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Zu Silvester in Wien noch nichts vor?

30.12.2024 von Stefan Baumgartner

Gerade erst haben wir Weihnachten im Kreis der liebsamen und unliebsamen Verwandten gefeiert, und schon neigt sich das Jahr 2024 schon wieder dem Ende zu. Einige verbringen die letzten Stunden vor dem großen Knall in Schlangen bei den Discountern, um sich noch möglichst billig mit möglichst viel Böllern einzudecken. Andere stehen bereits jetzt in der Küche, um die letzten Vorbereitungen für das Silvester-Menü zu erledigen. Wieder anderen ist eh schon alles wurscht und köpfen bereits jetzt den mit den Rabattmarkerl günstig erstandenen Sektvorrat. Einige haben sich mit ihren Freunden bereits für den Silvesterpfad verabredet oder verbringen den letzten Abend des Jahres beispielsweise bei Palazzo und lassen sich von Töni Mörwald ein Silvester-Menü kredenzen. Einigen wenigen ist der Silvesterabend herzlich egal, hauptsache "Mundl" und "Dinner for One" läuft irgendwo. Apropos "Mundl": Der "echte Wiener" hat bereits ein halbes Jahrhundert auf dem Buckl - das kann man schon mal zelebrieren, indem man ein Raketerl ins Nachbarhaus pfeffert. Wer hingegen im Gegensatz zum Raketerl ein Spätzünder ist und noch keinen Plan hat, wie er Silvester in Wien verbringen möchte, für den haben wir noch ein paar Last-Minute-Ideen parat!

Champagner und Austern im Café Kandl

Beginnen wir den letzten Tag des Jahres doch zur Abwechslung einmal etwas später, und zwar pünktlich um 13 Uhr im Café Kandl in der Kandlgasse 12! Das Dinner- und Abendkokal ("Café" war einmal) mit Fokus auf Naturwein, regional-saisonale Gerichte und Kreativ-Cocktails im 7. Wiener Gemeindebezirk feiert seinen fünften Geburtstag und lädt zwischen 13 und 21 Uhr zu Steak Frites, Austern, Muscheln, Champagner und Cocktails.

Warum ins Kandl und nicht in irgendein Bauchstich-Lokal oder zur Nordsee am Naschmarkt? Nun, im Kandl geht's schlichtweg atmosphärischer zur Sache: Hier wirkt alles so, wie wenn junge oder junggebliebene Freunde in einer WG ihre Entourage nonchalant zum runden Tisch laden und mit Freude nur das Beste auftischen. Im Kandl ist's lässig, unprätentiös, bombastisch und gut - ohne dass dabei einem ein allzu tiefes Loch in die ohnehin schon gähnend leere Brieftasche gebrannt wird. Und ja, all diejenigen, die Silvester nicht im Kreis von Freunden oder Familie begehen, sondern ein Alleinsein fristen, sind ebenfalls willkommen: Chef Robin Peller und sein Team schaffen mühelos eine derart amikale Atmosphäre, dass man allzu rasch vergisst, dass man allein am Tisch, an der Bar sitzt.

Königreich der Dinosaurier

Bild: Richter Event

Wer sich angesichts von Klimakrise, Kriegen und Inflation die "guten alten Zeiten" herbeiwünscht - oder einfach nur Kinder hat, der könnte zwischen 11 und 17 Uhr in die Marx Halle pilgern: Dort gastiert noch bis 12. Jänner die spektakuläre Ausstellung "Königreich der Dinosaurier".

Auf 8.000 m² tauchen wir dort ein in die faszinierende Welt vor Millionen von Jahren, als das größte und einzige Problem noch die Frage war: Fressen - oder gefressen werden? Vom furchteinflößenden Spinosaurus über den legendären Tyrannosaurus rex bis hin zum imposanten Diplodocus stehen da 50 Giganten der Urzeit herum, nebenbei kann man selbst (und ganz legal!) Knochen buddeln, mit der Dino-Eisenbahn ein paar Runden drehen und Baby-Dinos streicheln - und all das ohne der Gefahr, wie in "Jurassic Park" plötzlich gefressen zu werden.

Wenn eure Kinder vom "Königreich der Dinosaurier" gehyped sind, könnt ihr übrigens auch schon den nächsten Familien-Ausflug planen: Ab 29. März öffnet wieder das gigantische Dinoland auf Schloss Katzenberg - hier könnt ihr euch bereits voranmelden und als erste erfahren, wenn die allerersten Tickets für das spannende Urzeit-Spektakel in den Verkauf gehen!

