Lukas „Wendja“ Plöchl, 32, zurzeit in Wien lebend, ist Rapper und Produzent. Aufgewachsen im 8000 Einwohner lieben Freistadt, Österreich. Vater: Chinese, Mutter: Österreicherin. Zwei Welten prallen aufeinander, die Suche nach Identität beginnt. Papa - Tischtennis Nationalteam Trainer - will, dass Sohnemann zum Profi wird. Vergeblich. Zu hart die chinesischen Methoden, zu wenig Spiel - zu viel Drill. Dann entdeckt Wendja Fußball für sich. Liebe auf den ersten Kick. 10 Jahre arbeitet Wendja auf seinen Traum hin, dass die Flutlichter der großen Stadien eines Tages auf ihn scheinen werden, jedoch bleibt auch das ohne Erfolg. Währenddessen schreibt er Texte, kleine Gedichte, mit 15 beginnt er seine eigenen Beats zu bauen. Musik.
"Es war wie Magie, ich hab das nirgendwo gelernt und trotzdem kamen Texte, Rhythmen und Melodien und formten sich zu Songs, ganz ohne Ziel und Zwang, einfach aus Freude am Tun." Nach Zivildienst und kurzem Abstecher auf die Wirtschaftsuni Wien gründet er seine erste Band Trackshittaz, und innerhalb von fünf Jahren wird er mit einem Platin Award und drei goldenen Platten ausgezeichnet, landet mit „Oida Taunz“ und „Guuugarutz zwei #1-Hits und vertritt Österreich beim Songcontest. Aber all das macht ihn nicht glücklich. Zu einseitig für einen Mensch, dessen Fundament aus Diversität und den daraus resultierenden Widersprüchen besteht. Also begibt er sich wieder auf die Suche, und die führt ihn zurück zu seinen Wurzeln.
Neustart. Namensänderung. "Wendja ist mein zweiter Vorname, chinesisch, und heißt 'beste Sprache'. Ohne es zu wissen, haben mir meine Eltern den perfekten Künstlernamen in die Wiege gelegt, denn Musik ist Sprache, und Sprache ist da, um zu vermitteln, um etwas auszudrücken." Mit seinem Debüt-Album „Poet & Prolet“ vermittelt er mit seiner Musik zwischen Standpunkten. „Selbst wenn wir verschieden wie Tag und Nacht sind, verbindet uns die Dämmerung.“ Seit Mai 2018 released Wendja unter eigenem Label (Moment mal! Records) und produziert selbst, auch seine Musikvideos stammen von ihm. „Die visuelle Ebene bietet nochmal ganz andere Möglichkeiten, die Gefühle und Inhalte zu transportieren.“
In den letzten zwei Jahren stand „Transportieren“ auch in der Tagesordnung. 9.000 Kilometer ist er gelaufen, das sind ca. 800 Stunden auf den Beinen. Während des Laufens sind Texte und Musik zu seiner neuen EP - "Gedanken, wenn ich lauf" - entstanden, die heute Veröffentlichung feiert.