Foto: Heyne Verlag Foto: Heyne Verlag
News & Stories

Brian Johnson: "Die Leben des Brian"

03.01.2023 von Stefan Baumgartner

Ganz klar: Der Titel der Autobiographie von Brian Johnson, Sänger bei AC/DC, ist von der Komödie "Das Leben des Brian" der Kult-Komikergruppe Monty Python inspiriert - aber bewusst ins Plural gesetzt, denn auch wenn man Johnson ausschließlich mit der vermutlich größten Hard Rock-Band verbindet - seine Karriere dort begann er erst mit 31 Jahren, zuvor durchlebte er schon einige wilde, wenngleich deutlich weniger erfolgreiche Jahre, wie er sehr unterhaltsam nun erstmals erzählt.

Brian wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Norden Englands auf – und schon früh stand für ihn fest: Er will Rocksänger werden - maßgeblich inspiriert durch einen Erweckungsmoment, als er Little Richard in einer BBC-Sendepause sah - ein Moment, der sich für Johnson anfühlte, "als hätte mir jemand einen Stromschlag verpasst" ("AC/DC", eben). Über ein Jahrzehnt lang versuchte sich Brian Johnson später mit verschiedenen Bands einen Namen zu machen, doch der große Erfolg schien unerreichbar - selbst mit Geordie, die immerhin einen Plattenvertrag ergattern konnten und Europa, Australien und Japan betourten. Erst mit 31 Jahren – nach scheinbar gescheiterter Karriere, gescheiterter Ehe und einigen Gelegenheitsjobs – kam seine große Chance: Er wurde von AC/DC, schon damals eine der größten Rockbands der Welt, zum Vorsingen nach London eingeladen, war ihr charismatischer Sänger Bon Scott immerhin viel zu früh verstorben und AC/DC steckte in einer tiefen Krise. Doch sie waren begeistert von dem ungekünstelten Mann aus dem Norden und er bekam die übergroßen Schuhe von Bon Scott angezogen. Es folgte eine einmalige Erfolgsgeschichte: Das erste gemeinsame Album "Back in Black" wurde zum meistverkauften Rockalbum aller Zeiten (nach Michael Jacksons "Thriller" sogar das zweiterfolgreichste Album der Musikgeschichte), zahllose ausverkaufte Tourneen schlossen sich an und die Fangemeinde wuchs immens. AC/DC – und Brian Johnson – haben Kultstatus.

Das abrupte Ende dieses Höhenfluges kam für Brian im Jahr 2016. Während einer Amerika-Tour verschlechterte sich sein Hörvermögen schlagartig, und er stand vor der Wahl: Entweder er hört sofort auf oder er riskiert einen kompletten Hörverlust. Das hätte für Brian Johnson beinah den Abschied aus der Welt der Musik bedeutet und AC/DC mussten zwischenzeitlich auf eine andere Koryphäe zurückgreifen: Axl Rose von Guns N' Roses, der - für viele überraschend - einen tatsächlich nicht üblen Job ablieferte. Doch 2020 gelang Johnson mit dem Erfolgsalbum "Power Up" - einem Ratschlag von Roger Daltrey (The Who) folgend: "Gib niemals auf!" - die triumphale Rückkehr zur Band.

Wir lesen hier eine Achterbahnfahrt durch das außergewöhnliche Leben eines Mannes, der bei allem Welterfolg seinen Wurzeln immer treu geblieben ist: Auch deswegen ist die Autobiographie so eine angenehme Lektüre, weil er trotz gigantischem Erfolg das Wesen seines Antriebs, die Liebe zur Musik, nie aus den Augen verloren hat. Voller Wertschätzung für die Kollegschaft schreibt er über Musik, Helden, Inspiration (etwa über Bob Dylan, bei dem "jeder einzelne Akkord, jedes Wort, jeder Atemzug" sich "unglaublich aufregend und gefährlich anfühlt") und den ungebändigten Wunsch, immer weiterzumachen. Inspirierend!

Brian Johnsons "Die Leben des Brian" ist in der deutschen Übersetzung bei Heyne erschienen.

BUCH KAUFEN

 

Kommen AC/DC auch wieder auf Tour nach Österreich? Melde dich gleich beim Ticketalarm von oeticket an, um sofort informiert zu werden, sobald etwas bekannt wird!

TICKETALARM
Artikel teilen

Könnte dich auch interessieren