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Konzerte

Der Eurovision Song Contest bleibt in Wien

16.02.2026 von Stefan Baumgartner

“Wien, Wien - nur du allein” heißt es im Lied “Wien, du Stadt meiner Träume” des Komponisten Rudolf Sieczynski aus dem Jahre 1912. Und auch über 100 Jahre später bleiben die Träume in Wien verhaftet. Denn eigentlich hätte sich die ESC-Party durch ganz Europa ziehen sollen: Aber nun bleibt doch Wien allein das diesjährige ESC-Mekka - noch dazu im Jubiläumsjahr. Was bisher dazu alles bekannt ist, haben wir zusammengefasst.

Es hätte ein einmaliges Erlebnis werden sollen: Zum ersten Mal in seiner Geschichte hätte der Eurovision Song Contest nicht nur in einer Stadt Einzug gehalten, sondern seine Message “United By Music” auch quer durch Europa getragen; Für die beiden Sommermonate Juni und Juli, so der Plan, hätten in London, Hamburg, Mailand und Zürich, in Antwerpen, Köln, Kopenhagen, Amsterdam, Paris und Stockholm ehemalige ESC-Teilnehmer*innen auf den größten Bühnen gestanden – darunter die finnischen Gewinner Lordi (2006), der irische Gewinner aus den Jahren 1980 und 1987, Johnny Logan, und Alessandra, die 2023 für Norwegen beim ESC den fünften Platz holte. Aber auch immerhin zehn Acts aus der diesjährigen Finalrunde hätten mit an Bord sein sollen.

Doch nun die Hiobsbotschaft für alle ESC-Fans: Auf den Jubiläums-Song-Contest im Mai in Wien – die größte musikalische Party jährt sich zum siebzigsten Mal – folgt nun doch keine Live-Tour, wie die Europäische Rundfunkunion in einem Statement bekanntgab.

Immerhin: Der “normale” Eurovision Song Contest ist davon natürlich nicht betroffen und findet wie geplant vom 12. bis 16. Mai in der Wiener Stadthalle statt – diesen Freitag wissen wir dann auch endlich Bescheid, wer für Österreich ins Rennen gehen wird: Mittlerweile haben alle zwölf Kandidat*innen des heimischen Vorentscheids ihre Beiträge veröffentlicht und werden sie dann diese Woche Freitag (20. Februar) um 20:15 Uhr auch live auf ORF 1 im Rahmen der Show “Vienna Calling – Wer singt für Österreich?” vorstellen.

Vienna Calling

Moderiert wird der erste nationale Vorentscheid seit 2016 von Alice Tumler und dem ehemaligen ESC-Star Cesár Sampson: Er vertrat Österreich 2018 in Lissabon und erreichte den respektablen dritten Platz. Als prominente “Sidekicks” werden Caroline Athanasiadis (bekannt u. a. vom Kabarett-Duo Kernölamazonen), Elton (ja, der von Stefan Raab) und Luca Hänni durch die Show führen: Hänni kennt man nicht nur etwa aus der neunten DSDS-Staffel, sondern er bringt auch “livehaftige” ESC-Erfahrung mit, vertrat er immerhin seine Heimat Schweiz 2019 in Tel Aviv. Sie vergeben im Gegensatz zur Fachjury und zum Publikum zwar keine Punkte, werden aber wohl mit Expertise und Fun den Abend bereichern.

Punkte hingegen vergibt nicht nur das Publikum mittels Televoting ab 22:55 Uhr, sondern auch eine gleich 43-köpfige nationale und internationale Fachjury - beide, also Publikum und Jury, bestimmen zu jeweils 50 Prozent das Endergebnis. Aber wer sitzt in dieser Fachjury? Darunter sind natürlich ORF-Granden wie Stefanie Groiss-Horowitz, die Programmdirektorin, der deutsche Singer-Songwriter Michael Schulte, die ukrainische ESC-Gewinnerin aus dem Jahre 2016, Jamala, sowie die schwedischen Sängerinnen Linnea Gawell und Melanie Wehbe. Aber auch einige Medienvertreter*innen werden unsere Kandidat*innen bewerten, darunter Robert Fröwein von der Kronenzeitung, Heide Rampetzreiter von Die Presse, Lisa Schneider von FM4 und Thomas Ziedler von der Tageszeitung Österreich.

