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Kabarett & Comedy

Das sind die aktuell besten Kabarettist*innen Österreichs

25.11.2025 von Stefan Baumgartner

Am 24. November fand im GLOBE WIEN erneut die Verleihung des Österreichischen Kabarettpreises statt: Das Kabarett ist bekanntlich ein urösterreichisches Kulturgut - und Berni Wagner, Antonia Stabinger, sowie Der Kuseng zählen zu den besten ihrer Zunft.

Das GLOBE WIEN im dritten Wiener Gemeindebezirk ist ein Theater, das von Georg Hoanzl - Chef der gleichnamigen Agentur (u. a. Theater im Park, Edition Der Österreichische Film) - und Kabarettist Michael Niavarani (u. a. Kabarett Simpl, Theater im Park) geführt wird: Seit 2014 finden im Haus, das in Ausstattung und Form an Shakespeares historisches Globe Theatre in London erinnert, regelmäßig fantastische Theater-, Kabarett- und Musikveranstaltungen statt. So dürfen wir uns in den nächsten Tagen und Wochen etwa auf den schnellsprechenden Klaus Eckel, auf die Geburtstagssause der Kernölamazonen und die bereits weihnachtlich gestimmte Conchita Wurst freuen - alle Infos zu den kommenden Veranstaltungen findet ihr [an dieser Stelle].

Die Hausherren Michael Niavarani & Georg Hoanzl (Bild: Markus Wache), sowie das GLOBE von Außen (Bild: Adrian Rigele) und von Innen (Bild: Jan Frankl).

Doch am gestrigen Abend (24. November) wurde es im Haus besonders glamourös: Erneut fand im Theater die Verleihung des 1999 begründeten Österreichischen Kabarettpreises statt. Die Jury, bestehend aus namhaften Kulturjournalist*innen des Landes, votierte für Berni Wagner (Hauptpreis), Antonia Stabinger (Programmpreis) und Der Kuseng (Förderpreis). Der Sonderpreis ging dieses Jahr an das Kabarett Simpl, der Fernsehpreis - übergeben von Philipp Hansa - an die Science Busters, der Onlinepreis an den Wiener Alltagspoeten Andreas Rainer. Moderiert wurde der Abend von Clemens Maria Schreiner, den ihr aktuell in “Fehlerfrei” und “Das Beste vom Guten” auf den heimischen Kleinkunstbühnen erleben könnt (Mehr Informationen [an dieser Stelle].).

Hauptpreis: Berni Wagner mit "Monster"

Fünf Soloprogramme und einige kabarettistische Kollaborationen lang (zum Beispiel das 2024 ausgezeichnete “GHÖST”) beweist Berni Wagner einen scharfen Blick auf die Ausstülpungen unserer Gesellschaft, urteilt da etwa Jury-Mitglied Peter Wustinger vom ORF.

Mit enormer Energie, starker Bühnenpräsenz und hoher Wuchteldichte arbeitet er sich an aktuellen Themen ab, mit einer eigenen Dynamik spielt er sympathisch und dennoch eindringlich Alltagsszenen und hebt seine Abende damit über Stand-Up weit hinaus.

Zudem hat er auch Anliegen: Natur (als gelernter Biologe), Nachhaltigkeit und Nächstenliebe waren und sind maßgebliche Themen seiner Programme. Und das zwiespältige Verhalten als Mann! Vielleicht bezeichnend, dass sich sein Männerbild von “Schwammerl” (erstes Solo 2013) zum aktuellen Programm “Monster” gewandelt hat?! Wie Berni Wagner heute mit dem Thema Männlichkeit umgeht, lässt einen schaudern, lachen und gelegentlich den Mund offenstehen.


Live-Termine


Berni Wagner - "Monster"

27. November 2025 | Wels, Alter Schlachthof
04. Dezember 2025 | Wien, Orpheum
12. Dezember 2025 | Linz, Posthof
29. Jänner 2026 | Stadtsaal, Wien
13. Februar 2026 | Zwentendorf, Donauhof
19. Februar 2026 | Hard, Kammgarn Kulturwerkstatt
20. Februar 2026 | Feldkirch, Theater am Saumarkt
25. Februar 2026 | Wien, Kabarett Niedermair
26. Februar 2026 | Wien, Kabarett Niedermair
17. März 2026 | Wien, Orpheum
19. März 2026 | Berndorf, Stadtsaal
25. März 2026 | Salzburg, ARGEkultur
09. April 2026 | Wörgl, VZ Komma
15. April 2026 | Wien, Kulisse
22. April 2026 | Kollerschlag, Loxone Campus
24. April 2026 | Oberwaltersdorf, Bettfedernfabrik
30. April 2026 | Stadtsaal, Wien
20. Mai 2026 | Wien, Kabarett Niedermair
05. September 2026 | St. Agatha, Waldbühne
16. Oktober 2026 | Klagenfurt, Konzerthaus
07. November 2026 | Aschach an der Donau, Tischlerei am Schopperplatz


