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Stiller reist ins Zauberland

13.07.2021 von Stefan Baumgartner

Unbeschwertheit, keine Sorgen - ja nicht einmal große Gedanken: In seiner aktuellen Single reist Stiller ins "Zauberland".











Stiller. Ein Name der einem gleich bekannt vorkommt. Zufällig gefunden, auf einem Buchumschlag von Max Frisch, an einem dieser Sommertage auf der Suche nach der passenden Reiselektüre. Darauf ein See in mildem Blau, darunter der Name „Stiller“. Das symbolhafte Bild und das dazugehörige Gefühl wurden zum Programm, zum Gesamtkonzept. Ferne Erzählungen scheinen durch, denn Stiller klingt ganz so, wie man sich diese Erinnerung vorstellt. Der biographisch zwischen Buenos Aires und dem steirischen Ennstal verortete Klaus Meissnitzer alias Stiller, kennt man bereits aus der steirischen Band Amanda.

Die klassische Geschichte: mit 10 Jahren das rote Album der Beatles von der Tante zu Weihnachten geschenkt bekommen und die musikalische Ambition gleich dazu. Im Kern der Stiller-Tracks findet man noch Bruchstücke dieser Sozialisierung. Die Musik ist für Stiller eine Mission, schon immer. In den vergangenen Jahren entstand der wiederkehrende Wunsch eigene Songs zu schreiben, ganz ohne Kompromisse, einen Ort zu schaffen für Eigenes.

Stiller ist das Resultat dieser Suche. Eigentlich ein Soloprojekt, in dem die künstlerische Zusammenarbeit mit FreundInnen am Ende trotzdem wesentlich für den Charakter der Songs bleibt. Einige der Tracks sind bereits von der Zeit überwachsen und liegen fast 10 Jahre zurück. Nun haben sie einen Raum gefunden. Zwischen vielen symbolischen, manchmal aber auch konkreten Bergen und Tälern bewegt sich Stiller erzählerisch durch die Gegenwart. 




Stiller reist ins Zauberland




Willkommen im "Zauberland": Kinder drehen sich im Kreis, unbeschwert, die Plüschtiere fest umklammert, ganz ohne Sorgen, keine Gedanken an Morgen. Irgendwann waren die Sommer noch warm und lang, die Strände, ganz ohne sichtbaren Horizont. Dann kam die Flucht aus dem Zauberland, die Vertreibung aus dem Paradies. Die neue Single "Zauberland" von Stiller aka. Klaus Meissnitzer thematisiert die essentiellen Fragen des Lebens und des Mensch-Seins. Melancholisch, fast etwas wehmütig blickt Stiller dabei zurück in eine Vergangenheit, ganz ohne Ängste und Vernunft.

Wie schon bei der letzten Single „Santiago“ geht es bei "Zauberland" erneut um das gedankliche Ausbrechen aus den Regelmässigkeiten des Alltags, darum vor dem eigenen Innersten zu flüchten und der Sehnsucht nach etwas Anderem. Dem Folgen des inneren Rufes. Das Musikvideo zu "Zauberland" zeigt eines dieser Homevideos der 90er, die alle in irgendwelchen Kartons vergessen haben und man von weit entfernten Familienfeiern kennt. Das Zauberland ist hier kein Märchen, keine Fiktion, sondern vielmehr ein Mindset, dass sich unter den verborgenen Schichten der Vernunft verbirgt. Es kennt keine Zeit oder Ort, sondern liegt ganz im Inneren und wartet nur darauf wiederentdeckt zu werden.







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