Hanna Fasching
Mit ihrem Debütalbum „My World, My Love, Paris“ gelang der jungen Waldviertlerin Oska nicht nur eines der spannendsten österreichischen Werke, sondern nach zwei Jahren pandemischem Darben auch der internationale Live-Durchbruch. Doch der Hype im kleinen Rahmen ist erst der Anfang: Aufgewachsen ist Oska in einer großen, musikalischen Familie. Das Gitarrespielen hat sie sich selbst beigebracht, die ersten Songs nach der Schule geschrieben und als Straßenmusikerin in Wien genau so viele Erfahrungen gesammelt wie beim Studium von Pop- und Jazzgesang. Und genau diese natürliche Organik macht Oska aus.
Ich hatte noch nicht die Zeit, alles zu verarbeiten. Meine Mama hat etwas Schönes dazu gesagt: „Die Seele reist nicht mit.“ Ich war in letzter Zeit sehr viel unterwegs, aber geistig bin ich noch nicht überall der physischen Geschwindigkeit hinterhergekommen. Es fühlt sich an wie ein Traum, der in Erfüllung ging.
Ich liebe das Tourleben und fand mich sehr schnell darin zurecht. Es ist nicht für jeden was, aber mir liegt es sehr. Ich trete gerne mit Leuten in Kontakt, singe und performe mit großer Leidenschaft. Wenn das dann noch mit eigenen Liedern geht, die die Leute hören wollen, ist es besonders schön.
Dazu auch noch von meinen Lieblingsliedern am Album, die gar keine Singles wurden! Das hat mich sehr berührt. Ich kann mir aber noch immer nicht vorstellen, dass in Österreich oder sonst wo jemand sitzt und beim Essen oder Arbeiten gerade meine Musik hört.
Durchaus. Jeder definiert Erfolg anders. Ich muss nicht der größte Star der Welt werden, sondern will einfach Musik machen und davon leben dürfen. In meiner Welt ist das bereits Erfolg. Wenn man seine Leidenschaft so umsetzen kann, dass man sich davon Essen kaufen und eine Wohnung leisten kann.
Von außen schaut immer alles sehr gut aus, aber es ist sehr schwierig, sich durchzusetzen. Musikerin zu sein ist eine große Herausforderung und ich habe genauso Zukunftsängste wie andere. Ich hätte irgendwann auch gerne einmal eine Familie und ein stabiles Leben und das sollte auch mit diesem Job gehen. Ich stecke so viel Arbeit und Zeit rein, dass ich traurig wäre, wenn es nicht klappen würde.
Meine kreativste Phase hatte ich in meiner Schulzeit. Da hat man sich am wenigsten Gedanken über seine ganze Existenz gemacht und musste nicht überlegen, ob man sich noch etwas leisten kann oder nicht. Ängste hemmen immer, für die Kreativität muss man frei sein können, weshalb ich auch eine große Befürworterin für das bedingungslose Grundeinkommen bin. Wie viel schöner wäre das Leben für viele, wenn gewisse Sorgen abgedeckt werden? Man könnte sich viel stärker auf seine Talente und Leidenschaften konzentrieren.
Es heißt nicht umsonst „Gitarrespielen“. Man hat Verantwortungen, wenn man älter wird, aber die muss man immer wieder ausschalten können. Ich hoffe, dass ich mich immer frei fühlen kann, wenn ich mich hinsetze und Musik mache.
Vielleicht bin ich ein „extroverted introvert“. Ich bin sehr kontaktfreudig und habe überhaupt keine Scheu vor Menschen, aber am meisten Energie schöpfe ich aus dem Alleinsein. Dennoch braucht Jeder zwischenmenschliche Kontakte, um ein schönes Leben führen zu können.
In mir herrscht eine gewisse Ambivalenz. Ich will noch viel reisen und sehen im Leben, aber so schön ein Ort auch ist, er hat mit mir keine besondere Verbindung. Bei meinen Milow-Konzerten machte Stu Larsen mein Tourmanagement und in einem deutschen Dorf zeigte er mir einen Baum, der in seinem größten Musikvideo vorkommt. So hat ein einfacher Baum eine wichtige Bedeutung für einen mir wichtigen Menschen und somit auch für mich. Wenn ich also an Deutschland denke, dann ist dieser Baum in meiner Erinnerung am präsentesten.
Irgendwas an der Idee muss mich instinktiv begeistern oder längerfristig festhalten. Es ist ein bestimmtes Gefühl, dem man nachgehen will oder nicht. Es geht um persönliche Intuition.
Die neuen Songs kommen dann, wenn ich Zeit hatte, die aktuellen Dinge zu verarbeiten. Da müssen wir noch ein bisschen Geduld haben. Wenn ich auf Tour backstage mal die Gitarre in der Hand habe, dann kommen mir aber schon Ideen, die ich festhalte.
Oska gastiert am 28. Oktober in der Kulturfabrik Kufstein. Tickets gibt es bei oeticket.com.