Bild: Natalia Del Mar Kašik
Ronia ist ein One Woman-Projekt. Trotzdem immer dabei: Der Zufall, alte Märchenfilme und Moondog. Die Soundtracks klassischer Märchenfilme des mittleren 20. Jahrhunderts (z. B. "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" oder "Cinderella") begleiten Ronia schon seit ihrer Kindheit in Graz. Mit ihrem großen Vorbild, dem als Straßenmusiker bekannt gewordenen Moondog, verbindet die Neo-Wienerin der Hang zu Minimalismus und eine eigentümliche Art des Komponierens, bei dem Zufall und Spontaneität eine zentrale Rolle einnehmen. Dabei entstehen oft minimalistische Klangfiguren aus aufs Notwendigste heruntergebrochenen Klavierthemen oder Gitarrenakkorden, mit Bedacht eingesetzten Snythesizerflächen und Akzenten durch Blas- oder Streichinstrumente. Im Vordergrund stellt die Stimme der Autodidaktin Ronia fundamentale Fragen übers menschliche Miteinander.
Im November 2021 erschien ihr Debütalbum "waltz in", 12 Songs Pop-Minimalismus im ¾-Takt. Der Nachfolger "string along" erschien im Oktober 2023, der trotz Expansion in Takt und Instrumentierung Ronias düster-reduzierter Soundästhetik treugeblieben ist.
Für ihre neue Single "salty Water" hat sich Ronia mit dem österreichischen Komponisten Thelema zusammengetan, mit dem sie einen Hang zu Minimalismus und eine Liebe zu Filmmusik teilt. So ist auch "salty water" ein formal reduziertes, narrativ jedoch ausdrucksstarkes Stück Popmusik. Eine Schreibmaschine dient als Percussion-Instrument, ihr Tippen bringt die Gedanken symbolisch zu Papier, Kinderlachen und Meeresrauschen schwemmen bruchstückhaft nostalgische Erinnerungen an die Oberfläche. Dabei mischen die beiden Field Recordings mit der Kunst des Geräuschemachens, wie sie etwa in der Nachvertonung bei Film und Fernsehen zum Einsatz kommt. Die Grenzen zwischen Original und Imitation verschwimmen ganz bewusst, so wie in salty water auch Wünsche, Träume und Erinnerungen durcheinandergeraten. Es ist dies die erste Single des neuen Albums "tide over", das im Frühling 2025 erscheinen wird.