mir immer das Motiv aus, mit dem ich etwas verbinde oder das mir einfach besser gefällt.
Ein Bild eher nicht, es ist eher eine Neugier, zu sehen, was die Person auf der Kutte hat: Wenn man in dem Metier drinnen ist, erkennt man ja auch, ob das vielleicht ein alter Patch ist und kein neuer, du erkennst, ob der Person an der Band etwas gelegen ist oder nicht. Hin und wieder kommt man dann auch über den einen oder anderen Patch ins Gespräch.
Das noch nicht. Aber dafür habe ich eine Band, die ich unglaublich gut finde, deren Patches aber alle unglaublich hässlich sind: Dying Fetus. Da finde ich leider sogar den Logo-Schriftzug schirch.
Das nicht, aber wenn du eine Kutte anziehst, musst du damit rechnen, dass dich fremde Leute auf deine Patches ansprechen. Dann solltest du schon wissen, was du da genau trägst – sonst wird es rasch peinlich. Eine Kutte ist kein „It-Piece“, sondern Herz und Seele!
Garnichts. Aber ich hatte dazu kürzlich ein Gespräch mit einem Freund, der einen spannenden – wenngleich elitären – Ansatz verfolgt: Wenn du auf einem Konzert Kuttenträger triffst, dann hat das ein bisschen etwas von einem Offizierskorps. Der mit der ältesten und ranzigsten Kutte, das ist dann der General – der hat schon alles gesehen und alles miterlebt. Die Kutte ist halt irgendwie das Statussymbol einer Gemeinschaft, aber ich denke nicht, dass Metaller ohne Kutte weniger Fan sind. Dafür kenne ich zu viele, die keine Kutte tragen und auch keine brauchen, um zu repräsentieren, was sie sind. Ich für mich finde es schön, dass wenn ich vor die Türe gehe, man gleich erkennt, was mir gefällt.
Die alte Kutte habe ich tatsächlich fast nur zu Konzerten angezogen – da bin ich auch noch viel öfter auf Konzerte gegangen als mittlerweile. Aber jetzt ziehe ich meine Kutte auch an, wenn ich einfach nur mit Freunden auf ein Bier gehe. Wenn ich einkaufen gehe, dann nicht unbedingt (lacht).
Es ist machbar, aber dann fühle ich mich nackt (lacht). Ich habe tatsächlich einmal am Brutal Assault meine Kutte nicht angezogen, weil es 40 Grad gehabt hat und ich Angst hatte, dass ich umkippe, wenn ich den ganzen Tag mit der Kutte herumrenne. Aber das mache ich nie wieder (lacht)! Der einzige Nachteil bei einer Kutte ist, dass man vom T-Shirt, das man darunter trägt, den Rückenaufdruck nicht sehen kann.
Diese “Regel” ist mir scheißegal! Wenn sich wer unbedingt in solche Regeln reinzwängen muss, dann soll er es machen. Am liebsten würde ich nicht nur ein T-Shirt, sondern auch eine Hose und Socken von Iron Maiden anziehen!
Jederzeit!
Ich will ja auch zeigen, dass ich einen breiten Musikgeschmack habe!
Es finden sich nur Musik-Patches auf meiner Kutte, mit zwei Ausnahmen: Der Name von meinem Sohn und mein Spitzname „Mean Machine“. Ich habe lang überlegt, ob ich auch meinen Fußballclub und meinen Rugby-Verein draufnähe, oder ein politisches Statement – á la „Thrash-Metal-Fans gegen Faschismus“. Aber ich brauche den Platz für Bands, die ich gut finde.
Ich würde es unterscheiden. Wenn ich ins Stadion gehe, ziehe ich schon das Trikot meiner Mannschaft an. Oder ich trage das Polo von Rugby Union Donau, dem Verein, in dem ich spiele. Wenn ich in einem gewissen Umfeld bin, lege ich schon Wert drauf, dass man merkt, welchen Fußball-Verein ich unterstütze oder dass ich Rugby-Spieler bin. Das ist dann aber eine reine Repräsentation, die Kutte ist mein Spiegelbild. So gesehen, ja, die Musik ist mir wichtiger als der Sport. Aber ich gehe mit meiner Kutte nicht nur auf Konzerte, sondern auch auf den Fußballplatz – so ist’s nicht (lacht)!
Ich habe keinen Patch von Sabaton! Aber wenn du mich so fragst, ja. Würde ich Helene Fischer gut finden, dann würde ich auch einen Patch von ihr auf meine Kutte nähen. Tatsächlich habe ich mir lange überlegt, ob ich einen Patch von der ukrainischen Death-Metal-Band 1914 auf meiner Kutte haben möchte, weil bei dem Bandnamen in unseren Breitengraden doch Erklärungsbedarf besteht. Letztlich habe ich mich jedoch dafür entscheiden, ganz einfach weil die Band großartig – und unpolitisch – ist. Noch nicht durchringen können habe ich mich jedoch für meinen „Slaytanic Wehrmacht“-Patch von Slayer – weil man den in unserer Gesellschaft sehr leicht sehr falsch verstehen kann. Und in ein rechtes Eck abgestempelt werden möchte ich dann doch nicht.