Infos auf dem Stand vom 25.11.2025  

Tickets Berni Wagner

Programmpreis: Antonia Stabinger mit "Angenehm"

Wenn bereits das erste Solo-Programm einer Kabarettistin mit dem Programmpreis ausgezeichnet wird, dann ist dies wohl außergewöhnlich – und doch nicht überraschend, urteilt da etwa Jury-Mitglied Alexander Hauer, künstlerischer Leiter der Bühne im Hof.

“Mit Antonia Stabinger ist Feminismus lustvoll und lustig” titelte die Presse zu “Angenehm”. So uneingeschränkt richtig dieser Satz ist, so steht Stabinger mit all dem, was sie sich und ihrem Publikum zumutet, für weit mehr: Als scharfsinnige Beobachterin und absurd-witzige Botschafterin gesellschaftskritischer, heikler Themen beweist sie, dass Begriffe wie politische Unbestechlichkeit, Respekt, Gerechtigkeit und Menschlichkeit keine hohlen Schlagwörter sind, sondern ein Wertgefüge, dem man mit urkomischer Leichtigkeit ein relevantes Gewicht zu verleihen vermag.

Dabei herrscht sie sprachlich wie schauspielerisch brillant die Mittel der Satire wie der Polemik bravourös, läuft dabei mit ihrer ikonographischen Figur der Clit/Doris nicht in Gefahr eines plumpen, besserwisserischen Zynismus.


Live-Termine


Antonia Stabinger - "Angenehm"

17. Jänner 2026 | Linz, Posthof
20. Februar 2026 | St. Pölten, Bühne im Hof (mit den Rabtaldirndln)
04. März 2026 | Wien, Kulisse
08. März 2026 | Wien, Kabarett Niedermair
25. März 2026 | Salzburg, kleinestheater
28. Mai 2026 | Wien, Kabarett Niedermair
10. Juni 2026 | Wien, Kulisse
06. Oktober 2026 | Maria Lanzendorf, Kulturhaus MA LA


Infos auf dem Stand vom 25.11.2025  

Tickets Antonia Stabinger

Förderpreis: Der Kuseng mit "Hoamatlond, Hoamatlond"

Der Kuseng ist nicht nur ein würdiger Nachfolger von Michael Niavarani - immerhin braucht jede Generation einen Nia -, sondern hat sich ein eigenständiges Bühnen-Alter Ego erschaffen, urteilt da etwa Jury-Mitglied Julia Baschiera von Ö1.

Der Kuseng unternimmt in seinem ersten Solo eine Zeitreise zurück in seine oberösterreichische Kindheit - zwischen Landgemeinde, Jugendkultur und iranischem Elternhaus. Er formt daraus eine pointierte Reflexion über gesellschaftliche Normen, Zugehörigkeit, Identität - und über all das, was uns trotz Unterschieden verbindet: Nie belehrend, stets mit wachem Blick und auf Augenhöhe mit dem Publikum, uneitel und präzise.

Somit schafft er einen “Safe Space”, in dem Herkunft, Geschlecht oder Milieu keine Trennungslinien sind, sondern Teil eines größeren Ganzen. Sein Humor baut Brücken, sein Spiel trägt Haltung - und mit seinem feinen Gespür für Sprache erschafft er aus seinen eigenen persönlichen Erlebnissen universelle Erzählungen. Und zu guter Letzt bringt er auch zum Lachen, ohne dabei auszuteilen.


Live-Termine


Der Kuseng - "Hoamatlond, Homatlond"

31. Jänner 2026 | Wien, Kulisse
25. Februar 2026 | Linz, Posthof
01. April 2026 | Wien, Orpheum
07. April 2026 | Wien, Kulisse
06. November 2026 | Salzburg, ARGEkultur


Infos auf dem Stand vom 25.11.2025  

Tickets Der Kuseng
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