Bild: Gablitzer Brauerei
Er ist schon ein Multitalent: Der Leobener und Griechenland-Fan Thomas Stipsits macht bereits seit seiner Schulzeit Lieder und Sketches. Von den Kabarett-Bühnen des Landes ist er mittlerweile nicht mehr wegzudenken, wie auch aus dem Buchregal: Seine „Stinatz-Krimis“ rund um Inspektor Sifkovits begeistern die Buchwürmer in ganz Österreich. Und nun braut er, gemeinsam mit Braumeister Markus Führer von der Gablitzer Privatbrauerei, sogar ein eigenes Bier.
Ich habe Wein nie wirklich gut vertragen und Bier ist ja auch etwas Basisches, beruhigt mehr den Magen. Bier ist ein wunderbarer Durstlöscher, also nach einer Wanderung ist so ein richtig kaltes Bier unfassbar wohltuend. Und ehrlich gesagt habe ich auch keine Ahnung von Wein. Zu den Zeiten, an denen ich Wein trank, habe ich mir den Rotwein mit Cola aufgespritzt.
Das Bier war mir von der Mama her schon immer präsent. Dadurch, dass die Großeltern in Göss waren, war ich sehr viel dort im Stift Göss unterwegs, wo die ursprüngliche Brauerei ist. Damals konnte man einfach so aufs Brauereigelände gehen und die beschädigten und falsch etikettierten Flaschen mitnehmen. Zu der Zeit habe ich natürlich noch kein Bier getrunken, aber der Geruch ist mir stark in Erinnerung geblieben. Im Stiftsgarten hat es immer so nach Malz gerochen und diesen malzigen Geruch liebe ich, wenn ich selbst braue.
Bier ist nicht gleich Bier, das ist vollkommen richtig. Ich mag Biere, die nicht zu herb sind, Pale Ale zum Beispiel schmeckt mir überhaupt nicht. Ich mag neben den Hellen aber auch gerne dunkle Biere, richtige Schwarzbiere. Da gibt es in England sehr viele tolle. Besonders gerne trinke ich ein Bier nach einer Wanderung in Griechenland, nach einer Vorstellung auf einer Bühne ist ein kaltes Bier auch etwas ganz Besonderes.
Es gibt wahnsinnig viele gute Biere in Österreich und ich möchte die Konkurrenz gar nicht ausstechen. Ich würde die Frage andersrum stellen: Warum sollte man nicht sein Erspartes fürs Stips ausgeben? Es ist ein helles, sehr an die bayerischen Biere orientiertes Bier. Es ist das erste Bier, das wir machen wollten, eine sehr klassische Sorte mit nicht zu hohem Alkoholgehalt und einer sehr dezenten Hopfennote. Wir achten sehr darauf, dass es tolle Rohstoffe hat. Es ist rein Österreichisch, außer der Hopfen, der ist aus der Hallertau und Hallertau ist eines der besten Hopfengebiete in unseren Breitengraden in Bayern. Frauen trinken das Stips auch ganz gern, weil wir überhaupt nichts künstlich dazugeben. Dadurch hat es nicht so einen großen Kohlensäuregehalt und ist relativ süffig. Ich kann nicht sagen, es wäre das beste Bier, weil die Bier-Geschmäcker sehr verschieden sind. Mich freut es schon, wenn man es einfach mal probiert.
Beim besagtem Spot hat er mir erzählt, dass er gerade den Braumeister macht und eine kleine Brauerei starten möchte. Ich fand das großartig, weil er doch einen sehr guten Job in der Werbebranche hatte, den er für seine Leidenschaft und Passion aufgab. Die Kooperation zwischen uns stand schon ewig im Raum. Wenn ich Filme drehe, lade ich nach Drehschluss die ganze Produktion ein und es gibt zu Essen und zu Trinken. Da hatten wir verschiedene Sorten vom Gablitzer. Markus und ich haben dann immer wieder geredet, manchmal brauchen Ideen aber ein bisschen, damit sie komplett ausreifen. Irgendwann haben wir es dann einfach gemacht.
Ich habe früher ganz viel gebraut, für mich zu Hause, mit so einem kleinen Heimbrauset. Ich habe pro Sud immer 20 Liter gebraut. Das muss man alles händisch machen, das ist das Schöne daran und hatte stets etwas Meditatives. Lustigerweise ist damals schon die Idee aufgekeimt, vielleicht selbst eine Brauerei aufzumachen. Ich habe das dann wieder verworfen, weil beruflich so viel zu tun war, dass sich das nicht ausgegangen wäre, denn die Logistik dahinter ist das Schwierigste. Es hat was, wenn man sein eigenes Bier braut und es Gästen und guten Freunden mitgeben kann. Ich verwende das Wort nicht so gerne, aber es macht einen auf eine gewisse Art und Weise stolz.
