Bild: Reif Für Die Insel
Gerade erst wurde Peter Cornelius für sein Lebenswerk ein Amadeus überreicht, nun beschenkt er sich und uns zu seinem 75. Geburtstag mit seinem neuen Album: Auf “Glassplitter” beweist er, dass er auch Jahre nach “Reif für die Insel” immer noch “zeitlos” ist!
Wenn man an die größten heimischen Liedermacher denkt, dann fallen natürlich Namen wie Wolfgang Ambros, Rainhard Fendrich, Ludwig Hirsch, Georg Danzer und Udo Jürgens selig ein - aber auch Peter Cornelius hat sich mit seinen Liedern unweigerlich in unsere Gehirnwindungen gesungen. Bereits als 22-Jähriger nahm er am Talentwettbewerb Show-Chance des ORF teil und erreichte mit seinem Lied “Die Wolk'n” den ersten Platz. Anschließend war er Mitglied im Ensemble des Musicals “Hair”, das in Hamburg und Berlin gastierte, bevor er 1981 sogar an der leider nicht österreichischen, dafür deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teilnahm, wo er mit “Träumer, Tramps und Clowns” den sechsten Platz belegte.
Beinah zeitgleich gelang ihm mit “Du entschuldige - I kenn' di” und dem dazugehörigen Album “Zwei” der Durchbruch, der Rest ist - von “Reif für die Insel” bis “Segel im Wind” - eigentlich Geschichte. Der von ihm geprägte Ausdruck “Reif für die Insel” wurde sogar zum geflügelten Wort! Da ist es nur mehr als gerecht, dass ihm dieses Jahr die Ehre zuteil wurde, von den Amadeus Austrian Music Awards für sein Lebenswerk geehrt zu werden - wie auch schon unter anderem Wolfgang Ambros, Hubert von Goisern und Falco vor ihm.
Wer bei einer Ehrung zum Lebenswerk aber auch gleich an die Pension denkt, der ist zumindest im Fall von Peter Corneliius schief gewickelt: Seinen dieses Jahr über die Bühne gehenden 75er feiert er nicht still und leis daheim in Purkersdorf - sondern mit einer großen Tournee, die zudem mit “!ZEITLOS!” betitelt ist und eindrucksvoll dokumentiert, dass er und seine Lieder wahrlich zeitlosen Charakter haben!
Davon weichen aber auch nicht die ganz neuen Kreationen aus seiner Feder ab: Soeben ist sein fünfundzwanzigstes Studioalbum “Glassplitter” erschienen - ein vertontes Spiegelbild seiner gesammelten Lebenserfahrung, und das mit einer Direktheit, die nie plump ist, dafür mit einer Genauigkeit, die nie nur analytisch, sondern immer auch empfindsam ist. So handelt bereits das Titelstück von etwas, das uns wohl alle berührt: Die tief verborgene Sehnsucht nach dem einen Menschen, der unser Partner fürs Leben wird. Emotionen, Sympathie, Mitgefühl, Verständnis für die menschlichen Schwächen - auch über das Tietlstück hinaus werden sie in seinen Songs in einer Weise zum Ausdruck gebracht, wie es nur Cornelius kann. Punktum. Aber es wäre nicht er, würde er nicht auch in Selbstreflexion uns mit seinen Texten warnen und gar wachrütteln wollen, damit wir uns nicht in den Um- und Zuständen, die uns das Leben bereithält, verlieren: Eine Aufforderung zu handeln, die hat er in Stücken wie “Aus dem Sumpf ziehen”, “Augen auf und durch” und “Wenn es einen Gott gibt” wahrlich kongenial festgehalten!
Ein weiteres großes Geschick: Bei den Texten und Inhalten hört es nicht auf, Peter Cornelius schafft es nach wie vor, sich nicht nur in Worten, sondern auch in der Musik großartig und einzigartig und eben zeitlos auszudrücken: “Glassplitter”, das ist die Handschrift des Cornelius, die man kennen und lieben gelernt hat.