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Kultur

Volkstheater: Das neue Programm 2023/24

26.05.2023 von Joachim Schmida
Bild: © Julia Reischütz / oeticket
"Theater im Werden; Das Volkstheater bleibt suchend."

Das Wiener Volkstheater präsentierte gestern durch Direktor Kay Voges das Programm für die Saison 23/24. "mehr!" lautet das Motto, das sich auch in dem außergewöhnlich spannenden und vielseitigen Programm niederschlägt.

"Das coolste Publikum von Wien sitzt im Wiener Volkstheater", so Kay Voges, der vor allem den Mix aus Jung und Alt, der in der letzten Saison das Haus kennzeichnete, hervorhebt.

Ein Schwerpunkt sei heuer Wien und „so eröffnen wir die Spielzeit im Großen Haus mit Ingeborg Bachmanns eindrucksvollem Wien-Roman MALINA, dessen Alpträume und Reflexionen von humanistää!-Regisseurin Claudia Bauer auf die Bühne gebracht werden. Im Dezember dann DIE INKOMMENSURABLEN, das gefeierte Epos der Autorin Raphaela Edelbauer - eine Uraufführung als theatrale Graphic Novel, eine Großstadterzählung, die uns nach Wien im Jahre 1914 entführt - am Vorabend des Ersten Weltkriegs, inszeniert von der Künstlergruppe sputnic. Der Tiroler Regisseur Wolfgang Menardi erfindet für das Volkstheater den Abend HEIT BIN E NED MUNTA WUAN mit viel Musik und Texten von H.C. Artmann über Gerhard Rühm bis zu Helmut Qualtinger. Und im Rahmen unseres neu aufgestellten Autor*innenprogramms - in Kooperation mit dem Studiengang Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst Wien - begeben sich junge Autor*innen auf EINE REISE IN DAS INNERE VON WIEN, inspiriert von der berühmten gleichnamigen Essaysammlung des Grazer Autors Gerhard Roth.

Über Wien hinaus blicken wir mit Klassikern der Dramenliteratur. Ödön von Horváts dunkel-schöne Komödie DIE UNBEKANNTE AUS DER SEINE entführt uns in einer Inszenierung von Anna Bergmann in „eine Stadt an einem großen Fluss“, es könnte Paris sein. DIE JUNGFRAU VON ORLEANS / Орлеанская дева nach Schiller und Tschaikowski ist ein neues Musiktheater von Paul-Georg Dittrich und Hasti Molavian. Und wir besuchen Venedig, wohin uns Carlo Goldonis DER DIENER ZWEIER HERREN mitnimmt. Der Komödienspezialist und Theater-Anarcho Antonio Latella wird mit einem der berühmtesten Theaterstücke der Weltliteratur einen großen Theaterzauber erschaffen. Und schließlich landen wir in ROM, zur finalen Fortsetzung des auf zwei Jahre angelegten Projekts des Regisseurs Luk Perceval - eine Bearbeitung der römischen Tragödien William Shakespeares durch die Kärntner Autorin Julia Jost.

Bild: © Marcel Urlaub / Volkstheater
Das Ensemble

Die interaktive Game-Show DU MUSST DICH ENTSCHEIDEN! wagt den großen Spagat zwischen opastır und Moral-Philosophie. Gemeinsam mit Johan Frederik Hartle, Philosoph und derzeit Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien, werden wir unsere spätkapitalistische Spektakelgesellschaft samt ihrer Dos and Don‘ts humorvoll und schonungslos auf den Prüfstand stellen - im Zusammenspiel mit Ihnen, liebes Publikum. Mit der Logik der Produktivität und den Abgründen unserer Arbeitswelt beschäftigt sich die Uraufführung DIE ANGESTELLTEN, ein Roman über Arbeit im 22. Jahrhundert der dänischen Ausnahmelyrikerin Olga Ravn, inszeniert von Alexander Giesche.

In der Dunkelkammer stehen die neuen Arbeiten der Regisseur*innen Laura N. Junghanns, Olivia Axel Scheucher und Calle Fuhr auf dem Programm, u. a. mit dem Welterfolg PRIMA FACIE von Suzie Miller sowie einer Inszenierung und Fortschreibung von Elfriede Jelineks DIE WAND. Die Zusammenarbeit mit der unabhängigen Recherche-Plattform wird auch in dieser Spielzeit fortgesetzt.

Außerdem feiern wie ein besonderes Jubiläum: Das Volkstheater in den Bezirken wird stolze 70 Jahre alt! Unter der neuen Leitung von Lisa Kerlin zeigen wir zur Feier des Tages erstmals ein Kinderstück in unseren Spielstätten von Liesing bis Floridsdorf, von Döbling bis Simmering: DER KLEINE PRINZ von Antoine de Saint-Exupery. Natürlich bieten wir wie immer auch unsere vier Touren an, in diesem Jahr wieder mit ganz bekannten Titeln: Peter Shaffers AMADEUS, Mary Shelleys FRANKENSTEIN, ELEKTRA nach Sophokles sowie DIE 39 STUFEN, einer turbulenten Spionage-Parodie von Alfred Hitchcock.

[…]

Und kaum aufzuzählen sind die zahlreichen Konzert-Angebote: u. a. von Calexico über Chilly Gonzales bis Paul Weller", so Kay Voges im Vorwort des Programmhefts vom Wiener Volkstheater.

Generell sei es seine Intention "Theater für das Volk zu machen und nicht für eine elitäre Bildungsschicht."

Der Clip vom Volkstheater-Ensemble, bei dem die Schauspieler:innen herrlich pointiert die Spielzeit 23/24 vorstellen, ist übrigens ganz großes Kino - seht selbst:

Weitere Infos zum Programm sowie Tickets gibt es wie immer bei oeticket.

 

Volkstheater

Die neue Spielzeit 2023/24

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