Bild: Moritz Schell
Im Stadion Hohe Warte feierten Paul Pizzera, Gabi Hiller und Philipp Hansa vergangenen Sonntag (18. Mai) eine ganz besondere „Hawi D’Ehre“-Folge – mit Fußballstar Andi Herzog als Special Guest! Lustig und augenzwinkernd ging’s zu – wie auch beim Interview mit HEADLINER.
Es war ein bisschen eine verkehrte Welt am 18. Mai im Stadion Hohe Warte Wien: Statt gekickt wurde geplaudert, statt Gurkerl gab’s Wuchtel, statt einem Gegen- gab’s ein Miteinander. Aber auch so manches, was man tatsächlich aus Stadien kennt, konnte man an diesem Sonntag erleben: Singende Fans, wehende Fahnen, aufbrandender Jubel, rote (Gag-)Karten, ein endorphingeschwängertes Zusammengehörigkeitsgefühl, sowie das Zelebrieren dieses ganz besonderen, seelenschmeichelnden Gefühls, „seinen“ Stars ganz nahe zu sein. Und ja, der eine oder andere Fußball flog dann tatsächlich auch noch über das Feld. Getroffen wurde das Tor zwar nicht – dafür die Pointen aber (fast) immer ins Schwarze.
Der Podcast „Hawi D’Ehre“ von Paul Pizzera, Gabi Hiller und Philipp Hansa liebt es bekanntlich, sich über Grenzen und einengend-veraltete Schubladen hinwegzusetzen, sei es thematisch oder bei seinen Live-Aufritten. Nach der Wiener Staatsoper war diesmal ein Fußballstadion als Live-Location an der Reihe, weil ... why not?! Die Aura des pulsierend-lebensbejahende Wahnsinns, die die drei „Podagonisten“ umgibt, braucht schließlich genügend Platz zur Entfaltung, frei nach dem Motto: Durchschnittsbürger strecken sich nach der Decke, Hawis gen Himmel. „Hawi D’Ehre“ ist, wenn man zu romantisch-verklärten Analyseversuchen neigt, ein schillerndes Kaleidoskop des Lebens, ein soziologischer Spaziergang, der an diesem Nachmittag inmitten eines Fußballfeldes Halt machte, ohne sich dabei auf den eigenen Lorbeeren auszuruhen.
Und die Lorbeeren, die sind durchaus gigantisch: Seit nunmehr fünf Jahren schwimmt „Hawi D’Ehre“ auf der erfrischenden Erfolgswelle, die – das darf bewundernd anerkannt werden – mit fortwährender Dauer nicht abebbt, sondern immer größer wird. Die zum Mitschwimmen einlädt, manchmal mit, gerne auch gegen den Strom. Mittlerweile darf sich das dynamische Trio mit der Superkraft der geerdeten Authentizität über 10 Millionen Downloads freuen. Der Erfolg wird auch im nationalen Vergleich deutlich: Im Ranking der Österreichischen Auflagenkontrolle belegt der Podcast den dritten Rang, in der Sparte Comedy hält er sich konstant auf Platz eins!
Es ist schon erstaunlich, was man alles erreichen kann, wenn man den eigenen Gedanken über das Leben freien Lauf lässt!
Zu ihrem Stadion-Debüt luden Hansa, Hiller und Pizzera die Fußball-Legende Andreas Herzog zum Hawi-Talk – was sich innerhalb weniger Minuten als Glücktreffer erwies: Der 56-Jährige stand den drei Profis in Sachen Schlagfertigkeit, Selbstironie, Charme, Witz und Schamlosigkeit um nichts nach. Statt den Ball kickte Herzog diesmal die Merchandise-Schnapskarten (gekonnt) ins Publikum. Das wiederum war vom An- bis zum Abpfiff durchwegs begeistert, der guten Laune konnte auch das wechselnde Wetter nichts anhaben.
Kurz vor dem Auftritt baten wir Paul Pizzera, Philipp Hansa und Gabi Hiller zum entspannten Interview.
Paul Pizzera (als Herzog-Imitator): Na i bin a Fan von eich und da is kloa, da muas i afoch vorbeischaun!
Philipp Hansa: Eigentlich hatten wir schon einmal einen Gast bei einem unseren Live-Auftritte, und zwar den Surf-Weltmeister Flo Dungl.