Die höchste Auszeichnung, die das feine Bier (ein vollmundiges Helles, goldgelb mit dezenter Hopfenbittere, leicht getreidig im Antrunk, ausgewogen karbonisiert und süffig) erfuhr, war von Hand gebraut zu werden, fernab von Industrie und Mainstream. Biere handwerklich zu brauen ist der Kern der Brauerei. So lag es auf der Hand, dass Thomas Stipsits sein Bier natürlich zusammen mit dem Brauteam selbst und handwerklich braut und auch selbst abfüllt.
Das kommt immer darauf an, wie die Nachfrage ist. Bei uns ist sie Gott sei Dank viel größer, als wir gedacht haben, nur müssen wir heute mit der Kapazität sehr sorgfältig umgehen. Das Bierbrauen ist ein wundervoller Ausgleich und wir sind wirklich sehr klein und haben Gott sei Dank eine tolle Partnerbrauerei: Die Schremser, die auch ein wunderbares Bier brauen, bei denen wir, wenn Engpässe entstehen, unser Rezept brauen können. Ich würde mich freuen, wenn das alles in den nächsten Jahren wachsen würde und man das Bier auch flächendeckender anbieten kann, aber so weit sind wir noch lange nicht. In erster Linie geht es darum, dass die Qualität passt. Ich versuche so gut es geht bei jedem Brau-Tag dabei zu sein. Erstens, weil es mich entspannt und zweitens, weil ich möchte, dass in dem Bier ein bisschen von mir selbst drinnen ist, wenn die Leute es trinken. Das heißt jetzt nicht, dass ich hineinspucke, aber ein bisschen „Stips“ ist immer dabei, vom physischen Stips.
Unabhängigkeit ist mir sehr wichtig – allgemein in meinem Beruf. Natürlich sind es große Konzerne, die sehr viel beherrschen, aber momentan würde ich sagen, sind wir in einer Größe, wo wir nicht wirklich eine Konkurrenz für die Brauunion darstellen. Ich finde es aber schön, dass die verschiedenen Privatbrauereien oft zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Wir müssen schauen, wie sich das die nächsten Jahre entwickelt.
Ich möchte schon, dass das Bierbrauen nicht nur ein Hobby bleibt, sondern längerfristig zu einem Standbein wird. Auch weil ich die Leidenschaft zum Bierbrauen mit Markus teile, obwohl ich kein Braumeister bin. Nächstes Jahr ist es bei mir beruflich etwas ruhiger und da möchte ich dann den Braumeister machen, damit das alles Hand und Fuß hat. Markus und ich werden zu Weihnachten in einer limitierten Anzahl wieder ein kleines Fest-Bier machen, also keinen Bock, weil mir persönlich ist der Bock manchmal zu stark, sondern ein kräftigeres Weihnachtsbier mit ca. fünf Prozent. Diese schönen Dinge erleichtern den Braualltag. Es gibt ein griechisches Bier, das ganz tolle Gläser hat und wahrscheinlich werden wir ähnliche Gläser nehmen. Da hat man dann beim Trinken ein mediterranes Flair. Eine griechisch-österreichische Freundschaft in flüssiger Form sozusagen.
Ich bin kein großer Radlerfan, ich mag Bier schon gerne als Bier. Letztendlich geht es aber darum, was jedem schmeckt und wie er es gerne trinkt, und der Gösser Naturradler ist schon sehr erfrischend. Früher haben wir gerne Diesel getrunken, also Cola mit Bier. Ich trinke auch selten alkoholfreies Bier, die haben einen Nachgeschmack, der mir nicht so taugt. Deshalb trinke ich lieber gleich Mineral, bevor ich alkoholfreies Bier trinke. Wenn ich Bier trinke, dann möchte ich schon den ganzen Genuss des Bieres haben, aber ich bin niemand, der irgendjemanden sagt, was erlaubt ist und was verpönt.
Die Frage ist gut (lacht). In jungen Jahren waren wir mal in einem holländischen Jugendzentrum und da haben wir ein sehr leichtes Bier getrunken. Damals waren wir alle gut in Trinkform und da sind schon einige gegangen. Für das, was wir da an Bier getrunken haben, hätten wir schon ein paar Schweinsbraten essen können. Wie viele ich im Durchschnitt trinke, kann ich gar nicht sagen. Das ist unterschiedlich. Ich trinke gerne ein Bier, wenn ich Lust darauf habe. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, trinke ich lieber gar keines, denn dann habe ich Angst, dass es mir schmeckt. Trinke ich dann zwei, kann ich nicht mehr fahren.
Das perfekte Bier ist ein Durstlöscher und eine Gaumenfreude. Es gibt viele perfekte Momente, um ein Bier zu genießen. Man kann sich diese perfekten Momente irgendwie ein bisschen selber hinbiegen oder nicht? Zum Beispiel: „Jetzt sind wir in St. Pölten, trinken wir ein Bier.“ – auch das kann funktionieren.