Bild: Wolfgang Schalk
Seit 20 Jahren ist das Weizer Kunsthaus Herzstück der oststeirischen Kulturszene: Im Mai feiert bei den 10. Jazz Days Weiz auch ein Gleisdorfer mit, der in den USA Karriere machte. Das Jubiläumsfest am 30. Mai geht bei freiem Eintritt über die Bühne.
Österreich ist reich an Städten und Regionen, die für spezifische kulturelle, kulinarische oder kunsthandwerkliche Besonderheiten über regionale Grenzen hinaus bekannt sind. So steht etwa Gmunden stellvertretend für die berühmte Keramik, deren charakteristisches grün-weißes Muster längst ein Designklassiker ist. Das steirische Riegersburg verbindet man mit der Zotter-Schokoladenmanufaktur, Krems an der Donau kennt man als Zentrum der Wachauer Wein- und Marillenkultur, und Hallein mit seinem historischen Bezug zum Salzbergbau. Bad Ischl ist nicht nur Kaiserstadt, sondern steht auch mit der Lehár-Villa und als Kulturhauptstadt Europas 2024 im Fokus. Die Bregenzer Festspiele machen Bregenz zu einem Hotspot für Opernliebhaber*innen, während Hallstatt mit seinem pittoresken Ortsbild und der UNESCO-Würdigung international fast mythisch wirkt. Die Kärntner Stadt Gurk ist als Pilgerort für ihre spirituelle Strahlkraft bekannt, Villach wiederum bekannt für den semi-lustigen Fasching.
Und im oststeirischen Weiz, da lockt alljährlich das Mulbratlfest zahlreiche Besucher*innen an, die sich (dieses Jahr am 30. August) das kulinarische Spektakel rund um das Karree vom Schwein nicht entgehen lassen wollen.
Doch Weiz kann mehr als nur zünftige Unterhaltung, denn inmitten der mittelalterlichen Altstadt fügt sich nahtlos ein transparenter Glas-Körper ein: Seit 20 Jahren ist das Weizer Kunsthaus nicht nur integrales Herzstück für die lange Tradition von Weiz als Kulturstadt, sondern zudem und insbesondere auch ein ökologisch nachhaltiges Haus, das den „Kulturbegriff“ bewusst breit und gleichermaßen regional wie überregional versteht.
Bereits Größen wie John McLaughlin, Pat Metheny, Omara Portuondo, Billy Cobham und Sir Bob Geldof fühlten sich hier vor insgesamt 1 Million euphorisierter Besucher*innen zuhause – und nun finden im Jubiläumsjahr vom 8. bis 24. Mai die bereits 10. Jazzdays statt: Mit dabei sind nationale und internationale Stars und auch einer, der beides vereint – nämlich mit Wolfgang Schalk ein Gleisdorfer, der gar in den USA Karriere machte.
Wolfgang Schalk ist kein lauter Star in Stadien oder am roten Teppich – aber einer, der dereinst aus der Steiermark über Wien nach Amerika auszog und den selbst internationale Größen wie Wolfgang Puschnig und Harry Sokal, aber auch Rick Margitza, Dave Kikoski, Marvin „Smitty“ Smith und Geoffrey Keezer ins Spiel bringen, wenn es um feinfühlige, authentische Gitarrenkunst geht.
Sein aktuelles Album „Dear Earth“, aufgenommen mit seiner Band in Los Angeles, ist eine Hommage an unseren Planeten – stilistisch ein Balanceakt aus sensibler Lyrik, komplexen Harmonien und deep Grooves, und thematisch natürlich vortrefflich für das „grüne“ Weizer Kunsthaus. Sein Auftritt am 17. Mai im Rahmen der 10. Jazzdays wird sicherlich zu einem emotionalen Höhepunkt und dem Festival die persönliche Note zwischen Weltklasse und Regionalität verleihen.
Bereits am 8. Mai eröffnet die örtliche Bigband mit dem – wie könnte es auch anders sein – Kernölsalsaklub das Festival, und zwar mit einem Programm, das Salsa mit Austropop vermischt: Österreichische Klassiker wie „Großvater“ und „I Am From Austria“ werden da mit einer karibischen Musikseele vereint.
Und das Flair bleibt urlaubshaft: Am 10. Mai gastiert Gitarrenlegende Al Di Meola, der bereits mit Größen wie Phil Collins, Santana und Herbie Hancock zusammenarbeitete, mit seinem Acoustic Trio im Kunsthaus und zelebriert ein Programm, das geschickt zwischen komplexer Weltmusik und mediterranem Flair balanciert. Am 16. Mai folgt mit den Yellowjackets ein weiteres Schwergewicht: Das US-Jazzquartett blickt auf über vier Jahrzehnte Bandgeschichte zurück und präsentiert mit „Parallel Motion“ ein Statement elektroakustischer Jazzmoderne.
Zwischen den großen Namen bietet das Festival auch abseits der Festivaleröffnung Raum für regionale Highlights: Marina & The Kats verbinden am 18. Mai tanzbaren Neo-Swing mit persönlicher Tiefe, während die Vocal Jazz Nights am 20. und 21. Mai zudem zeigen, wie ambitioniert und vielfältig die Weizer Musikschule ihre Nachwuchsarbeit versteht.
Zum Abschluss lädt der Streetview Dixieclub am 24. Mai zum traditionellen Jazzfrühstück am Bismarckplatz – ein lockeres Ausklingen unter freiem Himmel.
Nur eine Woche später, am 30. Mai, lädt das Kunsthaus Weiz darüber hinaus zum kostenfreien Jubiläumsfest, das ein nicht minder spannendes und vielseitiges Programm bereithält: Bereits ab 16 Uhr gibt es Lesungen für Kinder, ab 17 Uhr sorgen Straßenkünstler*innen rund ums Haus für Spaß und Überraschungen – ebenso wie Führungen durchs Kunsthaus, die spannende Einblicke hinter die Kulissen ermöglichen.
Ab 18:30 Uhr richtet sich der Blick wieder auf die Bühne: LIZA in Dixieland, Matakustix, St3 und Christoph Kulmer sorgen mit einem abwechslungsreichen Mix aus Dixie-Musik, Austro-Pop und Magie für beste Unterhaltung.
Dass beim geburtstäglichen Programm auch kulinarische Schmankerl nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst – vielleicht gibt's ja sogar schon ein erstes Mulbratl?
Doch auch über die Jubiläumsfeierlichkeiten hinaus besticht das Weizer Kunsthaus mit einem Programm, das sowohl Kinder als auch Kabarettfans ein Lächeln auf die Lippen zaubert:
Am 25. Juni hält Pumuckl mit seinen Streichen die Kleinen ganz schön in Atem, während Andreas Ferner, dem „Lehrer des Jahres“, am 3. Juli die Kleinen (und die Nicht-ganz-so-Kleinen) oftmals die Sprache verschlagen. „Bauernschläue“ erlernt das Publikum am 9. Oktober bei Petutschnig Hons, und am 17. Oktober geht es mit Peter & Tekal ins Medizinkabarett – Körperwissen inklusive Lachmuskeltraining.
Neben zahlreichen weiteren Highlights – etwa Ex-EAV-Mitglied Kurt Keinrath (19. September), Birgit Denk (4. Oktober), Omar Sarsam (4. November), Paul Pizzera, Gabi Hiller und Philipp Hansa (22. November) sowie Gery Seidl (4. Dezember) – darf natürlich auch die steirische Note zum Abschluss nicht fehlen: Am 28. Dezember laden die Kernölamazonen mit gewohntem Charme zu ihrem Silvesterprogramm.