Gabi Hiller: Natürlich sind alle unsere Live-Auftritte special, aber dieser im Stadion Hohe Warte ist eben special special. Ich habe überlegt, welcher Gast zu einem Fußballstadion passen würde: Welcher Fußballer ist so durch, dass ihn jeder mag und kennt?
Paul Pizzera: „Wer ist so durch“?! (lacht laut) Als Gabi Hiller über Andi Herzog herzog!
Gabi Hiller: (lacht) Also, ich meine, wer ist durchwegs bekannt und beliebt? Welcher Fußballer ist ein Sympathieträger? Und natürlich ist mir da sofort Andi Herzog eingefallen! Wir freuen uns sehr, dass er unsere Einladung angenommen hat. Ich bin ein großer Fan von ihm, er ist mein österreichischer Lieblings-Kicker!
Philipp Hansa: Er hat super reagiert! Und er meinte, er kannte den Podcast tatsächlich bereits und er würde sich auf den Auftritt freuen. Es war alles sehr unkompliziert.
Paul Pizzera: (grinsend) Der nächste Auftritt ist unter Wasser geplant, da kommt dann die Schwimmerin und Olympiamedaillen-Siegerin Mirna Jukić!
Gabi Hiller: Schauen wir mal. Es soll ja weiterhin so bleiben, dass man bei unseren Live-Auftritten nie weiß, was passiert.
Paul Pizzera: (witzelnd) Absolut. Otto Schenk [der Schauspieler starb am 9. Jänner 2025; Anm.] ist gar nicht tot, er wartet nur, bis er bei „Hawi D’Ehre“ auftreten darf.
Paul Pizzera: Es ist surreal. Und umso stolzer macht es mich. Mir taugt aber die Konstanz noch mehr. Dass unser Podcast-Projekt wirklich so lange bereits gut geht, auch unter manchmal widrigen Umständen, ist etwas ganz Besonderes. Da ist man schon mal irgendwo auf der Autobahn und montiert das Mikrofon aufs Lenkrad …
Philipp Hansa: Wir melden uns ja immer und überall, egal, wo wir gerade sind. Afrika, Japan, Mexiko. Überall.
Paul Pizzera: Von Wiener Neustadt bis nach Berlin.
Gabi Hiller: Auf einem Boot habe ich auch schon mal Folgen aufgenommen. Wir sind noch keine einzige Woche ausgefallen.
Philipp Hansa: Bei mir gibt es keine Hemmungen. Es ist ja auch nicht so, dass wir bewusst irgendwas Provokantes rausballern. Und offensichtlich kommt es ja an, dass wir uns nicht zurückhalten. Also machen wir so weiter.
Gabi Hiller: Es ist bei uns ja schon fast wie bei Andi Herzog, wir sind auch bald durch! Ein Beispiel: Vor kurzem gab es bei Ö3 eine Führung für Wirtschaftsdelegierte, die kamen alle im Anzug. Philipp und ich haben gerade moderiert – und plötzlich sagen einige, dass sie „Hawi D’Ehre“-Fans sind! Genauso gibt es bei einer Schulklasse, die Ö3 besucht, „Hawi“-Hörer. Unser Publikum ist also sehr breit gefächert. Das taugt mir so sehr! Wir haben nicht nur eine bestimmte Zielgruppe.
Paul Pizzera: Absolut, von 9 bis 90 Jahren ist alles dabei. Auch von mir ein Beispiel: Ich habe mich heute um 7 Uhr Früh aus beruflichen Gründen gemeinsam mit der WEGA vom Wiener Riesenrad abseilen dürfen. Da war ein Hawara dabei mit baumstammdicken Unterarmen – und als ich da so hänge am Riesenrad – noch dazu habe ich eh so Höhenangst! –, sagt er zu mir: „Du, des is bei Hawi-D’Ehre-Moment!“ Jemand, bei dem man das auf den ersten Blick nicht erwarten würde und den man zu den 10 Millionen nicht dazurechnen würde. Das ist einfach so geil!
Gabi Hiller: Es gibt auch viele Facebook- und Whats-App-Gruppen, in denen sich die Hawis zusammenfinden. Das freut uns alles sehr, das ist schon schön.