Was nicht auf meine Kutte kommt, sind „Rest in Peace“-Patches – von Lemmy zum Beispiel. Weil Motörhead habe ich noch live miterlebt, denen zolle ich mit einem Motörhead-Patch Tribut. Eine Ausnahme ist da Bon Scott, weil AC/DC mit Bon Scott habe ich altersbedingt nie gesehen. Diese Respektbezeugung an eine Zeit des Hard Rock, die ich nicht miterlebt habt, die geht sich dann schon aus.
Schon. Es ist mir tatsächlich einmal bei Rob Zombie im Gasometer passiert, dass einer von den zuvor angesprochenen „Generälen“ mit einem irrsinnig alten Motörhead-Backpatch auf seiner Kutte wiederum meine Kutte bewundert hat. Das ist dann schon ein schöner Moment, wenn man von einem Alten geadelt wird.
In meinen frühen Dreißigern hatte ich tatsächlich mal eine kurze Phase, wo ich mir überlegt habe, ob es noch angebracht ist, dass ich zum Beispiel das „Fuck me Jesus“-Shirt von Marduk oder von Cradle Of Filth „Jesus is a Cunt“ anziehe. Das war so der Moment, wo ich gesetzt und erstmals mit gutem Job war, wo man sich solche Gedanken macht. Aber ich kam dann zum Schluss, dass ich mich nicht verbiegen muss: Warum soll ich plötzlich so tun, als wäre ich das nicht mehr? Meine Mutter hat früher einmal gemeint: „Metal, das ist nur eine Phase.“ Nein, das ist es nicht – zumindest nicht für mich. Ich werde also sicher auch noch mit 60 meine Kutte, meine Iron-Maiden- oder Marduk-T-Shirts tragen. Wer damit ein Problem hat: Sein Problem, nicht meines.
Wenn ich einen originalen Patch von der 1983er „World Piece“-Tour von Iron Maiden hätte, dann vielleicht … Wobei, nein: Den muss ich erst recht herzeigen!
Tatsächlich hat man es bei mir unfreiwillig versucht – aber: Schade um das Bier (lacht)! Nein – meine Kutte bekommt im Laufe der Zeit genug Blut, Schweiß und Bier ab, die muss ich nicht bewusst auch noch mit Bier übergießen. Davon halte ich eigentlich gar nichts.
Ganz besonders ist für mich der TFM-Patch oben rechts, den bekam ich von Mortal Strike: Von dem gibt es nur fünf oder sechs Stück! Und auf dem Rücken habe ich zwei Mortal-Strike-Patches – einen normalen, den man käuflich erwerben kann, und eine Fehlpressung. Nachdem mir meine Kutte gestohlen wurde, gab es außerdem in meinem Stammlokal Battle Axe Spenden an Patches für mich – darunter der Patch von Celtic Frost und von Sepultura links unten: Die haben aufgrund der Umstände natürlich auch eine besondere Bedeutung für mich. So ein Zeichen der Wertschätzung ist nämlich durchaus etwas Besonderes!
Richtig. Ich habe auch einen Patch von Theotoxin – das sind halt beide österreichische Bands, die mir taugen, wo man aber weiß, mit Patches von denen rennt nicht jeder herum, so wie im Gegenteil mit Patches von Belphegor oder Pungent Stench. Wenn du dann mit deiner Kutte insbesondere international auf Konzerten unterwegs bist, kommt vielleicht einmal auch ein neuer Fan für Mortal Strike oder Theotoxin dazu, weil sie bei dir die Band über den Patch entdecken!
Ich hatte früher, während meiner Uni-Zeit, einmal eine Diskussion mit einer Freundin von mir, die nebenbei für ein Hip-Hop-Magazin geschrieben hat – und ich war damals noch der Meinung, außer Metal dürfe eigentlich keine andere Musikrichtung existieren. Sie hat mich dann – nicht ganz zu Unrecht – als Musikfaschisten bezeichnet. Das ist jetzt 20 Jahre her, heute bin ich schlauer: Als ich den Song von Romano das erste Mal gehört habe, dachte ich allerdings zuerst auch, dass es eine Verarsche ist, dass er sich über uns lustig macht – aber als ich dann gemerkt habe, dass er das durchaus wertschätzend meint, habe ich es dann nicht schlecht gefunden. So wie auch gerade jetzt beim Tomorrowland Festival: Als denen kurz vor Festivalbeginn die Bühne niedergebrannt ist, haben Metallica mit Bühnenelementen ausgeholfen. Letztlich ist alles Musik, letztlich gehören wir alle zusammen.
Feiern ist ein starkes Wort, aber: SXTN (lacht)!