Aber wer von den 12 Kandidat*innen hat die besten Chancen, Österreich beim Jubiläums- und Heimats-Eurovision Song Contest zu vertreten und damit in die Fußstapfen von Udo Jürgens (Tribute-Shows gibt es u.a. in Wien, sowie in Graz und Linz) und Conchita Wurst (aktuell als Kaiserin in “Luziwuzi” im Rabenhof zu sehen) zu treten? Geht es nach den Streaming-Zahlen allein, hätten die Rocker Reverend Stomp, “Tanzschein” Cosmó und Austropopper Sidrit Vokshi, der als Ersatzkandidat für Tamara Flores, die ihre Teilnahme kurz nach Bekanntwerden aller Finalisten zurückzog, den größten Publikumszuspruch. Weit vorne rangieren aber auch Bamlak Werner mit ihrer identitätssuchenden Ballade “We Are Not Just One Thing” und Kayla Krystin mit “I brenn”. Allerdings sind die Zahlen nicht ganz aussagekräftig, weil nicht alle 12 Songs zum gleichen Zeitpunkt veröffentlicht wurden. Insofern bleibt es bis Freitagnacht: Spannend.

United By Music

Während die Musiker*innen also noch um ihren Einzug in die Wiener Stadthalle zittern, ist mittlerweile zumindest bereits bekannt, wer die letztjährige Rolle von Hazel Brugger als Moderatorin übernehmen wird: Nämlich Victoria Swarovski und Michael Ostrowksi. Ja, Swarovski kommt aus der Kristalldynastie in Tirol – aber sie ist auch unter anderem als Sängerin und Moderatorin aktiv: Ihren Durchbruch feierte sie mit dem Sieg in der deutschen TV-Tanzshow “Let’s Dance”, die sie nun selbst wiederum seit 2018 auch als Moderatorin präsentiert. Ostrowksi wiederum kennt man zuvörderst aus dem Film: Seinen Durchbruch feierte er 2004 mit “Nacktschnecken”, der zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres wurde. Zuletzt war er unter anderem in den Eberhofer-Krimis zu sehen. Als Moderator präsentierte er bisher unter anderem die Nestroy-Verleihung, den Protestsongcontest im Rabenhof und mit den Amadeus Austrian Music Awards neben dem ESC einen weiteren musikalischen Fixpunkt im Jahreskalender.

Aber einen österreichischen musikalischen Fixpunkt wissen wir bereits ebenfalls: Das ORF Radio-Symphonieorchester wird beim Eurovision Song Contest eine besondere Rolle spielen und nicht nur das Musikthema interpretieren, sondern auch beim Opening des großen Finales in der Wiener Stadthalle und bei der Opening Ceremony auf dem Rathausplatz auftreten.

Vor dem Finale sind noch zwei Halbfinale

Aber bevor am 16. Mai in der Wiener Stadthalle das Finale über die Bühne geht, müssen sich die Länder - bis auf Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich - natürlich noch in den zwei Halbfinal-Shows qualifizieren. Wer von den - neben Österreich - “Big Four” ihre Länder vertreten wird, ist noch nicht bekannt: Besonders interessant wird für uns natürlich die Wahl unseres großen Nachbarn Deutschlands, die am 28. Februar ausgestrahlt wird. Neun Acts stehen dort zur Auswahl - aktuell führt Sarah Engels mit “Fire” die Wettquoten an.

Im ersten Halbfinale treten Belgien, Estland, Finnland, Georgien, Griechenland, Israel, Litauen, Kroatien, Moldau, Montenegro, Polen, Portugal, San Marino, Schweden und Serbien an - aus dieser Gruppe sind erst am 7. März alle Beiträge öffentlich bekannt, wenn alle Vorentscheide über die Bühne gegangen sind. Übrigens: Bereits am 28. Februar wählt Finnland seine Kandidatin oder seinen Kandidaten - im Vorentscheid befindet sich mit Sinikka Monte sogar eine Wahl-Österreicherin!

Im zweiten Halbfinale treten Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Australien, Bulgarien, Dänemark, Lettland, Luxemburg, Malta, Norwegen, Rumänien, die Schweiz, Tschechien, die Ukraine und Zypern an - aus dieser Gruppe erwarten wir bis 4. März alle Beiträge. 

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