Paul Pizzera: Es geht mir da eigentlich nur um diese ganze Beziehungs-Sache. Das geht die Öffentlichkeit einfach nichts an. Bianca [Freundin von Philipp; Anm.] und Michi [Freund von Gabi; Anm.] gehören ja quasi bereits zum Podcast dazu. All meine Freundinnen jedes Mal aufzuzählen würde sich ja zeitmäßig gar nicht ausgehen … (lacht) DAS WAR EIN WITZ!
Philipp Hansa: In meiner Beziehung passieren laufend tolle und interessante Dinge. Würde ich all das ausklammern, würde sehr viel von mir im Podcast wegbrechen.
Gabi Hiller: Wer mehr Privates über Pauli erfahren möchte, sollte zu unseren Live-Auftritten kommen. In der zweiten Hälfte, die nicht aufgezeichnet wird, erzählt er schon mal gerne was. Da wird es immer mal wieder pikant!
Gabi Hiller: Jetzt, wo du es so formulierst …
Philipp Hansa: Natürlich habe ich auch schon nach einer Aufnahme mit unterschiedlichsten Menschen aus meinem Umfeld Diskussionen geführt, in denen es darum ging, ob ich das oder jenes tatsächlich hätte vorm Mikrofon erzählen müssen. Manches Mal sicherlich zu Recht, gerade anfangs habe ich öfters übers Ziel hinaus geschossen. Manches rutscht so raus, wenn man im Flow ist. Gerade in „Hawi D’Ehre“ springen wir thematisch sehr schnell herum, da überholt man sich manchmal selbst. Wir treten aber niemals mit Absicht jemandem zu nahe.
Philipp Hansa: Technische Sachen werden oft mal rausgeschnitten. Ich habe zum Beispiel immer wieder Internetprobleme. Das kann man einmal einbauen, aber dann wird’s fad. Beim fünften Mal ist der Gag, dass ich plötzlich weg bin, einfach nicht mehr lustig. Aber abgesehen davon wird die Aufnahme beinahe 1:1 übernommen.
Gabi Hiller: In den fünf Jahren ist es vielleicht dreimal vorgekommen, dass wir wirklich übers Ziel hinausgeschossen sind. Es gibt Gott sei Dank ein Korrektiv, zum Beispiel die Soundfeiler [Tonstudio, das für „Hawi D’Ehre“ zuständig ist; Anm.], die uns dann ehrlich sagen, dass beispielsweise dieser oder jener Witz nur zwischen uns drei witzig war. Aber das ist wirklich extrem selten.
Paul Pizzera: Ein Liebeslied zu schreiben, das nicht kitschig ist. Das ist nicht so einfach, auch, weil jeder Kitsch anders empfindet. Ich versuche immer, dass meine Liebeslieder elegant sind. Aber wer bestimmt, was elegant und was kitschig ist? Eine Podcast-Folge hindurch vollkommen ernst zu sprechen würde ich schon durchhalten. (überlegt) Obwohl, ist auch schwierig …
Gabi Hiller: (wie aus der Pistole geschossen) Bei der Terminfindung. Eindeutig. Da geht es darum, was jeder als wichtig empfindet. Zum Beispiel meint Philipp schon mal, er kann nicht aufzeichnen, denn es spielt Sturm Graz oder FC Arsenal. Was mir aber wiederum vollkommen wurscht ist. Das nervt mich dann. Oder wenn der Pauli sagt … (überlegt)
Paul Pizzera: Na, was sagt der Pauli?
Gabi Hiller: Wenn du zum Beispiel mit deiner Mama ausmachst, mit ihr Essen zu gehen. Oder wenn ich mit meinen Mädels ausgehen möchte, könnt ihr das auch schwer verstehen, wieso ich deshalb keine Podcast-Aufnahme machen kann. Darüber streiten wir oft.
Philipp Hansa: Nein, noch nie.
Paul Pizzera: Ich bin der Forscheste von uns drei und sage sehr direkt, wenn mir etwas nicht passt. Ich will das einfach sofort anreden, damit nichts zwischen uns steht. Das bin einfach ich. Manchmal aber übertreibe ich da sicher ein bisserl, aber ich will nie jemanden absichtlich verletzen.
Philipp Hansa: Das wissen wir auch. Wir kennen uns ja mittlerweile sehr gut und alles hat sich gut eingependelt.
Gabi Hiller: Das geht leider nicht, sorry! (lacht)
Paul Pizzera: Najo, so oag isses jetzt a ned!