Zu guter Letzt: Wusstet ihr übrigens, dass Dinosaurier noch nicht ausgestorben sind?

Silvester wie die armen Leute

Bild: Theater Akzent

Wer sein letztes Weihnachtsgeld für Böller, Sekt oder für die anstehenden Fixkosten verpulvert hat, schaut ungern auf den Kontostand. Über die "ganz armen Leute" hat die Hernalser Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Nöstlinger in den Siebzigern auch drei bemerkenswerte Gedichtbände geschrieben: "Iba de gaunz oamen Leit" dreht sich um Menschen der damals so genannten "Arbeiterschicht", Nöstlinger erzählt jenseits von Wiener Gemütlichkeit und lustvoll-humoriger Sozialpornografie von Schicksalen, die nachdenklich stimmen - zum Jahreswechsel vielleicht nicht so schlecht, einmal die Menschen zu würdigen, bei denen es "hint und vuan net zsamgeht", die aber trotzdem fast jeden Morgen wieder aufstehen. Da fühlt man sich vielleicht gleich ein bisschen besser?

Um 16 Uhr präsentieren Christian Dolezal und Ursula Strauss gemeinsam mit Karl Stirner an der Zither im Theater Akzent die berührenden, poetischen Miniaturen!

Übrigens: Ursula Strauss taucht ab März im stadtTheater Walfischgasse gemeinsam mit Ernst Molden und André Heller unter dem Programmtitel "Remassuri" in eine faszinierende Reise zur Vielfalt wienerischer Musik ein, Christian Dolezal erzählt 2025 in seinem ersten Comedyprogramm "Herzensschlampereien" von Streben, endlich Liebe leben zu können.

Mit einem Lächeln ins Neue Jahr

Bild: Büro Alba Julian Pöschl

Zu Silvester gehören traditionell nicht nur Schampus, Schweinsrüssel, Böller und Bleigießen (pfui!), sondern auch: das Lachen. Zahlreiche Kabaretts zum Jahreswechsel sind bereits restlos ausgebucht, aber für einige wenige gibt es noch Karten zu erstehen:

Im Stadtsaal laden die Science Busters um 16 Uhr zu ihrem wissenschaftlichen Jahresrückblick: An der Seite von MC Martin Puntigam singen, tanzen und springen streng naturwissenschaftlich der Astronom Dr. Florian Freistetter und Molekularbiologe Dr. Martin Moder. Was die Wissenschafts-Kabarettgruppe tatsächlich aufdecken wird, seht ihr nur am 31. Dezember und nur im Wiener Stadtsaal, wir erwarten ein Best-of des vergangenen Jahres aus naturwissenschaftlicher Sicht, einen Abend im Zeichen der Expertenhörigkeit, an dem Wissenschaft und Fakten das eine sind und das andere auch!

Wer schon in das Königreich der Dinosaurier in der Marx Halle eintaucht, kann um 13:30 oder 19 Uhr auch gleich rüber ins Globe springen: Dort gastiert Klaus Eckel mit seinem Programm "Wer langsam spricht, dem glaubt man nicht". Es ist, nach einer kurzen Auszeit, das zehnte Soloprogramm von Eckel, in dem er im bestens bewährten Stil des humorvollen Pointilismus ein originelles Bild seiner aktuellen Befindlichkeit zeichnet.

Nur wenige U-Bahn-Stationen weiter gastieren im Rabenhoftheater die Staatskünstler Florian Scheuba, Thomas Maurer und Robert Palfrader um 15, 18 und 21 Uhr - es sind jeweils nur mehr wenige Restkarten für ihren satirischen Jahresrückblick, bei dem wir erfahren, wie bodenlos blöd Österreich ist, verfügbar. Übrigens: Robert Palfrader präsentiert 2025 sein erstes Soloprogramm "Allein", Thomas Maurer jubelt auch 2025 grundlos in seinem Programm "Trotzdem" und zeigt am 11. April im Rabenhof, dass Franz Kafka auch eine komische Seite hatte, während Florian Scheuba auch 2025 mit Falter-Chefredakteur Florian Klenk wieder gemeinsame Sache macht und am 3. März im Rabenhof gemeinsam mit Cornelius Obonya auf den Spuren von Karl Kraus wandert.

In dem Sinne wünsche ich euch allen einen guten Rutsch und wir sehen uns 2025 wieder bei einem der zahlreichen Konzert- oder Kabaretthighlights in ganz Österreich!

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