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Kultur

Musikverein Graz: alles über die Saison 2023/24

23.03.2023 von Stefan Baumgartner

Seit 2008 ist Intendant Michael Nemeth für die Gesamtleitung des 1815 gegründeten Grazer Musikvereins verantwortlich. Während der Coronakrise trugen intensive PR-Maßnahmen des dynamisch-kreativen Musikvereins-Teams und attraktive Streaming-Produktionen mit mehr als 60.000 Online-Zugriffen dazu bei, nicht nur altes Publikum zu halten, sondern gerade auch neues Publikum zu erreichen - ein Weg, der nun mit der neuen Saison auch "live auf der Bühne" mehr als gekonnt angestrebt wird.

Der Grazer Musikverein startet mit einem großen Haydn-Fest, das Ehrenmitglied Adam Fischer exklusiv gestalten wird, in seine 209. Saison - eine Fortsetzung 2024 und 2025ist geplant. Im Zentrum stehen nicht nur bedeutende Instrumentalwerke, sondern auch Vokalmusik wie dieses Jahr die Oper „Orfeo ed Euridice“, 2024 „Die Jahreszeiten“ und 2025: „Die Schöpfung“. Ergänzend dazu bilden als Gedenkkonzert für Nikolaus Harnoncourt Haydns „Theresienmesse“ (Concentus Musicus Wien, Wiener Sängerknaben, Chorus Viennensis), Bläserkammermusik sowie die drei „Tageszeiten-Symphonien“ in den Philharmonischen Soiréen der Grazer Philharmoniker einen österreichweit einzigartigen Haydn-Schwerpunkt.

Orchesterkonzertzyklus: Vielfalt ist (auch) weiblich

Gefragte Dirigentinnen unserer Zeit feiern ihr Musikvereinsdebüt mit Werken von Bach bis Korngold: Marie Jacquot leitet erstmals das jährliche Gastspiel der Wiener Symphoniker und Joana Mallwitz dirigiert als neue Chefdirigentin das Konzerthausorchester Berlin. Mit der 26-jährigen Anna Handler stellt sich eine der interessantesten Newcomerin neu am Pult der Grazer Philharmoniker im Rahmen einer Philharmonischen Soirée vor.

Weiters zu Gast sind Markus Poschner (ORF Radio-Symphonieorchester Wien), Axel Kober, Emmanuel Tjeknavorian, Gaetano Lo Coco und Vassilis Christopoulos als neuer Chefdirigent der Grazer Philharmoniker.

Repertoireglanzlichter bilden Beethoven 7, Bruckner 3, Mendelssohns Violinkonzert, Mozarts Oboenkonzert (Sebastian Breit) und Tschaikowskys Klavierkonzert (Anna Vinnitskaya), aber auch Raritäten wie Korngolds „Sinfonietta“, Weinbergs Suite für Orchester, Ravels „Klavierkonzert für die linke Hand“ (Claire Huangci) oder Iannis Xenakis‘ „Metastaseis“.

Junge Talente

Nicht nur mit Anna Handler stehen auch junge Talente im Fokus: Das im Musikverein beheimatete YOAA vereint im Rahmen eines EU-Projekts in Kooperation mit dem Johann-Joseph-Fux Konservatorium junge Talente aus Österreich, Slowenien, Kroatien, Frankreich und Ungarn. Im Vordergrund stehen das Bauen musikalischer Brücken sowie die Förderung musikalischer Exzellenz im Rahmen eines internationalen Netzwerks. Nach dem Gründungskonzert im Musikverein unter der Leitung von Julian Rachlin folgen weitere Konzerte in den Partnerländern. Auf dem Programm stehen ein Auftragswerk an Judit Varga sowie Mahlers Erste Symphonie.

Liederabende: internationale Vielfalt

Auch das Liederabend-Abonnement ist von Internationalität und Repertoirevielfalt geprägt, wenn Camilla Nylund („Fin de Siècle“), Lisette Oropesa (Belcanto), Patricia Nolz (Brahms), Klaus Florian Vogt (Schuberts „Schöne Müllerin“) und Andrè Schuen (Schubert und Mahler) diesen exquisiten Konzertreigen gestalten werden.

Familienkonzerte für alle

Für das junge und junggebliebene Publikum bietet der Musikverein bunte Familienkonzerte und eine neue Kooperation mit dem Jugendtheater Next Liberty („Hexe Hillary geht in die Oper!“). Auch für Schulklassen gibt es zahlreiche Angebote wie Workshops und Probenbesuche.

Eine Perle der Operngeschichte

Nach Haydns „Orfeo ed Euridice“ ist eine Perle der Operngeschichte zu erleben: Unter der Leitung von Francesco Ivan Ciampa kommt Verdis „Attila“ mit Ferruccio Furlanetto, María José Siri, George Petean, Fabio Sartori und der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor in Weltklassebesetzung zur Aufführung.

Musikgenuss auch am Nachmittag

Der Kammermusikzyklus wartet mit bekannten Gästen auf, darunter Philharmonic Five („Neujahrskonzert“), das Alban Berg Ensemble Wien, Eggner Trio („Schubertiade“) oder die dynamischen Ensembles Rondo Solisti und Trio Lumi. "Kammermusik am Nachmittag" präsentieren im Rahmen der Salonkonzerte Ensembles wie das Kammer Ensemble Oberschützen, das Zoran Schmitz Trio oder auch das Harfenduo Anna Voronova und Daria Khoroshun. Achtung: Die Nachmittagskonzerte finden im eleganten Blauen Salon (Congress Graz) statt.

Alte und neue Instrumente

Xavier de Maistre gilt als einer der führenden Harfenisten. Als leidenschaftlicher Verfechter seines Instruments definiert er die Grenzen des Harfenspiels stets neu. Zudem gastiert Grigory Sokolov, dessen stets ausverkaufte Konzerte durch feinsinnige, virtuose und gleichzeitig unaufgeregte Art des Musizierens bestechen. Weiters zu Gast sind Julian Rachlin im Trio, Perkussionist Christoph Sietzen oder Organist Christian Schmitt. Bei deren gemeinsamen Konzert kommt ein neuartiges Instrument zum Einsatz: Rupert Huber präsentiert das von der AVL entwickelte Instrument Irvine, das Klangexperimente und Live-Kompositionen zu Gehör bringt.

Musikverein plus

"Musikverein Plus“ umfasst Probenbesuche der Grazer Philharmoniker („Probe:Hören“), Einführungen, Musikalische Aperitifs (Kurzkonzerte vor Abo-Konzerten) mit Talenten der Kunstuniversität Graz, die in weitere Folge die Chance bekommen, Salon- und Kammerkonzerte im Musikverein gestalten zu können. Jazz Lounges im Foyer nach den Philharmonischen Soiréen bereichern das Konzertangebot auch in diesem Musikgenre.

Tickets für den Grazer Musikverein sind auf oeticket.com verfügbar.

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