Gabi Hiller: Also es werden viele Bilder und Videos verschickt. Also es gibt schon pikante Fotos, die hier herumgeschickt werden. Aber wie gesagt, die können wir leider nicht herzeigen! (grinst)
Gabi Hiller und Paul Pizzera: Der Philipp.
Philipp Hansa: Ja, das bin wahrscheinlich ich.
Paul Pizzera: Wenn man zu mir nett ist, bin ich auch nett, aber wenn man nicht mehr nett ist zu mir, bin ich auch nicht mehr nett. So einfach ist das.
Philipp Hansa: Also, ich bade in der Aufmerksamkeit! (alle lachen)
Paul Pizzera: Philipp geht ja auf andere zu und fragt, ob sie ein Foto mit ihm wollen! (lacht)
Gabi Hiller: Es kommt immer auf die Situation an. Ich freue mich, wenn ich Fans treffe und mache sehr gerne Fotos mit ihnen. Aber wenn ich zum Beispiel mit einer Freundin im Café sitze und sie weint gerade – und dann kommt jemand und fragt wegen einem Foto, empfinde ich das als etwas unpassend. Das mag ich dann nicht so gerne, finde es aber auch schwierig, die Person dann wieder wegzuschicken. Oder nach dem Wings-for-Life-World-Run hatte ich starke Kreislaufprobleme, war total verschwitzt, hatte einen hochroten Schädel …und dann kam jemand mit einem Fotowunsch und hatte das Handy bereits in der Hand. Ich hab’s dann eh gemacht, aber eigentlich will ich gar nicht, dass es solche Fotos von mir gibt.
Paul Pizzera: Nimm einfach an, dass du in dem Moment so aussiehst, wie du aussiehst. Denn es ändert ja nichts an der Wahrheit. Nur weil du es nicht siehst, ist es ja trotzdem da.
Gabi Hiller: Ja, eh …Aber darum geht’s mir eigentlich gar nicht …
Paul Pizzera: Na sicher geht’s dir darum! (lacht)
Gabi Hiller: Also ich brauche da einfach einen Moment nur für mich.
Paul Pizzera: Gabi!
Paul Pizzera: Ich!
Philipp Hansa: Hier bin ich unsicher. Das ist die einzige Situation, bei der ich mir durchaus in den Kopf schießen würde. Aber ich fände es auch cool, wenn du es machst.
Philipp Hansa: Ein ASMR-Porno. [„Autonome sensorische Meridianreaktion“; bestimmte Geräusche oder ruhige Stimmen und sanftes Flüstern werden zur Entspannung und Beruhigung benutzt, zum Beispiel zum Einschlafen; Anm.]
(Hansa versucht, es nachzumachen)
Paul Pizzera: Okay, wir würden auf jeden Fall ein Spin-Off ohne Philipp machen. (lacht) Nur Philipp macht seine Karriere bei ASMR!
Gabi Hiller: Genau. Und Pauli und ich hätten einen Teleshopping-Kanal, wo wir unsere ganzen Merchandise-Sachen verkaufen. Weil zum Beispiel kommt ja jetzt bald die „Hawi D’Ehre“-Mikrowelle, der „Hawi D’Ehre“-Vibrator, das Magazin „Die neue Gabi“, usw. Schnapskarten, T-Shirts und vieles mehr gibt es ja schon. Und wir würden das hinter diesem Pult mit großem Enthusiasmus anpreisen: „Schlagen Sie jetzt zu!“
Paul Pizzera macht aber nicht nur wöchentlich und hie und da auch live einen Podcast, sondern spielt mit Otto Jaus auch live! Am 5. Juli kommen Pizzera & Jaus zum Beispiel mit Wolfgang Ambros und Opus Band & Schick Sisters auf die Burg Clam. Noch mehr Sommer-Termine von Pizzera & Jaus findet ihr im Ticketshop!
Aber nicht nur mit Otto Jaus macht Paul Pizzera Musik, unter dem Banner AUT of ORDA musiziert er auch mit Daniel Fellner - und auch AUT of ORDA befinden sich auf Tour! Dieses Jahr spielen sie “fix net normal” etwa in der Wiener Arena oder im grenzgenialen Wolkenturm in Grafenegg! Alle Infos gibt es auch hier im Ticketshop!