Bild: Columbia
Diese Woche ist auf Spotify wieder viel passiert und unsere HEADLINER-Playlist ist um ein paar Songs stärker! Wie jede Woche haben wir uns durch ganz viel neue Musik durchgehört und haben für euch das Beste herauskristallisiert und schön kompakt zusammengefasst, damit ihr die beste Musik immer auf eurem Handy dabeihabt! Ein paar ganz besondere Highlights aus der Spotify-Liste möchte ich aber gleich noch extra hervorheben: Denn es ist noch viel mehr passiert, als dass endlich “Lux”, das neue Album von Rosalía erschienen ist! Ein zentrales Motiv auf “Lux” ist das “Weiblich-Mystische”, die Spiritualität, die Suche nach Bedeutung - Rosalía will also mehr, als nur zu unterhalten.
Bereits die erste Single “Berghain”, die Ende Oktober veröffentlicht wurde und ein pompöses Stück gemeinsam mit Yves Tumor und Björk (!) war, deutete an, dass die spanische Rosalía auf ihrem viertem Album einen einzigartigen, eng verwobenen Mix aus Avant-Pop, Techno-Barock, Klassik, Flamenco, Gothic Pop, Latin und Walzer kredenzen wird - mit dem gleichnamigen Techno-Club in Berlin hatte der Song nämlich gar nichts gemein. Aber auch ein Stück wie “Porcelana”, der mit einigen Strophen auf Latein (!) die Multilingualität auf insgesamt 13 Sprachen auf dem Album ausdehnt, zeigt, was für ein Meisterwerk Rosalía mit “Lux” gelungen ist. Allerdings geht es Rosalía bei dieser sprachlichen Vielfalt nicht darum, “akademisch” zu wirken, sondern: Beim Singen in anderen Zungen seien vielmehr andere “Klangräume” möglich, eine größere Empathie und Nähe, erzählte sie spanischen Medien. Da beschrieb sie auch, wie sie etwa ein Jahr lang ausschließlich an Texten und Phonetik gearbeitet hat; mithilfe von Übersetzungstools, Sprachlehrern und ihrem eigenen intuitiven Vorgehen. Und das natürlich alles ohne Künstliche Intelligenz.
Da kann man nur hoffen, dass irgendjemand Rosalía für ein Konzert auch nach Österreich holt …
Mit “Marlboro Mann” gibt es nun eine weitere Kraftklub-Single aus ihrem am 28. November kommenden Album “Sterben in Karl-Marx-Stadt”. Es sei durchaus auch darum gegangen, eine neue Sprache für den Tod zu finden, eine Sagbarkeit dessen, was sonst nur im Inneren stattfindet, dort aber eher zu Isolation führt als zu Verarbeitung. Dass sowas ausgerechnet bei Kraftklub passiert, ist kein Widerspruch, sondern genau die Art von Frontalunterricht, die hierzulande zu diesen Themen fehlt!
Manchmal genügt ein einziger Moment, um sich zu erinnern, wo man herkommt - ein Stück Himmel, ein Atemzug, der Geruch von nassem Gras. Mit “The World (AR)” hält der multikulturelle Singer-Songwriter Benjamin Amaru aus der Schweiz genau diesen Moment fest: den Augenblick, in dem alles stillsteht und die Welt zu singen beginnt. In seinem neuen Song beschreibt Amaru, was Heimat für ihn bedeutet – nicht als Ort, sondern als Gefühl.
Doch nicht nur Rosalía hat ein neues Album veröffentlicht, auch der deutsche Indie-Musiker Betterov: “Große Kunst” heißt es - und ist es auch. Weil: Gefühlslagen wahrnehmen, Kleinigkeiten erkennen und das in eine treffende Sprache zu hüllen, diese Fähigkeiten sind ihm auch nach seinem Debütalbum (2022) nicht abhandengekommen! Auch auf “Große Kunst” hören wir Geistreiches, wurzelnd in seiner Familiengeschichte im Hinterland und flankiert von oft elanvollem Indie-Pop und New Wave.
Und auch “SHISH”, das neue Album der Indie-Rocker Portugal. The Man aus Alaska (!) ist heute endlich erschienen: Es ist ihr zehntes Album, kurz nach der EP “uLu Selects Vol. 2”, die mit akustischen Kurositäten überraschte. Und auch “SHISH” ist ungewohnt, der Sound härter und kantiger als bislang, Prog schleicht sich in den Pop - man nähert sich also wieder den Anfängen. Aber trotz des Noise-Vibes sind die neuen Songs vielleicht auch ihre verletzlichsten …
10-jähriges Jubiläum feiern heute übrigens (Gratulation!) “unsere” Yasmo & die Klangkantine - und das mit ihrem vierten Studioalbum “Augen auf und durch”: Dabei tritt die Wiener Hip-Hop-Jazz-Band natürlich kein bisschen leiser, sondern liefert erneut ein eindringliches Statement zur Gegenwart. Denn heute ist es notwendiger denn je, wach zu bleiben, hinzuschauen und nicht auszuweichen. “Augen auf und durch” heißt, sich der Realität zu stellen - und zwar mit Haltung.
Gerade erst waren Von Wegen Lisbeth gleich für zwei Tage in der Wiener Arena, wer dort war, hat bereits den neuen Song “Gleichgewicht” hören dürfen. Er ist einer der (bereits drei) Vorboten ihres neuen Albums “Strandbad Eldena”, das sie - Spoiler - kommenden Herbst erneut in die Arena führt! Alle anderen hören den Song zumindest ab heute auch ganz offiziell und dürfen sich - wie bei den Berliner Indie-Poppern üblich - auf markante Wohlfühlmelodien mit ein bisserl Alltagsironie freuen.