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Oasis in Österreich: Yes? No? Definitely Maybe?

09.09.2026 von Stefan Baumgartner

Heute startet die umjubelte Doku “Don't Look Back In Anger” der Brit-Pop-Heroen Oasis auch in den österreichischen Kinos, etwa in den Cineplexx-Kinos oder im Wiener Filmcasino. Aber dürfen wir uns auch auf ein Livekonzert im Sommer 2027 freuen?

“Don't Look Back In Anger” heißt nicht nur eine Single vom zweiten Oasis-Album “(What's The Story) Morning Glory?” aus dem Jahre 1995, sondern ist auch der Titel der Doku über die Brit-Pop-Heroen, die nach dem Mega-Hype bei den Filmfestspielen in Venedig und bei der offiziellen Premiere in London nun ab heute auch in den österreichischen Kinos zu sehen ist: Dabei ist der Titel wohl auch programmatisch zu lesen, denn in Venedig entfaltete sich die Geschichte vom Streit und der Versöhnung der beiden Gallagher-Brüder nicht nur auf der Leinwand, sondern auch live - lächelnd und Fan-nah zeigten sich die beiden einstigen Streithähne da unter dem Blitzlichtgewitter.

Allerdings: Auf “Regeln” scheißen die beiden Brüder nach wie vor einen großen Haufen. Die Pressekonferenz zu ihrer Doku schwänzten sie, und auch für den Roten Teppich hatten sie wenig über. Vielmehr gaben sie - überraschend - zahlreichen Fans Autogramme, anstatt vor den Kameras zu posieren.

Aber dann endlich, die größte Bruderversöhnung auf großer Leinwand: “Oasis: Don't Look Back In Anger” erzählt, wie sich Liam und Noel Gallagher nach 15 Jahre Funkstille und Clinch wieder angenähert haben. Nämlich ohne große Aussprache, wie der Film erzählt: Die Gallaghers, das sind Working-Class-Männer, da gibt es keine großen Gefühle. Allerdings gibt Liam im Film durchaus zu, dass er sich manchmal vielleicht etwas “doof” benommen habe, weil er seinen Bruder Noel tatsächlich vermisst hatte. Dementsprechend “emotionslos” verlief auch die erste gemeinsame Probe, die nach knapp einer Viertelstunde gezeigt wird: für Otto Normal wohl nach diesem Zwist unvorstellbar.

Aber es ist auch irgendwie schön zu sehen, wenn die Gallaghers im Gegensatz zu zum Beispiel Metallica (Stichwort: die Doku “Some Kind Of Monster”) keine Mediatoren brauchen, um irgendwann dann doch den Arsch hochzukriegen. Mit dabei aber 12 (versteckte!) Kameras unter der Regie von “Peaky Blinders”-Mastermind Steven Knight. Und dann, nach der ersten Probe, schließlich auch die ersten Reunions-Konzerte vor bisher knapp drei Millionen Fans.

Und da muss man doch wieder schmunzeln, denn der erste Comeback-Abend - am 4. Juli 2025 in Cardiff, das erste Konzert nach 16 Jahren Live-Pause (!) - ließ Liam (natürlich!) seinen Bruder fast verzweifeln. Denn die letzte Probe hatte er geschwänzt, und erst 20 Minuten vor dem Auftritt tauchte er dann Backstage auf und mokierte sich über das Catering. Aber live, auf der Bühne: ein Traum, ein Wahnsinn!

Spätestens, wenn die Doku dann nicht nur die Brüder, sondern auch wildfremde Menschen zeigt, wird klar, welche Emotionen hinter Musik stecken: Menschen, die sich in den Armen legen, ein nahezu religiöser Fan- und Merchandise Kult, gestandene Männer mit Tränen in den Augen und der stadionweite “Poznań” beim Konzert. “Eine weitere ungeplante Aktion von Liam, die zum weltweiten Selbstläufer wurde”, zollt ihm Noel auch dafür Respekt.

Vermutlich hätte es niemand für möglich gehalten, dass diese Reunion stattfindet - und wenn, dass sie nun seit einem Jahr hält: Aber dafür haben die beiden Brüder auch in den “sauren Apfel” gebissen - Liam hat nicht nur das Rauchen und die vielen Partys eingestellt, sondern geht seinem Bruder Noel auch tatsächlich nicht mehr an die Gurgel. Dieses “Wir-Gefühl”, das da ausgestrahlt wird, ist tatsächlich größer als Jesus, die Beatles und sogar Oasis - denn dieser hochemotionale Film über diese fulminante Versöhnung kann man durchaus auch als Vorbild für sich selbst lesen. Wenngleich natürlich etwas ausgespart wird: Allzu tiefe Blicke hinter die Kulissen, etwa die Kritik um die horrenden Ticketpreise.

Oasis: live auch in Kontinentaleuropa?

Bisher haben Oasis seit vergangenem Jahr über 40 Konzerte gespielt, in UK, in Nord- und Südamerika, sowie in Down Under. Aber im Sommer 2027 sollen sie endlich auch nach Kontinentaleuropa kommen: Konzerte in München, Barcelona, Amsterdam, Paris und Rom dürften neben - erneuten - Shows in UK als gesichert gesetzt sein, im Mai soll es losgehen. Ob Österreich auch noch in den Tourkalender rutscht, das wurde noch nicht verraten: Es wäre das erst fünfte Konzert von Oasis in Österreich, das letzte ging im Februar 2009 in der Wiener Stadthalle über die Bühne. Kommendes Mal wird man wohl zumindest einmal das Happel-Oval ausverkaufen. Wenn's denn passiert.

Immerhin: Am 3. Oktober wird mit Öasis eine österreichische (!) Oasis-Tribute-Band im Grazer ppc spielen und versuchen, die unverwechselbare Attitüde der Gallaghers zu doppeln - hoffentlich nur musikalisch, und nicht handgreiflich …

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