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Konzerte

Laufey: die jazzige TikTok-Sensation gastiert erstmals in Österreich

09.09.2025 von Stefan Baumgartner

Während Pop-Größen von Lady Gaga bis Sabrina Carpenter einen Bogen um Österreich machen, bringt Laufey Gen-Z-Hype nach Wien – und das ausgerechnet mit Jazz. Dafür reicht freilich ein intimer Club nicht aus: Die isländische Multiinstrumentalistin debütiert hierzulande gleich in der großen Wiener Stadthalle!

Letztes Jahr, im Frühjahr, musste man für Laufey noch nach Berlin fahren: Dort präsentierte sie mit einem großen Bogen um Österreich herum im 1.500 Menschen fassenden Astra am RAW-Areal ihr damals aktuelles (und zweites) Album „Bewitched“ – und natürlich war ihr Konzert (wie alle anderen auf der Tour – von Paris über London bis nach Kopenhagen) restlos ausverkauft. Bereits am Nachmittag war das Areal vor der Location gut gefüllt, das junge, vornehmlich weibliche Publikum wollte sich – nicht unähnlich zu den Konzerten von Nessa Barrett über Gracie Abrams bis hin zu Billie Eilish – schon möglichst früh einen guten Platz in der Schlange sichern, den eisigen Temperaturen zum Trotz. Es wehte da aber nicht nur eine kühle Brise, sondern auch eine angespannte Aufgeregtheit über den Platz – schnatternd schaute man sich auf Instagram und TikTok Fotos und Kurzvideos der jungen isländischen Multiinstrumentalistin an, um die Zeit zu vertreiben. Obwohl man den Namen Laufey in Österreich damals noch kaum kannte, war da schnell klar: The hype is real – und das insbesondere auch beim Publikum, nicht nur bei Preisverleihungen.

2024 hatte Laufey nämlich auch dort ordentlich abgeräumt – unter anderem bei den Icelandic Music Awards, aber auch bei den Grammy Awards: Neben Miley Cyrus, Taylor Swift und Billie Eilish wurde auch sie ausgezeichnet. Und das zurecht: Bereits jung lernte die chinesisch-stämmige Isländerin Laufey Lín Jónsdóttir Geige und Cello, bereits mit 15 trat sie als Solistin mit dem isländischen Symphonieorchester auf und schloss ihr Musikstudium am renommierten Berklee College Of Music ab. Ihr Talent ist jedoch, aus dieser klassischen, sehr spitzen Bubble auszubrechen: Natürlich auf TikTok gelang ihr der Durchbruch – und das unvermutet nicht mit dem zielgruppenspezifisch populären Pendel zwischen Rap und Pop, sondern mit einem überaus einzigartigen, zugegeben zulänglich poppig gestalteten Potpourri zwischen den archaischen Klängen Jazz, Soul, Swing und Klassik. So geriet „Bewitched“ 2023 auch zum erfolgreichsten Debüt eines Jazzalbums in der Geschichte von Spotify.

Emotionen, so intensiv wie bei Disney-Klassikern

Um Laufey, ihre Brillanz und ihr musikalisches Geschick zu verstehen, lässt sich am besten eine bildkräftige Brücke schlagen: Ihre Musik spricht eine ähnliche Sprache wie die (frühen) Filme aus dem Hause Disney – ihr Timbre, das schwebt direkt aus dem Bauch, vorbei an ihrer Brust, wo das Herz wohnt, und hüllt so selbst einen kargen Saal wie das Berliner Astra in wärmende Melancholie. Es werden Geschichten von Dates, zarten Liebesbanden, aber auch unerwiderten Gefühlen gesungen – oft werden einzelne ihrer Textzeilen vom Publikum übertönt: Die Gen Z fühlt mit ihr mit, geht in ihrer Zerbrechlichkeit, die doch Stärke suggeriert, auf. Laufeys Musik verkörpert in unglaublicher Leichtigkeit die chaotischen Lebensveränderungen, die junge Liebende durchlaufen und beschwört mit schwungvollen Rhythmen dann sowohl romantische Erleuchtung als auch einbrechende Verzweiflung herauf. Kurz: Laufey transportiert wie gerade eben die frühen Disney-Klassiker ehrliche, große Emotionen, und das unverfälscht, aber auch ohne übertriebenem, aufgesetztem Pathos – und das liegt zuvörderst daran, dass sie ihre Musik als „Tagebücher“ ihres Lebens erachtet und von Dingen erzählt, die sie selbst erlebt hat, die sie tief bis in die Seele und ins Herz hinein berührt haben. Feuchte Äugleinpaare sind gesichert, weil insbesondere das knospend heranwachsende Publikum sich verstanden fühlt, seine Emotionen artikuliert hört, woran man selbst in all den Wirren auch einmal strauchelt.

Über das Frausein in der gegenwärtigen Welt

Heuer wurde Laufey vom renommierten Time-Magazin als „Woman of the Year“ ausgezeichnet – und sie antwortet mit einem erneut ausgezeichneten Album, nämlich „A Matter Of Time“. „Ich bin jemand, der an einem Tag sämtliche Emotionspaletten erlebt“, erzählt sie dazu etwa im Gespräch mit der Kronen Zeitung – und so klingt das Album auch – vielfältiger, unmittelbarer als noch „Bewitched“ zuvor.

„A Matter Of Time“ ist ein Album mit Facetten, so wie sie jeder von uns hat: mal instabil, mal gesettelt, mal aufgeladen, mal in sich ruhend. Aber im Gegensatz zum – wie von der Künstlerin selbst beschrieben – inhaltlich „naiven“ Anspruch ist „A Matter Of Time“ kein Album mehr, das allein von ihrem persönlichen Reifungsprozess erzählt, sondern beschäftigt sich mit größeren Gedanken und weltlicheren Problemen. Während „Bewitched“ sehr introspektiv war, ein Röntgenbild ihrer eigenen Seele, ist „A Matter Of Time“ vielleicht ein Sammelsurium an Polaroids aus dem Blickwinkel einer erwachsenen, aber immer noch an sich wachsenden Frau. Es sind Fotos von einem Lächeln und von Tränen, ein realistisches Dokument über die Emotionen einer jungen Frau in der gegenwärtigen Welt – und wer selbst Frau ist, kann nachvollziehen: Da hat sich so einiges angestaut.

Musste man für „Bewitched“ Laufey noch nachlaufen, kommt Laufey diesmal auch nach Österreich: Ende Februar gastiert sie mit „A Matter Of Time“ im Gepäck gleich in unserer größten Halle, in der Wiener Stadthalle – eine Halle, in der es aufgrund des kühlen Charmes und der überbordenden Größe kein Leichtes wird, nicht nur ihr cineastisches Flimmern und Flirren, sondern auch ihre Intimität nachzuahmen – doch wenn es jemand versteht, selbst dort und nicht nur im intimen Jazz-Club zu berühren, dann Laufey. 

Tickets für Laufey am 26. Februar in der Wiener Stadthalle D sind ab Freitag, 12. September um 9 Uhr erhältlich.

Meldet euch gleich beim Ticketalarm von oeticket an, um rechtzeitig erinnert zu werden! Die Tickets werden weggehen wie warme Semmeln!


Live-Termine


Laufey - "A Matter Of Time"

26. Februar 2026 | Wien, Wiener Stadthalle D


Infos auf dem Stand vom 09.09.2025  

Ticketalarm Laufey
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