Bild: Oehl
Am 12. Dezember erscheint mit “Dunkle Magie” ein Weihnachtsalbum von Oehl, das fast ohne Kitsch auskommt: Eine willkommene Abwechslung in der Vorweihnachtszeit, die er bei zwei “Oehl du Fröhliche”-Adventkonzerten auch auf die Bühne bringt.
Bereits pünktlich zu Halloween erschien mit der Single “Als wir uns liebten” die erste Tonprobe zum neuen Album vom Wiener Liedermacher Oehl: “Dunkle Magie” erscheint dann am 12. Dezember inmitten der Vorweihnachtszeit - und ist zwar ein Weihnachtsalbum, jedoch eines, das (fast) ohne Kitsch auskommt und viel mehr auf Nostalgie und ein leises Leuchten setzt. Wir hören seine einfühlsame Flüsterstimme, begleitet von Piano, Bläser und Chor. So besetzt Oehl das Dunkle des Winters positiv und erinnert daran, dass Weihnachten dereinst, in kindlichen Gefühlswelten, auch ein Ort von Sehnsucht war: Ein Zuhause, in dem wir geliebt sind.
Wir leben in einer Zeit, in der wir als westliche Gesellschaft den Glauben an Übernatürliches größtenteils abgelegt haben. Weihnachten ist jener seltene Moment, in dem die Dunkelheit nicht droht, sondern behütet; in dem die Magie nicht übernatürlich, sondern handfest ist. Für Kinder ist Weihnachten magisch, und wir Erwachsene feiern Weihnachten vor allem, um den kindlichen Zauber unserer Erinnerung zu beschwören.
Mit seinem unglaublich einnehmenden Akustikalbum - ich durfte bereits im gesamten Album schwelgen - taucht Oehl ein in eine Welt, die vor ihm bereits Künstler wie Lana del Rey oder Taylor Swift mit “Folklore” meisterhaft zelebriert haben, eine Welt, die lange vor dem digitalen, hektischen Alltag existierte. Kein Wunder, wurden für die Aufnahmen fast ausschließlich Equipment und Instrumente aus den Sechzigern und Siebzigern verwendet, mehr “vintage” geht also kaum!
Mit seinem träumerisch-akustischen Sound lässt Oehl das ausgelassene Tanzen zu schnellen, aufgeregten Beats des Sommers hinter sich, reflektiert auf die Dunkelheit und lässt unter der gleißend glänzenden, schneebedeckten Oberfläche des Winters mit seinem einlullenden, besinnlichen Klanggewalt etwas Tiefes, Altes, fast Vergessenes pulsieren. So entsteht beim Hören des Albums ein intensives Gefühl von Nostalgie, das den geneigten Hörer einhüllt wie eine warme, flauschige Kuscheldecke: Bei Oehl steht die Zeit still, und wirklich weihnachtlich wird es nur bei “Maria durch ein Dornwald ging”, mit einem jazzig-atmosphärischem Arrangement mit Saxophon und Trompeten. Ansonsten dominiert nicht der Glitzer und das Funkeln des Festes, die Lieder handeln von Kindheit ("Dunkle Magie"), Schnee ("Es schneit"), Liebeskummer ("Als wir uns liebten"), Jahreszeiten ("Die Arbeit des Frühlings") und romantisierten Orten ("Bad Cannstatt").
Mit der Band Die Heiterkeit rund um Liedermacherin Stella Sommer wird der italienische 60s-Oldie “Piano” der Künstlerin Mina gecovert und erhält den Titel „Zärtlich werd ich dich verlassen". Mit dem Pianisten Angel Vassilev wird nicht nur der ursprünglich elektronische Oehl-Song “In drei Leben” als Reprise neu interpretiert, sondern findet sich auch eine Hommage an das Neoklassik-Weihnachtslied “Merry Christmas Mr. Lawrence” des japanischen Komponisten Ryuichi Sakamoto auf dem Album: “Merry Christmas Mr. Sakamoto” ist ein Piano-Instrumentalstück, das ebenso gut dem Soundtrack eines Studio Ghibli Films entstammen könnte.
Doch es wäre nicht Oehl, wenn’s nicht auch grooven würde: So wurde der Südtiroler “Andachtsjodler”, der ursprünglich aus der Christmette stammt, neu gedacht und mit Surf-Gitarren und einem Balkan-Chor in das Stück “Pobozno Jodlanje” verwandelt, das auch dem großen Quentin Tarantino gefallen könnte. Im Dienste treuer Oehl Fans gibt es neben der bereits erwähnten Piano-Interpretation von “In drei Leben” auch akustische Interpretationen der bisher elektronischen Songs “Die Arbeit des Frühlings” und “Das Fest”. Zu guter Letzt kommt auch der Humor auf diesem Album nicht zu kurz, wenn etwa Weihnachten im Altersheim auf dem Song “Erwin allein Zuhaus” (mit Augenzwinkern eine Hommage an den vielleicht besten Weihnachtsfilm “Kevin allein Zuhaus”) besungen wird oder im Song “Dunkle Magie” die Anzahl der unverhältnismäßig großen Anzahl von Kinderfotos im iCloud Album, das Ariels Sohn gewidmet ist.
Doch zur Vorweihnachtszeit gehört es nicht nur, dass man sich zuhause einigelt, bei einer heißen Tasse Tee und ein paar Spekulatius die tiefschürfende Besinnlichkeit von “Dunkle Magie” genießt, sondern sie auch gemeinsam teilt: Und so geht Oehl auch auf du “Oehl du Fröhliche”-Akustiktour, spielt gemeinsam mit Romi Rabic (Kontrabass/Geige/Piano/Stimme) und Niklas Apfel (Konzertgitarre/Stimme) Mitte Dezember im Wiener Porgy & Bess und im Grazer Orpheum Extra, erzählt dort auch live auf der Bühne die schönen Geschichten rund um die irgendwie auch seltsame Zeit vor dem Jahresende:
Ganz egal wie man zu dieser ganzen Sache mit den Kränzen, Kerzen und Ritualen der christlichen Erzählung steht, ob man Weihnachten feiert oder nicht. Ein Abend der kollektiven Nostalgie sei uns gegönnt - das Jahr wird schwer genug gewesen sein.
Aber natürlich ist Oehl nicht der einzige Künstler, der uns mit intensiven Gefühlen durch die Vorweihnachtszeit geleitet, bei zahlreichen Veranstaltungen im Advent liegt die Magie in der Luft - mal festlich und besinnlich, mal ausgelassen: Die emotionalsten Veranstaltungen vom Weihnachtskonzert von Wanda über Christmas in Vienna bis hin zur Bühnenfassung des Kultfilms “Single Bells” haben wir [an dieser Stelle] am HEADLINER zusammengefasst und haben natürlich auch noch ein ganz besonderes Gewinnspiel parat: Wir verlosen 2x2 Tickets für “Die große Weihnachtsgala der Musicalstars” mit Mark Seibert und Lukas Perman am 5. Dezember im Auditorium Grafenegg oder am 13. Dezember in der Wiener Stadthalle F!
Wie auch immer ihr den Advent begeht, wir haben definitiv das passende Ambiente für euch parat!