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Lizki will die Zeit zurückdrehen

28.09.2020 von Stefan Baumgartner

Die Wienerin Lizki ist bereits von Tonwertkorrektur und einer Kollab mit Baal bekannt. Nun startet sie als Solokünstlerin durch: Die erste Single heißt "Press Rewind".











Lizki ist eine junge Musikerin aus Wien. Ausgebildet an Piano und in Operngesang, hat sie sich dennoch schon früh der Popmusik zugewandt, um persönliche Erfahrungen zu verarbeiten. Lizki arbeitet mit elektronisch produzierten Klängen und Klavier, lässt ihr klassisches Repertoire immer wieder durchblitzen, besonders gesanglich, wenn sie ihre bombastische Stimme in den Klangteppich webt, verformt, loopt. Musik macht sie schon seit ihren Teenagerjahren: zuerst zwei Alben mit den Münchnern Tonwertkorrektur, dann eine Kollaboration mit dem DJ- und Produzentenduo Baal. Als Rey Lenon startete sie ihre Solokarriere mit den zwei Singles "MCKY" (2019) und "Fever" (2020). Ihr Solo-Debütalbum wird unter ihrem neuen Alias Lizki auf Seayou Records erscheinen - einen ersten Eindruck präsentiert die Single "Press Rewind".




Sich wünschen, die Zeit zurückdrehen zu können, weil man falsche Entscheidungen getroffen hat: Lizkis neue Single "Press Rewind" macht genau das, und zwar mit einem seltenen Mut zum ehrlichen, ungeschönten Ausdruck von Reue und Wehmut. "Press Rewind" feiert aber auch den Ausbruch aus dem als mechanisch und deterministisch empfundenen Alltag, der mit technischen Metaphern als Maschine besungen wird: "I want to escape my ordinary life / erase all settings oder reformat the hard drive / reset and reboot." Auch die Produktion des Tracks, eine Dampfmaschine aus Beats und Bässen, in der die vielen percussiven und rhythmischen Elemente wie Zahnräder ineinandergreifen, erzeugt eine beklemmende Stimmung. Demgegenüber bringt Lizkis fragile aber gleichzeitig auch kraftvolle Stimme eine humanistische Wärme in den Song. Damit erzeugt sie einen wirkungsvollen Kontrast, der uns ohne eine Textzeile gelesen zu haben spüren lässt, was sie beim Schreiben des Songs gefühlt haben muss.

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